Lichter aus bei Mecalac
Am 30. April gehen bei Mecalac in Büdelsdorf endgültig die Lichter aus. Die Belegschaft ist größtenteils in eine Transfergesellschaft gewechselt. Das Warten auf einen neuen Investor für den Standort geht weiter.

Donnerstag ist endgültig Schluss. Wie die SHZ berichtet, wurden in Büdelsdorf bis zuletzt noch Radlader zusammengebaut. Jetzt werden alle übrigen Maschinenteile ins Mecalac-Werk nach Frankreich geschickt.
Das Aus für den deutschen Mecalac-Standort im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf war nicht abzuwenden: Die Mecalac-Gruppe hat das Werk bei Rendsburg offiziell schon am 31. März geschlossen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall zum Sozialplan und Interessenausgleich sind abgeschlossen. Laut SHZ sind 90 Prozent der 180 Beschäftigten in eine Transfergesellschaft gewechselt. Derweil hofft die IG Metall weiter auf eine Investorenlösung. Seit Monaten sollen Gespräche mit einem Investor über den Standort laufen, über deren Fortschritte aber bislang nichts bekannt ist.
Werksschließung als "Fehlentscheidung"
Die IG Metall Rendsburg bewertet die Werksschließung als "unternehmerischen Fehlentscheidung". Bereits bei Bekanntwerden der Pläne im November hatten die Beschäftigten gemeinsam mit der IG Metall Rendsburg Gegenwehr organisiert. „Wir können und werden diese Schließung so nicht akzeptieren", so IG Metall-Geschäftsführer Martin Bitter damals. Es sei "völlig unverständlich, dass diese Schließung geplant wird, kurz bevor die Effekte des Sondervermögens für Infrastruktur und Verteidigung greifen.“ Mecalac Baumaschinen baut Knick- und Schwenklader für die zivile, aber auch für die militärische Nutzung.
Mecalac hält an geplanter Schließung fest
Thorsten Bode, Geschäftsführer der Mecalac Baumaschinen GmbH, hatte erklärt, man sehe keine Alternative zur Schließung des Werks in Büdelsdorf. Für die betroffenen Beschäftigten gebe es zudem bereits zahlreiche Job-Angebote anderer Firmen.
Aus für einen Traditionsstandort
Das Radlader-Werk in Büdelsdorf blickt auf eine lange Tradition zurück. Ahlmann Baumaschinen hatte hier 1952 den weltweit ersten Schwenklader entwickelt. 2002 wurde das norddeutsche Unternehmen Teil der französischen Mecalac-Gruppe. Büdelsdorf wurde zum Kompetenzzentrum für Radlader innerhalb der europäischen Mecalac-Gruppe erklärt und erhielt erst vor drei Jahren eine Kapitalspritze von 2,5 Millionen Euro für eine neue Produktionslinie.
Dem Baumaschinenhersteller ging es allerdings im letzten Jahr nicht gut. Nach eineinhalb Jahren Kurzarbeit habe man im Werk Büdelsdorf erst seit September 2025 wieder voll gearbeitet, berichtete eine Mecalac-Mitarbeiterin der shz.

Mecalac gehört seit Juni 2025 zu Fayat
Bau-Riese Fayat expandiert stetig
Weiteres Radlader-Werk in Deutschland vor dem Aus
Nicht nur die Produktion von Mecalac-Radladern wird aus Deutschland abgezogen. Auch der Baumaschinenhersteller Yanmar Compact Equipment hat sein Werk in Crailsheim zum Ende 2025 geschlossen. Die Fertigung von Radladern hat ab 2026 das französische Yanmar-Werk in Saint-Dizier übernommen.
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