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Nutzfahrzeuge im GaLaBau: E-Transporter & Neuheiten der IAA 2026

Nutzfahrzeuge im GaLaBau: E-Transporter & Neuheiten der IAA 2026
Der vollelektrische Kastenwagen E-VALI von BYD war schon auf der IAA 2024 in Hannover dabei. | Foto: FH

Sie wollen den europĂ€ischen Markt fĂŒr leichte Nutzfahrzeuge krĂ€ftig aufmischen: Autobauer aus Fernost mit ihren vollelektrischen Antrieben, großzĂŒgigen Ladevolumina und flexiblen Chassis-Lösungen, die nach EinsĂ€tzen im Garten- und Landschaftsbau geradezu schreien. Wie schnell der Wandel im Van-Segment voranschreitet, zeigte die Messe IAA Transportation in Hannover.

Abseits der klassischen europĂ€ischen Platzhirsche haben vor allem fernöstliche Automobilkonzerne die MessebĂŒhne in Hannover genutzt, um ihre Ambitionen zu untermauern. Neben verschiedenen Antriebslösungen wie Elektro, Hybrid und Wasserstoff gibt es mehr Gewichtsklassen, die auch von zahlreichen chinesischen Herstellern auf den hiesigen Markt drĂ€ngen.So hat dieIAA eindrucksvoll bewiesen, dass der Markt fĂŒr leichte Nutzfahrzeuge vor einem tiefgreifenden Technologiewandel steht. GaLaBau-Betriebe

profitieren von einer enormen Vielfalt an elektrifizierten Transportern, flexiblen Aufbaulösungen und intelligenten Stromversorgungen direkt am Fahrzeug. WĂ€hrend etablierte Hersteller vor allem durch ausgereifte Integrationskonzepte und hohe Nutzlasten ĂŒberzeugen, bieten vor allem die neuen chinesischen Marktteilnehmer attraktive Alternativen mit hohem technischem Anspruch. Die richtige Modellauswahl erfordert eine prĂ€zise AbwĂ€gung zwischen hoher Nutzlast, flexibler Raumaufteilung und alternativen Antriebsformen.

BYD E-Vali: Viel Ladevolumen, Allrad und Blitzladen im Rekordtempo

Der Batterie- und Fahrzeugkonzern BYD treibt den Ausbau seiner Sparte fĂŒr leichte Nutzfahrzeuge voran. Mit dem E-Vali zeigt das Unternehmen einen praxisorientierten Elektro-Großraumtransporter, dessen senkrechte SeitenwĂ€nde und robuste Schutzverkleidungen eine optimale Raumausnutzung garantieren. Das Fahrzeug ist in zwei LĂ€ngen verfĂŒgbar: Die 6-Meter-Variante mit einem Radstand von 3.865 Millimetern fasst 13,5 Kubikmeter, wĂ€hrend die 7-Meter-AusfĂŒhrung stolze 17,5 Kubikmeter Laderaum bereitstellt. Das zulĂ€ssige Gesamtgewicht von wahlweise 3,5 oder 4,25 Tonnen ermöglicht Nutzlasten zwischen 700 und 1.450 Kilo. FĂŒr den Vortrieb sorgt serienmĂ€ĂŸig ein 150 kW starker Heckmotor, der optional durch einen 100-kW-Frontmotor ergĂ€nzt werden kann, um einen variablen Allradantrieb darzustellen. Im Fahrzeugboden ist eine flache Blade-Batterie mit einer KapazitĂ€t von 80,64 kWh integriert, welche sich mit bis zu 188 kW rasant laden lĂ€sst. ErgĂ€nzend deckt der kompakte BYD T35 die klassische 3,5-Tonnen-Klasse fĂŒr den stĂ€dtischen Verteilerverkehr ab.

