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MAN TGE Test: Neuer Hecktriebler TGE 3.190 im Check

MAN TGE im Härtetest: Was taugt der neue TGE 3.190 mit 190 Individual-PS?

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Randolf Unruh
04.11.2026, 00:00
KIEL
MAN TGE Test: Neuer Hecktriebler TGE 3.190 im Check
Außen ein arbeitsamer Kipper, drunter steckt ein besonders kräftiger Diesel. | Foto: Randolf Unruh

Der MAN TGE feiert runden Geburtstag – und beschenkt die Bau- und GaLaBau-Branche mit handfesten Updates. Vom bärenstarken Hecktriebler TGE 3.190 mit exklusiver Abt-Leistungssteigerung über clevere Koffer- und Kipper-Lösungen von Schoon und Junge bis hin zum gigantischen 7,5-Tonnen-Dreiachser von Ackermann: Wir haben die vielseitige TGE-Flotte unter die Lupe genommen.

Modell-Variante

Leistung (PS)

Aufbau-Partner / Typ

Besonderheit

MAN TGE 3.190

190 PS (Abt)

Schoon Dreiseitenkipper

Exklusiver Heckantrieb mit Power-Upgrade

MAN TGE 3.140

140 PS

Junge Kofferaufbau

18 m³ Volumen, optimiert für den GaLaBau

MAN TGE 3-Achser

140/190 PS

Ackermann Fahrgestell

7,5 t Gesamtgewicht, kein Sonntagsfahrverbot

Zehn Jahre, 200.000 verkaufte Exemplare und ein ungebrochener Aufwärtstrend: Der MAN TGE hat sich fest im Markt etabliert. Doch MAN ruht sich nicht auf dem Erfolg aus, sondern legt nach, mit neuen Aufbauten, moderner Technik und erweiterten Ausstattungen. Mitten in dieser bunten TGE-Flotte sticht ein eher unauffälliger, weißer Dreiseitenkipper hervor. Hier steht ein echtes Arbeitstier der handfesten Sorte vor uns. Das Überraschende ist der Blick aufs Heck: Dort prangt die ungewohnte Typenbezeichnung TGE 3.190.

Exklusives Upgrade: MAN TGE 3.190 mit 190 PS von Abt

Varia-Box für Werkzeug und Gerät | Foto: Randolf Unruh
Varia-Box für Werkzeug und Gerät | Foto: Randolf Unruh

Der Blick unter die Kippbrücke zeigt eine angetriebene Hinterachse und es folgt die Auflösung: MAN bietet nach dem TGE-Fronttriebler nun exklusiv ebenfalls für den Hecktriebler eine leistungsgesteigerte Variante an. Das heißt 140 kW (190 PS) statt bislang maximal 120 kW (163 PS), entstanden in Zusammenarbeit mit Autoveredler Abt. Exklusiv bedeutet sortenrein MAN, der Zwillingsbruder VW Crafter verzichtet. Lieferbar ist der Zusatzschub durch die Spezialabteilung MAN Individual für sämtliche Ausführungen des TGE, beispielsweise für Einsätze mit Anhänger oder hohen Lasten – inklusive einer Werksgarantie von MAN, versteht sich. Vor der Kippbrücke hat Schoon seine Varia-Box angesiedelt, ein Werkzeugkasten über die gesamte Fahrzeugbreite bis auf Dachhöhe. Außen verschlossen durch Rolltore, innen veredelt mit einem Auszug und verstellbaren Einlegebrettern.

Gedeiht die grüne Branche?

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Die Kombination fährt hier als Viertonner und verfeinert mit einem Automatikgetriebe. Aber trotz der Muskeln unspektakulär und souverän. So wünscht man sich das, vor allem im gewerblichen Einsatz.

Kofferaufbau und Schiebeplane: Maßgeschneidert für den GaLaBau

MAN mit Mumm: Diese Typenbezeichnung sollte man sich merken. | Foto: Randolf Unruh
MAN mit Mumm: Diese Typenbezeichnung sollte man sich merken. | Foto: Randolf Unruh
Ohnehin zählen aufbauten zu den Lieblingsthemen rund um den MAN TGE. Wie zum Beispiel der ebenfalls eher unscheinbare TGE 3.140 mit Kofferaufbau von Junge. Sparsam ausgestattet vorn mit einem Schaltgetriebe, oben mit Dachspoiler und hinten mit einem Aufbau von rund 18 Kubikmeter Volumen. Dazu eine leichte Ladebordwand Typ Bär Cargolift mit lediglich zwei Hubzylindern. Dezent, aber für einen 3,5-Tonner völlig ausreichend motorisiert. Ein Brot-und-Butter-Transporter, ein schlichter Macher, über dessen Erwerb man nicht groß nachgrübeln muss. Aber durchdacht, mit einem speziell abgestimmten Fahrwerk für Hochlast-Fahrzeuge, das betrifft Federung, Dämpfung und Stabilisator. Passt und sitzt ohne große Diskussionen. Es gibt schließlich im GaLaBau Betriebe, die hochwertige Pflanzen und teures Gerät lieber in geschlossenen Aufbauten transportieren. Wer ganz schnell ran will an die Ladung, wählt eine Variante mit seitlicher Schiebeplane.

