Wohnungsbau
Baugenehmigungen auf neuem Tiefststand
Bittere Bilanz für den Wohnungsbau nach den ersten drei Quartalen dieses Jahres: Der starke Rückgang der Baugenehmigungen hält an. Zwar hat sich der Genehmigungsrückgang im September etwas abgeschwächt, mit nur noch 15.300 Wohnungen gab es im Vergleich zum Vorjahr aber ein weiteres Minus von 23,1 Prozent. Das Baugewerbe warnt vor einer haushaltslosen Durststrecke.

Von Januar bis September sind 157.200 Wohnungen genehmigt worden, das sind minus 25,7 Prozent bei den Einfamilienhäusern, 21,7 Prozent minus bei den Mehrfamilienhäusern. Dabei meldete das Statistische Bundesamt schon vor einem Jahr einen Minusrekord. Damit wird das Niveau vom Jahr 2022 um fast die Hälfte verfehlt. „Wir also 42 Prozent weniger Baugenehmigungen als vor zwei Jahren“, sagte dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). „In Zahlen fehlen uns ca. 115.000 genehmigte Wohneinheiten gegenüber diesem Ausgangsniveau. Keiner in der Branche glaubt, dass sich das bald ändert.“ Halte die aktuelle Genehmigungsflaute an, so würde in diesem Jahr mit rund 45.000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern der bisherige Tiefpunkt seit 2008 um die Hälfte unterboten, so der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. „Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden rückt damit für breite Schichten der Bevölkerung in immer weitere Ferne.“
Wohnungsbau-Förderung steht auf der Kippe
Die Maßnahmen, die die abgetretene Bundesregierung zur Belebung der Wohnungsbau-Konjunktur auf den Weg gebracht habe, seien bisher ohne ausreichende Wirkung geblieben. Durch das Ampel-Aus würden nun dringend erforderliche Entscheidungen um mindestens ein halbes Jahr vertagt werden, so Müller weiter: „Bis zu einem beschlossenen Bundeshaushalt steht die Förderung von Neubau und Sanierung auf der Kippe.“ Was das bedeuten könne, habe der abrupte KfW-Förderstopp vor zwei Jahren gezeigt, so Pakleppa. Würde die Neubauförderung im nächsten Jahr wegfallen, werfe das den Wohnungsbau um Jahre zurück. „Die nächste Bundesregierung muss die Prioritäten im Bundeshaushalt neu ordnen“, forderte er. „Hohe Ausstattungs- und Komfortstandards dürfen nicht mehr verpflichtend, sondern nur noch freiwillig sein. Dann können auch wieder mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.“ HDB-Hauptgeschäftsführer Müller forderte einen radikalen Einschnitt bei hemmenden und baukostentreibenden Normen und Vorgaben von Bund, Ländern und Gemeinden. Das sei „überfällig“.
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