Skyworth Hongtu V9: Aerodynamik-Wunder mit CATL-Power und Reichweite

Skyworth Hongtu X als Fahrgestell fĂŒr flexible Aufbauten. | Foto: FH
Skyworth Hongtu X als Fahrgestell fĂŒr flexible Aufbauten. | Foto: FH
Unter der Bezeichnung Hongtu will der Elektronikkonzern Skyworth eine umfassende Transporter-Familie nach Europa bringen, die durch einen aerodynamisch optimierten cw-Wert (Luftwiderstandsbeiwert) von 0,29 auffĂ€llt. Der Kastenwagen V9 ist in LĂ€ngen von 5,5 sowie 6 Metern erhĂ€ltlich und bietet bei einer Breite von knapp 2 Metern ein Frachtvolumen zwischen 9 und 14 Kubikmeter. Wegen eines zulĂ€ssigen Gesamtgewichts von 4,25 Tonnen realisiert das Modell hohe Nutzlasten bis zu 1,5 Tonnen. Ein 150 kW starker Synchronmotor mit 370 Newtonmeter Drehmoment treibt die Hinterachse an, wĂ€hrend ein CATL-Akkupaket mit 101 kWh KapazitĂ€t Reichweiten von bis zu 408 Kilometer ermöglicht. Sie lĂ€sst sich per 120-kW-Schnellladung in 36 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. FĂŒr individuelle Branchenaufbauten wie Pritsche oder Kipper steht zudem das Fahrgestell Hongtu X fĂŒr 2,34 Tonnen Nutzlast bereit. Der identisch starke E-Motor wird von einem Range-Extender unterstĂŒtzt, weshalb sich die AkkukapazitĂ€t auf 55,6 kWh etwa halbieren darf.

Farizon V7E & SV: Schlankes Design und B-SĂ€ulen-Trick fĂŒr die Baustelle

Die Geely-Tochtermarke Farizon fokussiert sich mit dem kompakten V7E sowie dem variablen und grĂ¶ĂŸeren SV auf vielseitige Transportaufgaben. Der knapp 5 Meter lange V7E ĂŒberzeugt trotz schlanker Abmessungen mit fast 7 Kubikmetern Ladevolumen und einer niedrigen Ladekantenhöhe von 51 Zentimetern. Die seitliche SchiebetĂŒr nimmt eine Europalette problemlos auf. Ein 110-kW-Frontmotor und zwei Batterie-Optionen (50,2 beziehungsweise 66,7 kWh) erlauben Nutzlasten von 1,2 bis 1,4 Tonnen. Aufgeladen werden die Akkus mit einer maximalen Ladeleistung von 100 kW. Der grĂ¶ĂŸere SV deckt mit fĂŒnf Karosserievarianten ein Volumenspektrum bis 13 Kubikmeter ab. Der Ladeboden liegt 52 Zentimeter hoch. Der SV baut auf ein zulĂ€ssiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen auf. Seine Akkus fassen 83,7 oder 100,8 kWh fĂŒr Nutzlasten von 1 bis 1,3 Tonnen und eine AnhĂ€ngelast von 2 Tonnen. Eine Allradversion ist nach Unternehmensangaben in Planung. Eine besondere Konstruktion ohne klassische B-SĂ€ule auf der Beifahrerseite erleichtert zudem das seitliche Be- und Entladen im Baustellenbetrieb.

Maxus eDeliver 5 & Co: Pick-up-Power und das Comeback der Streetscooter-DNA

Sportlicher Maxus T60 Pick-up attraktiv in Szene gesetzt. | Foto: FH
Sportlicher Maxus T60 Pick-up attraktiv in Szene gesetzt. | Foto: FH

Unter dem Dach des Autoherstellers SAIC Motor Deutschland prĂ€sentiert Maxus ein stark erweitertes Portfolio fĂŒr den europĂ€ischen Markt. Der vollelektrische Pick-up eTerron 9 setzt mit Allradantrieb, adaptiver Luftfederung und hoher Bodenfreiheit neue Standards fĂŒr unwegsames Terrain. Zwei Elektromotoren treiben beide Achsen an. Eine robuste LFP-Batterie sorgt fĂŒr praxistaugliche Reichweiten, wĂ€hrend V2L-Steckdosen die Stromversorgung von Werkzeugen am Einsatzort sichern.

Zudem ĂŒberraschte Maxus in Hannover mit einer neuen Variante des legendĂ€ren Streetscooter. Der Maxus eDeliver 5 als Fahrgestell feierte Weltpremiere. Mit 1,5 Tonnen TragfĂ€higkeit, Leiterrahmen und blattgefederter Hinterachse ist das Modell einfach konzipiert. Den Fronttriebler hĂ€lt ein 120-kW-Motor auf Trab. Die Batterie speichert 50 kWh. Parallel zum Fahrgestell soll es auch Kastenwagen-Varianten in zwei LĂ€ngen und Höhen mit 6,6 bis 8,7 Kubikmeter Ladevolumen und bis 1,3 Tonnen Nutzlast geben. Dann auch mit grĂ¶ĂŸerer Batterie (64 kWh).