Ackermann-Dreiachser: Der 7,5-Tonnen-Riese ohne Wochenendfahrverbot

Unauffälliger Koffer: TGE mit Junge-Koffer, Motto „quadratisch, praktisch, gut“. | Foto: Randolf Unruh
Unauffälliger Koffer: TGE mit Junge-Koffer, Motto „quadratisch, praktisch, gut“. | Foto: Randolf Unruh
Der grellgelbe Dreiachser nebenan wäre wieder ein typischer Fall für die neue Leistungssteigerung. Aufbauer Ackermann aus dem Allgäu setzt an ein Fünftonner-Fahrgestell mit Zwillingsbereifung eine dritte Achse an. Macht 7,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse und bis zu 3,6 Tonnen Nutzlast. Die Kombination könnte glatt einen klassischen TGE huckepack nehmen. Die dritte Achse trägt 2,8 Tonnen, das ergibt zusammen mit Vorderachse (2,2 t Achslast) und der zwillingsbereiften zweiten Achse (3,2 t Achslast) angemessene Reserven. Da die Achse fest montiert ist, hat man es nicht mit einer Fahrzeugkombination, sondern mit einem Komplettfahrzeug zu tun, fällt also nicht unter das Wochenend-Fahrverbot. Das Fahrzeug gibt’s mit mannigfachen Aufbauten, darunter Pritschenwagen und Kipper. Im Vergleich zum klassischen 7,5-Tonner entfällt die Kraxelei ins Fahrerhaus, ohne Fracht liegt der Riese stramm aber nicht übermäßig hart auf der Straße. Dank starrer dritter Achse rollt die Fuhre unerschütterlich geradeaus und ist nicht unbedingt gelenkig.

Edler Look: Lion X und Black Package von MAN Individual

MAN TGE Lion X: Transporter im Offroad-Look. | Foto: Randolf Unruh
MAN TGE Lion X: Transporter im Offroad-Look. | Foto: Randolf Unruh
Der Lion X von der Spezialabteilung MAN Individual bietet viel schöne Optik: Unterfahrschutz an Front und Heck, Radlaufblenden, Spiegelkappen mit symbolischen Krallenspuren vom MAN-Löwen, dunkel eingefasstes Heckportal. Die Liste der Extras umfasst einen schwarz lackierten Kuhfänger und seitlich schützende Schwellerrohre. Drinnen taucht das „X“ dieses Löwen an Türverkleidungen und Einstiegsgriffen auf. Allradantrieb kann beim Lion X sein, muss aber nicht. Zuviele Extras? Dann passt vielleicht das Black Package von MAN Individual mit einem dezenteren und doch glänzenden Auftritt. Im Sonnenlicht funkeln schwarzglänzende Applikationen von der Kühlermaske über die Augenbrauen oberhalb der Scheinwerfer und die Spiegelkappen bis zu Dachkantenspoilern am Heck. Wichtig für Fuhrparks: Dieser Auftritt ist mit sämtlichen Fahrzeugfarben kombinierbar.

Damit nicht genug. Zur Feier von zehn Jahren TGE hat sich MAN landesspezifisch ausgestattete Sondermodelle einfallen lassen. In Deutschland ausgestattet mit LED-Hauptscheinwerfern, Klimaanlage Climatronic, Sitzheizung, Rückfahrkamera und Ganzjahresreifen – sozusagen ein Allwetter-Transporter.

Lifetime Connectivity: Digitale Dienste ohne Abo-Gebühren

Black Package: rundum glänzend aufgehübschter TGE. | Foto: Randolf Unruh
Black Package: rundum glänzend aufgehübschter TGE. | Foto: Randolf Unruh

Schließlich folgt noch das Stichwort Lifetime Connectivity. Ein Thema vor allem für jene, die nicht nur um den Kirchturm herum unterwegs sind. Im TGE sind jetzt alle digitalen Dienste wie Karten-Updates, Over-the-Air-Updates, Nachrichten- und Wetter-App sowie das digitale Handbuch für mindestens zehn Jahre ohne Zusatzkosten und ohne Abonnement an Bord. Das vermeidet die anderswo üblichen ärgerlichen Extrakosten nach einer gewissen Nutzungsdauer. Das wäre dann die Variante für den Controller im Betrieb.

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