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Baugenehmigungen: Aufwärtstrend beim Wohnungsbau mit Fragezeichen

Baugenehmigungen: Aufwärtstrend beim Wohnungsbau mit Fragezeichen
Keine echte Trendwende im Wohnungsbau: Trotz steigender Genehmigungszahlen verharren die realen Bauaktivitäten auf einem niedrigen Niveau. | Foto: SFS/Jörg Puchmüller

Der Aufwärtstrend bei den deutschen Baugenehmigungen verfestigt sich weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen von Januar bis Juli 2026 um 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch warnt die Bauwirtschaft vor verfrühtem Optimismus.


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In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 genehmigten die deutschen Baubehörden insgesamt 148.800 Wohnungen im Neubau und im Bestand. Allein im Juli 2026 lag die Zahl mit 22.500 Einheiten um 1,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Der Zuwachs wird maßgeblich durch den Neubau von Mehrfamilienhäusern getragen, der im Siebenmonatsvergleich um 15,1 Prozent auf 79.700 Wohnungen zulegte. Auch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Baugenehmigungen im selben Zeitraum um 13,0 Prozent auf insgesamt 36.800 Wohnungen an.

Baugenehmigungen im Wohnungsbau (Januar bis Juli 2026)

Gebäudeart

Baugenehmigungen absolut

Veränderung zum Vorjahreszeitraum

Wohnungen gesamt (Neu- und Umbau)

148.800

+12,9 %

Wohnungen in neuen Wohngebäuden

121.200

+13,5 %

Mehrfamilienhäuser (Neubau)

79.700

+15,1 %

Einfamilienhäuser (Neubau)

27.900

+9,7 %

Zweifamilienhäuser (Neubau)

8.900

+25,0 %

Wohnheime (Neubau)

4.700

-6,2 %

Erholung startet auf historisch niedrigem Niveau

Trotz der positiven Signale mahnt die Bauwirtschaft zur Zurückhaltung. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, verweist auf den anhaltend hohen Bedarf im Land: „Der vorsichtige Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen verstetigt sich. Damit bleibt es bei dem positiven Signal für den Wohnungsbau. Gleichzeitig gilt jedoch, dass diese Erholung von einem historisch niedrigem Niveau startet. Der riesige Bedarf von jährlich rund 320.000 Wohnungen steht weiterhin einer viel zu geringen Bautätigkeit gegenüber.“

Entwurf zum Gebäudetyp E endlich umsetzen

Um das Bauen in Deutschland zu beschleunigen und die Kosten zu senken, fordert die Bauwirtschaft eine zügige Umsetzung gesetzlicher Erleichterungen. Hierzu gehören das geplante Baugesetzbuch-Upgrade und die rechtliche Verankerung des Gebäudetyp E zur Reduzierung verzichtbarer Komfortstandards. „Baukosten runter! Der Gebäudetyp E ist der richtige Hebel dafür. Dafür muss der Entwurf aber endlich raus aus der politischen Beratungsschleife. Mehr Tempo ist gefragt“, so Pakleppa. Sorge bereite der Branche zudem die politische Debatte über geplante Kürzungen im Bundeshaushalt beim Neubau-Etat für das Jahr 2027.

Auftragsstornierungen bleiben ein Warnsignal

Die Skepsis der Bauwirtschaft wird durch die anhaltende Schwäche bei den realen Baubeginnen gestützt. Der reale Auftragseingang im Wohnungsbau verharrt weiterhin im Minus. Zudem meldete das Ifo-Institut für den Monat August 2026, dass rund 13 Prozent der befragten Betriebe von Auftragsstornierungen betroffen waren, heißt es vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für den Wohnungsbau bereits nach unten revidiert und rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit rückläufigen Bauinvestitionen. Der HDB hat daraufhin seine Jahresprognose für den Wohnungsbau von plus 2,0 Prozent auf nur noch 0,5 Prozent gesenkt.

Hohe Zinsen und Baukosten belasten Investoren

HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller sieht die Ursachen für die zögerliche Umsetzung in der schwierigen Finanzierung: „Die hohen Baukosten in Kombination mit den gestiegenen Zinsen und schwierigen Finanzierungsbedingungen setzen Investoren und Bauherren unter Druck. Zunehmende Meldungen über Liquiditätsengpässe und sinkende Eigenkapitalquoten spiegeln wider, wie angespannt die Situation ist.“ Dass in den Bundeshaushaltsverhandlungen erneut kein deutliches Wachstumssignal für den Wohnungsbau gesetzt werde, sei das falsche Signal zur falschen Zeit.

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