Im klassischen Kastenwagensegment bedient der eDeliver 7 mit 7,2 Kubikmeter Ladevolumen und einer Nutzlast bis zu 1,14 Tonnen gewerbliche Nutzer. Seine LaderaumlĂ€nge betrĂ€gt gut 2,90 Meter, die Breite zwischen den RadkĂ€sten 1,39 Meter. AnhĂ€nger bis 2 Tonnen lassen sich anspannen. Der schwerere eDeliver 75 als 7,5-Tonner bietet ĂŒber 4,5 Tonnen Zuladungspotenzial. Als Zukunftsvision zeigte SAIC mit dem RoboVan ein autonom fahrendes Fahrzeug fĂŒr vollautomatische Transportanwendungen.

Foton konzipiert Pick-up fĂŒr GrĂŒnflĂ€chenmanagement und Tiefbau

Der chinesische Fahrzeug- und Autohersteller Beijing Automotive Group (BAIC) zeigt ĂŒber die Marke Foton und den Vertriebspartner Brock Kehrtechnik ein breit gefĂ€chertes Angebot. Das elektrische City-Transporter-Konzept Cavan C1 tritt in drei LĂ€ngen- und Höhenspezifikationen an. Das Basismodell des City-Stromers misst 4,89 Meter LĂ€nge, fast 2 Meter Höhe, bietet 6,6 Kubikmeter Ladevolumen, knapp 1 Tonne Nutzlast sowie 50,23 kWh AkkukapazitĂ€t. Die Variante C1 Plus verlĂ€ngert den Radstand auf 3,40 Meter und die GesamtlĂ€nge auf 5,19 Meter. Dadurch steigt das Volumen auf 7,4 Kubikmeter, die Nutzlast auf 1,2 Tonnen und die Akku-KapazitĂ€t auf 66,67 kWh. Der C1 Max als gerĂ€umigste Variante steigert durch ein 20 Zentimeter erhöhtes Dach das Frachtvolumen auf 8,4 Kubikmeter. Die einheitliche Breite misst 1,81 Meter. Ein 125 kW starker E-Motor treibt den C1 an.

Im Segment der Pick-ups prĂ€sentiert Foton den Tunland V9 PHEV. Dieser Hybrid-Pick-up kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einer E-Maschine. FĂŒr schwerere EinsĂ€tze im kommunalen GrĂŒnflĂ€chenmanagement oder im Tiefbau konzipierte Foton den Daystar D60 fĂŒr bis zu 6 Tonnen Gesamtgewicht. Diese Variante zielt auf den Einsatz als Kipper, Pritsche oder Sondermodell ab. Der batterieelektrische eGalaxus nutzt eine moderne E-Plattform und eignet sich unter anderem als Basis fĂŒr Kehraufbauten oder KommunalgerĂ€te. Der vollelektrische Antrieb arbeitet leise und lokal emissionsfrei, sodass GaLaBau-Betriebe auch in sensiblen Umweltzonen arbeiten können.

JAC Sunray Pro: Komfort-Fahrwerk trifft auf schwere Transportaufgaben

Über die RSA-Niederlassung baut JAC Motors seine PrĂ€senz auf dem europĂ€ischen Markt aus und prĂ€sentiert ein breites Spektrum vom Pickup bis zum schweren E-Transporter. Der Kastenwagen Sunray Pro positioniert sich als 3,5-Tonner mit Frontantrieb und stellt bei LĂ€ngen bis 5,40 Meter ein Ladevolumen von 7,3 bis 11,25 Kubikmeter bereit. Die Nutzlast liegt bei 1,3 Tonnen. Das Modell sticht durch eine komfortorientierte Doppelquerlenker-Hinterachse hervor. Die schmale SchiebetĂŒröffnung misst 900 Millimeter in der Breite. Der Elektromotor leistet 150 kW bei 330 Nm Drehmoment, wĂ€hrend der Lithium-Akku 83,7 kWh fasst. ErgĂ€nzend bedient JAC das Segment fĂŒr schwere Fahrgestelle und Verteilerfahrzeuge mit den batterieelektrischen Leicht-Lkw N42 EV und N90 EV fĂŒr 4,2 und 9 Tonnen zulĂ€ssiges Gesamtgewicht.

