Werkstatt rettet altersschwachen Radlader vor dem Aus
Fast 30 Jahre leistet Radlader 980G von Caterpillar in einem Kies- und Transportbetonunternehmen treue Dienste. Doch mit über 18.400 Betriebsstunden auf der Uhr und langsam altersschwach drohte der Maschine das Abstellgleis – letztlich kam es anders. Was den Oldie vor dem Aus rettete und warum er sogar wieder im Einsatz ist.


Das sind die neuen Prallbrecher der nächsten Generation
Mit der GIPO P 101 GIGA und GIPO P 111 GIGA präsentiert der Schweizer Hersteller zwei neue Prallbrecher, die rein elektrisch betrieben werden können.
Firma Johann Jäggle im baden-württembergischen Hüfingen übernahm den Radlader im Jahr 1997. Das Unternehmen gewinnt Sand und Kies im Nassabbau, die veredelt werden, und stellt anschließend Transportbeton her. Bis Ende Dezember 2025 war der 980G durchgängig im Einsatz: Abraum abdecken sowie den im Nassabbau gewonnenen und aufbereiteten Sand und Kies auf Lkw verladen. Zudem musste der Radlader das Gelände für den Abbau vorbereiten, also Mutterboden sowie Lehmschichten aufhalden und verfahren.
Seinen Job erledigte er all die Jahre ohne große Blessuren, ohne nennenswerten Ausfall oder eine größere Reparatur. „Wir haben einen guten Fahrer mit dem nötigen Popomotor und dem richtigen Gespür für die Maschine, die eine gute Pflege erhielt“, sagt Geschäftsführer Hannes Jäggle. Doch fast 30 Jahre harte Maloche gehen selbst am härtesten Gerät nicht spurlos vorbei.
Zeppelin: Rebuild-Programm macht Cat-Baumaschinen wieder fit
„Die Maschine war nach knapp drei Jahrzehnten im Einsatz lediglich etwas altersschwach, und um Ausfallerscheinungen vorzubeugen, haben wir Hannes Jäggle und seinem Bruder Wolfram Jäggle beim Besuch der bauma unser Rebuild-Programm vorgestellt“, berichtet Zeppelin-Serviceberater Simon Honer. Er betreut gemeinsam mit Verkaufsrepräsentant Nico Kiesler deren Firma. Das sogenannte Rebuild haucht einer alten Baumaschine neues Leben ein, bringt Oldies wie den Cat 980G nach fast 30 Jahren harter Arbeit wieder auf Vordermann.
Zeppelin-Mitarbeiter Honer und Kiesler kalkulierten die Instandsetzung und unterbreiteten der Jäggle-Geschäftsführung ein Angebot. Was diese überzeugte: altbewährte Technik weiter zu nutzen. Hannes Jäggle: „Radlader wie der 980G kommen ohne viel Elektronik aus. Uns hat die Technik, die exakt unseren Bedürfnissen entspricht, in all den Jahren nie im Stich gelassen. Daher wollen wir in Zukunft nicht auf den Radlader verzichten. Die Maschine hat zwar eine Direktlenkung, das war anfangs gewöhnungsbedürftig, aber für unsere drei Fahrer ist das kein Problem.“
Radlader generalüberholt: Rund 7.000 Teile erneuert

Also wurde das gute Stück von der Zeppelin-Niederlassung Böblingen für die zweite Lebensphase generalüberholt – samt Motor, Getriebe und Achsen inklusive sämtlicher Steuergeräte bis hin zur kompletten Kabine. Rund 7.000 Teile wurden erneuert, selbst die Schaufel knöpften sich die Servicemitarbeiter vor und statteten diese mit dem neuen Zahnsystem „Cat Advansys“ aus. Drei Monate betrug das Zeitfenster, das die beiden Zeppelin Servicetechniker Marc Rück und David Klauser in der Werkstatt zur Verfügung hatten.
Die Servicemitarbeiter folgten dabei einem strikten Ablauf gemäß den Vorgaben seitens Caterpillar, den Radlader zu demontieren, instand zu setzen und wieder zusammenzubauen. „Auch wenn die Baumaschine knapp 30 Jahre alt ist, waren Ersatz- und Verschleißteile innerhalb von zwei Wochen verfügbar“, sagt Klauser. Sein Kollege Arthur Stesel kümmerte sich indes darum, dass die Teile zum Einbau „just in time“ vorlagen.
So wurde der Cat 980G von Zeppelin auf Vordermann gebracht
Radlader erhielt alle technischen Neuerungen

Wesentlich war zudem, die komplette Elektrik zu erneuern und neue Kabelbäume einzuziehen. Für Rebuild-Maßnahmen gilt laut Zeppelin: Es fließen alle technischen Neuerungen ein, die zwischenzeitlich Eingang in die Serienproduktion gefunden haben. Kundenwünsche haben die Servicetechniker ebenfalls realisiert: So wurde eine Zentralschmieranlage installiert. In der Kabine wurden ein neuer Sitz, neue Displays und neue Schalter eingebaut.
Beim Wiederaufbau wurden alle überholten Baugruppen in umgekehrter Reihenfolge wieder montiert. Elektrik und Hydraulik wurden angeschlossen, die Maschine mit frischen Betriebsflüssigkeiten befüllt und die Hydraulik auf Dichtigkeit und konkrete Druckverhältnisse geprüft. Anschließend erhielt der Radlader ein neues Finish: Sandstrahlen, Grundierung und neue Lackierung. Den Abschluss bildete eine Test- und Qualitätsphase.
Reaktionen aufs Rebuild: Was der Auftraggeber und sein Umfeld sagen
„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, staunt Hannes Jäggle, „es ist beeindruckend, was Zeppelin alles aus dem Radlader wieder herausgeholt hat und mit welcher Leidenschaft die Mitarbeiter in der Werkstatt vorgegangen sind.“ Er und sein Bruder erhoffen sich nach der Generalüberholung eine ähnlich lange Laufzeit. Nicht ohne Stolz stellte Hannes Jäggle von dem in neuem Glanz erstrahlten Cat 980G gleich ein paar Schnappschüsse in seinen WhatsApp-Status, woraufhin seine Kontakte mit Daumen nach oben, Smileys oder Kommentaren wie „alles richtig gemacht“ reagierten. „Es gab ganze 140 Reaktionen“, freut er sich, „das Feedback war durch die Bank positiv und bestätigt unsere Entscheidung.“
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