Chery Delivan: Mit 600-Volt-Technik in 22 Minuten zurĂŒck auf der Straße

Den Chery Delivan X als Dreiseitenkipper verfĂŒgt ĂŒber Heckantrieb und bis zu 4,25 t Gesamtgewicht. | Foto: FH
Den Chery Delivan X als Dreiseitenkipper verfĂŒgt ĂŒber Heckantrieb und bis zu 4,25 t Gesamtgewicht. | Foto: FH
Unter der Marke Delivan kooperiert Chery eng mit europĂ€ischen Aufbauspezialisten wie Gruau aus Frankreich. Die auf 3,5 Tonnen ausgelegten Kastenwagen und Fahrgestelle mit Vorderradantrieb nutzen eine moderne 400- oder 600-Volt-Architektur und einen 175 kW starken Frontmotor. Die LFP-Akkus in den GrĂ¶ĂŸen 50,5, 68,7 oder 97,4 kWh SpeicherkapazitĂ€t gestatten Reichweiten ĂŒber 420 Kilometer bis zum erneuten Aufladen. Das Schnellladen von 15 auf 80 Prozent gelingt in 22 Minuten. Bei LĂ€ngen von 5 bis 5,50 Metern und Dachhöhen von 1,90 bis 2,60 Metern reicht das Ladevolumen von 6,9 bis 11,6 Kubikmeter. Die Nutzlast liegt bei maximal 1,4 Tonnen, wĂ€hrend die gebremste AnhĂ€ngelast 2,5 Tonnen erreichen darf.

Speziell fĂŒr Bauhöfe bietet das Fahrgestell L3CC als 3,5- oder 4,25-Tonner satte 150 kW E-Motorleistung und Heckantrieb. Integrierte 230-V-Steckdosen mit bis zu 3,3 kW Leistung zur Stromversorgung stellen den Betrieb externer ArbeitsgerĂ€te sicher. Ab Werk gibt es Dreiseitenkipper mit ePTO sowie die AusfĂŒhrungen Van L1H1 und L2H3. Eine Niederlassung in Großbritannien soll den Vertrieb in Europa ankurbeln. Ab Mitte 2027 soll der Delivan fĂŒr Europa auch nach Deutschland kommen.

Wisdom Motor: Womit Kastenwagen Hyron T45 EV punktet

Wisdom Motor setzt beim Hyron T45 EV auf eine innovative Leichtbaukarosserie aus kohlenstofffaserverstĂ€rktem Kunststoff (CFK). Der Kastenwagen der 4,5-Tonnen-Klasse bietet dank zwei LĂ€ngen und zwei Hochdachhöhen bis zu 17 Kubikmeter Laderaumvolumen und eine Nutzlast von maximal 2 Tonnen. Der E-Motor wirkt auf eine einzelradaufgehĂ€ngte Hinterachse mit Schraubenfedern. Unter dem Ladeboden arbeiten Akkupakete mit einer KapazitĂ€t von bis zu 100,5 kWh. FĂŒr individuelle Lösungen steht der T45 EV zusĂ€tzlich als Fahrgestell mit Fahrerhaus zur VerfĂŒgung. Zudem sind weitere Antriebsarten im Programm. Neben rein elektrischen Varianten mit Allradantrieb entwickelt der Hersteller auch emissionsarme Brennstoffzellen- und Range-Extender-Systeme fĂŒr anspruchsvolle Branchenanforderungen.

GAC bietet Allrad-Pickup fĂŒr unwegsames GelĂ€nde an

Der Allrad-Pick-up GAC Smilodon Pro hat optisch nicht viel von einem SĂ€belzahntiger. | Foto: FH
Der Allrad-Pick-up GAC Smilodon Pro hat optisch nicht viel von einem SĂ€belzahntiger. | Foto: FH

Mit dem Allrad-Pickup Smilodon Pro als Kombination aus praxistauglichem Allrad-Pickup und zukunftsgerichteter Transportstudie trumpft GAC auf. Der robuste Pick-up fĂŒr den Baustelleneinsatz nutzt einen Allradantrieb, um unwegsames GelĂ€nde mit ArbeitsgerĂ€ten oder Baumaterialien zu bewĂ€ltigen. ZusĂ€tzlich zeigt GAC die visionĂ€re Studie MONTX P10 und demonstriert damit technologische Kompetenz im Bereich modularer und gelĂ€ndegĂ€ngiger Nutzfahrzeuge. Das Konzeptfahrzeug setzt auf vollvernetzte Module und flexible Raumkonzepte fĂŒr automatisierte Logistikaufgaben. Beide GAC-Fahrzeuge sind vorerst in Europa nicht zu haben.

Dongfeng FCV: Mit Wasserstoff-Power durch den langen Arbeitstag

Der chinesische Nutzfahrzeugriese Dongfeng nutzte die IAA, um innovative Antriebskonzepte vorzustellen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Dongfeng FCV City Logistic Light Truck. Dieser leichte Verteiler-Lkw verwendet Brennstoffzellen (FCV) und kombiniert die Vorteile des emissionsfreien Elektroantriebs mit schnellen Betankungszeiten. Das Fahrzeug eignet sich auch fĂŒr lĂ€ngere TageseinsĂ€tze im GaLaBau, bei denen Standzeiten zum Laden vermieden werden mĂŒssen. Der Wasserstoffantrieb erlaubt das Mitnehmen schwerer Ladung ohne KapazitĂ€tseinbußen durch ĂŒbergroße Batterien. ErgĂ€nzend prĂ€sentiert Dongfeng seine eigene Brennstoffzellentechnologie mit einer Leistung bis 400 kW, die auch in schweren Wasserstoff-Lkw verbaut wird.

OHM Pritsche: Kompakter Kraftprotz fĂŒr GrĂŒnschnitt und GaLaBau

Der Hersteller OHM richtet den Fokus auf kompakte Elektro-Nutzfahrzeuge fĂŒr Handwerksbetriebe, Kommunen und LandschaftsgĂ€rtner. Vertrieb und Wartung in Europa ĂŒbernimmt die italienische Gruppo Pretto. Auf der Messe steht die 3,5-Tonnen-Pritsche im Fokus, die mit einem robusten Laubgitteraufbau ausgerĂŒstet ist. Mit zulĂ€ssigem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen lĂ€sst sich das Fahrzeug mit Pkw-FĂŒhrerschein steuern und bietet eine hohe Traglast bis 2 Tonnen fĂŒr GrĂŒnschnitt, HĂ€ckslergut oder Werkzeuge. Der rein elektrische Antrieb ĂŒber den permanenterregten Synchronmotor leistet 40 kW dauerhaft und doppelt so viel in der Spitze.

Der Hecktriebler verfĂŒgt ĂŒber eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 61,8 kWh BruttokapazitĂ€t. Am Schnelllader sind die Akkus in etwa 40 Minuten von 20 auf 90 Prozent bei maximal 50 kW aufgeladen. Im Alltagsbetrieb sind Reichweiten bis 241 Kilometer realisierbar, was fĂŒr die tĂ€gliche Anfahrt zu wechselnden Baustellen ausreichen sollte. Dank niedriger Ladekante und klappbaren BordwĂ€nde gelingt das Beladen manuell oder mit dem Radlader mĂŒhelos. Der zusĂ€tzliche Laubgitteraufsatz sichert voluminöse Ladungen wĂ€hrend der Fahrt. Ein spezieller elektrische ePTO mit 15 kW Leistung und 127 Nm Drehmoment erlaubt auch Aufbauten wie Kipper oder MĂŒllverdichter.

Up-Van: Effizienz-Meister fĂŒr die schnelle Kurzstrecke

Über den Vertriebspartner StreetRunner will der E-MobilitĂ€tspionier GĂŒnther Schuh den „Up-Van“ in den deutschen Markt bringen. Der kleine Transporter misst 5,14 Meter LĂ€nge sowie 1,90 Meter Breite und steht in Höhen von 1,99 oder 2,27 Metern zur VerfĂŒgung. Sein Ladeboden liegt knapp 50 Zentimeter hoch. Trotz kompakter Abmessungen fasst der Laderaum 8,5 bis 10 Kubikmeter. Dank zulĂ€ssigem Gesamtgewicht von 3,4 Tonnen erzielt das Fahrzeug eine Nutzlast von mehr als 1,6 Tonnen. FĂŒr den Vortrieb an der Vorderachse sorgt ein Elektroantrieb mit 110 kW (150 PS) Leistung und 210 Nm Drehmoment. Der integrierte LFP-Akku fĂ€llt mit 53,8 kWh KapazitĂ€t eher knapp aus, was das Eigengewicht niedrig hĂ€lt, das Zuladungspotenzial maximiert und die Reichweite minimiert. Damit erweist sich der Up-Van als effiziente Lösung fĂŒr Kurzstreckenfahrten und den tĂ€gliche Materialtransporte im GaLaBau.

Neben den Newcomern aus Asien demonstrierten die traditionellen europÀischen Transporter-Hersteller in Hannover ihre Innovationskraft durch ausgereifte Modellpflegen, neue Plattformen und passgenaue Branchenlösungen.

VW ID. Buzz Cargo: Langversion bringt Europalette ĂŒber die Seite ins Heck

Volkswagen erweitert den vollelektrischen ID. Buzz Cargo um eine langgestreckte Variante mit 4,96 Metern LĂ€nge. Durch die um 250 Millimeter verlĂ€ngerte LadeflĂ€che steigt das Laderaumvolumen von 3,9 auf 4,4 Kubikmeter an. SerienmĂ€ĂŸig gibt es zwei SchiebetĂŒren. Die VergrĂ¶ĂŸerung der seitlichen SchiebetĂŒren um 190 Millimeter ermöglicht nun das Beladen mit einer Europalette von der Seite. Am Heck ist serienmĂ€ĂŸig eine große Heckklappe vorhanden. FlĂŒgeltĂŒren sind optional erhĂ€ltlich. Das zulĂ€ssige Gesamtgewicht erlaubt eine maximale Nutzlast von bis zu 700 Kilo bei der heckgetriebenen Version und bis zu 606 Kilo bei der Allradvariante „4MOTION“. Die gebremste AnhĂ€ngelast betrĂ€gt jetzt unabhĂ€ngig vom Antrieb durchgehend 1.800 Kilo.

VW verbaut in der Langversion eine Batterie mit einer nutzbaren KapazitĂ€t von 86 kWh. Der Heckantrieb leistet 210 kW (286 PS), wĂ€hrend der Allradantrieb mit zwei Elektromotoren eine Systemleistung von 250 kW (340 PS) erreicht. Über eine neue Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) speist die Batterie externe ElektrogerĂ€te ĂŒber einen Adapter mit einer Dauerleistung von 3,0 kW Neben den Serienmodellen zeigt der Hersteller den automatisierten Prototypen ID. Buzz Cargo AD auf SAE-Level 4 fĂŒr fahrerlose Belieferungen.

Mercedes-Benz eSprinter: Flexibler Klassiker mit Blick auf die Van.EA-Zukunft

Mercedes Sprinter mit Einzelkabine als Dreiseitenkipper. | Foto: FH
Mercedes Sprinter mit Einzelkabine als Dreiseitenkipper. | Foto: FH
Mercedes-Benz prĂ€sentiert flexible Umbauten des eSprinter und eVito. Das eSprinter-Fahrgestell deckt zulĂ€ssige Gesamtgewichte bis 4,25 Tonnen ab und bietet im Kastenwagen eine Nutzlast von bis zu 1.180 Kilo sowie ein Laderaumvolumen von bis zu 14 Kubikmeter. Als Energiespeicher kommen Lithium-Eisenphosphat-Batterien mit nutzbaren KapazitĂ€ten von 56, 81 oder 113 kW zum Einsatz, die Reichweiten bis 440 Kilometer erreichen. Der Elektromotor leistet wahlweise 100 oder 150 kW bei einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Am DC-Schnelllader nimmt der eSprinter Energie mit bis zu 115 kW auf. Neben gewerblichen Aufbauten wie Dreiseitenkippern gewĂ€hrt der Hersteller mit der Skulptur „The Boulder“ einen Ausblick auf die kĂŒnftige Van.EA-Plattform fĂŒr die kommenden Sprinter-Generationen.

Kia PV7: Mit 800-Volt-Highspeed-Laden und mobilen Steckdosen

Kia geht mit der PBV-Plattform und den Modellen PV5 sowie dem neu vorgestellten PV7 auf den Nutzfahrzeugmarkt. Der bis zu 5,35 Meter lange PV7 bietet als 3,5-Tonner je nach Dachhöhe ein Ladevolumen von 6,1 bis 8,0 Kubikmeter bei einer niedrigen Ladekante von 550 Millimetern. Er verkraftet eine Nutzlast bis zu 1,2 Tonnen sowie eine gebremste AnhĂ€ngelast von 2 Tonnen. FĂŒr den Antrieb sorgt ein Frontmotor mit bis zu 200 kW Leistung und einem maximalen Drehmoment von 420 Nm. Ein Allrad soll noch folgen. Kia bietet zwei BatteriegrĂ¶ĂŸen (NMC) mit 71,5 und 96,2 kWh an, was Reichweiten von 350 und 460 Kilometer ermöglicht. Seine 800-V-Schnellladearchitektur gestattet LadevorgĂ€nge mit bis 350 kW, den Akku innerhalb von 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent fĂŒllen kann. Die PBV-Baureihen verfĂŒgen ĂŒber V2L-Steckdosen zur mobilen Stromversorgung von HandwerksgerĂ€ten. Der kompaktere PV5 ĂŒberzeugt mit Detaillösungen wie einer Faltsitz-Lösung zur Laderaumerweiterung oder speziellen Branchenausbauten. Die MarkteinfĂŒhrung des Kia PV7 soll im zweiten Halbjahr 2027 erfolgen.

Ford Transit City & Ranger Super Duty: Vom Stadtlieferanten zum Zugmonster

Im Einstiegssegment zeigt Ford Pro den gemeinsam mit JMC aus China entwickelten, vollelektrischen Transit City. Die Variante L1H1 misst 4.985 Millimeter in der LĂ€nge, 2.258 Millimeter in der Breite sowie 1.991 Millimeter in der Höhe bei einem Radstand von 3,06 Metern. Das Modell L2H2 bringt es bei einem Radstand von 3,36 Metern auf Ausmaße von 5.285 Millimetern LĂ€nge und 2.285 Millimetern Höhe. Je nach Radstand betrĂ€gt das Ladevolumen 6 bis 8,5 Kubikmeter, wĂ€hrend die maximale Nutzlast zwischen 1.085 und 1.275 Kilo liegt. Als Energiespeicher dient eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer KapazitĂ€t von 56 kWh, die eine Aktionsreichweite bis zu 254 Kilometer erlaubt.

Der Frontantrieb leistet 110 kW (150 PS), entwickelt 260 Nm Drehmoment und unterstĂŒtzt das energiesparende Fahren im One-Pedal-Modus. Das Schnellladen mit Gleichstrom erfolgt mit maximal 87 kW Leistung in 33 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Neben geschlossenen Kastenwagen stehen ab Werk Branchenaufbauten wie Pritschen und Kipper im EinrechnungsgeschĂ€ft sowie Fahrgestelle mit Fahrerhaus fĂŒr individuelle Aufbauten bereit. FĂŒr Aufsehen am Messestand sorgte der schwarze Pick-up Ford Ranger Super Duty, der selbst bis zu 1,8 Tonnen schultert und als Komplett-Zug zusĂ€tzlich bis zu 4,5 Tonnen schwere AnhĂ€nger ziehen kann.

Renault Trafic E-Tech: Software-Van fĂŒr niedrige Betriebskosten

Den neuen Renault Trafic E-Tech Electric hat eine Fachjury zum International Van of the Year 2027 gekĂŒrt. | Foto: FH
Den neuen Renault Trafic E-Tech Electric hat eine Fachjury zum International Van of the Year 2027 gekĂŒrt. | Foto: FH

Renault triumphiert auf der IAA mit dem Titel „International Van of the Year 2027“ fĂŒr die vierte Generation des Trafic E-Tech Electric. Der Electro-Trafic nutzt eine neu entwickelte 800-Volt-Plattform mit Hinterradantrieb und ermöglicht mit schnellem Gleichstromladen FĂŒllzeiten der Akkus von unter 20 Minuten von 15 auf 80 Prozent. Entwickelt als flexibler „Software-Defined Van“ soll das Modell Betriebskosten senken und Fahrerassistenz bis „Level 2+“ bieten. Bei einer Reichweite von bis zu 470 Kilometern ĂŒberzeugt das Fahrzeug durch einen geringen Wendekreis von nur 10,3 Metern sowie hohe TransportkapazitĂ€ten.

FĂŒr branchenspezifische Anforderungen im GaLaBau stellt Renault maßgeschneiderte Umbau-Lösungen ĂŒber das werkseigene Servicenetz sowie zertifizierte Karosseriebauer bereit. Zudem sammelt ab 2027 die digitale Service-Plattform „Renault Uptimize“ mittels Vernetzung Echtzeitdaten vom Fahrzeug, um Ausfallzeiten auch im Handwerk und Gartenbau zu verringern.

Smart Compact Van von Stellantis erweitert kompakte Transporter-Familie

Unter dem Markendach Stellantis Pro One feierte der Smart Compact Van (SCV) seine Weltpremiere in Hannover. Der SCV sollen die kompakte Transporter-Familie nach unten erweitern und durch besonders wettbewerbsfĂ€hige Preise ĂŒberzeugen. Das Modell kommt als CitroĂ«n Berlingo Kastenwagen First, Opel Combo Start, Peugeot Partner Active sowie Fiat DoblĂČ EasyPro auf den Markt. Die Fahrzeuge besitzen ein modulares Cockpit mit umklappbarem Beifahrersitz (Flexiseat), was das Transportieren von GegenstĂ€nden bis zu einer LadelĂ€nge von 3,40 Metern ermöglicht. Der variable Innenraum erweitert das verfĂŒgbare Ladevolumen flexibel um einen halben Kubikmeter. Neben drei klassischen Verbrennungsmotoren und einer Mild-Hybrid-Variante (ab 2027) steht ein reiner Elektroantrieb zur Wahl. Die vollelektrische Variante leistet 100 kW und erzielt eine Reichweite bis zu 270 Kilometern.

Mit dem neuen Dreirad-Transporter Fiat TRIS fĂŒr 90 Kilometer Reichweite, der jetzt mit festen TĂŒren fĂŒr mehr Wetterschutz und PrivatsphĂ€re im FĂŒhrerhaus kommt sowie dem autonomen Robo-Van BOW (Box-on-Wheels) stellt Stellantis zudem urbane Spezialfahrzeuge vor.

Toyota Professional setzt auf Multi-Pathway- Antrieb

Neben dem ĂŒberarbeiteten Proace und Allrad- sowie Elektrovarianten des bekannten Hilux zeigt Toyota praxisnahe Pritschen- und Dreiseitenkipper-Aufbauten fĂŒr den GaLaBau. Das Modell Proace erhĂ€lt einen ĂŒberarbeiteten 2,2-Liter-Dieselmotor mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm. Die KraftĂŒbertragung erfolgt wahlweise ĂŒber ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Achtgang-Automatik. Das Fahrzeug schultert eine maximale Nutzlast von bis zu 1.400 Kilo. Die gebremste AnhĂ€ngelast steigt auf bis zu 2.500 Kilo.

Neben den Diesel-Varianten enthĂ€lt das Portfolio vollelektrische AusfĂŒhrungen sowie den gelĂ€ndegĂ€ngigen Pick-up Hilux mit 48-V-Mildhybridsystem oder reinem Elektroantrieb. 2028 soll der Hilux mit Brennstoffzellenantrieb in Produktion gehen. Toyota verspricht Reichweiten von mehr als 400 Kilometern sowie eine AnhĂ€ngelast bis 2,5 Tonnen. Zudem zeigte Toyota auf der IAA Pritschenwagen mit Einzel- und Doppelkabine sowie Dreiseitenkipper auf Basis von Proace Electric und Proace Max fĂŒr 1,4 Tonnen Zuladung.

Nissan zeigt Kastenwagen als Diesel und mit Elektroantrieb

Den Nissan Interstar hat Kunath Fahrzeugbau in einen Dreiseitenkipper verwandelt. | Foto: FH
Den Nissan Interstar hat Kunath Fahrzeugbau in einen Dreiseitenkipper verwandelt. | Foto: FH

Nissan rundet das Bild mit den ĂŒberarbeiteten Baureihen Townstar, Primastar und Interstar ab. Letzterer ĂŒberzeugt neben klassischen Kastenwagenversionen als Fahrgestell mit WechselbrĂŒcke oder als Dreiseitenkipper. Der große Interstar-Kastenwagen erreicht ein Ladevolumen von 10,8 bis 14,8 Kubikmeter. Er trĂ€gt eine maximale Nutzlast bis zu 1.625 Kilo bei der Elektroversion sowie bis zu 1.925 Kilo bei den Diesel-Varianten. Die Elektro-Variante Interstar-e erzielt eine Reichweite bis zu 460 Kilometer.

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Parallel zum Kastenwagen gibt es fĂŒr LandschaftsgĂ€rtner, Kommunen und Dienstleister fĂŒr die GrĂŒnpflege den Interstar mit WechselbrĂŒcke. Basis bildet der Interstar als Fahrgestell fĂŒr 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, wahlweise mit Diesel- oder Elektromotor. Alternativ bietet Nissan den Interstar ab Werk mit Dreiseitenkipper an. Auf Wunsch sind GrĂŒnschnittaufsĂ€tze zur Bordwanderhöhung zu haben.

Den kleineren Stadtlieferwagen Townstar EV gibt es als Kurz- und Langversion fĂŒr Ladevolumen bis 4,6 Kubikmeter und Nutzlast bis 775 Kilo. Sein Elektromotor leistet 96 kW (130 PS), geladen wird mit bis zu 22 kW Wechselstrom oder 80 kW Gleichstrom.

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