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Baugenehmigungen 2026: ZDB, HDB und Ifo warnen vor Bauflaute

Baugenehmigungen 2026: ZDB, HDB und Ifo warnen vor Bauflaute
Die Baugenehmigungen steigen, doch ZDB, HDB und Ifo-Institut warnen: Hohe Baukosten, Zinsen und Auftragsmangel bremsen den Wohnungsbau. | Foto: Plansite

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt weiter zweistellig. Die Verbände von Baugewerbe und Bauindustrie dämpfen jedoch die Erwartungen. Hohe Baupreise, teure Finanzierungen und eine unklare Förderkulisse verhindern, dass aus den Genehmigungen auch tatsächliche Bauaufträge für den Wohnungsbau werden.

Das Statistische Bundesamt verzeichnet für die ersten fünf Monate des Jahres 2026 ein deutliches Plus. Mit 104.700 genehmigten Wohnungen stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4 Prozent. Besonders Mehrfamilienhäuser legen mit einem Zuwachs von 18,9 Prozent auf 56.100 Wohneinheiten zu. Auch bei Einfamilienhäusern (plus 12,6 Prozent) und Zweifamilienhäusern (plus 21,6 Prozent) zeigen die Kurven nach oben.

Bauherren scheuen die Umsetzung

Trotz dieser Zahlen warnt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) vor falschem Optimismus. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa sieht den Aufwärtstrend nur auf dem Papier. Zwar seien die Genehmigungen ein Frühindikator, wie sich der Wohnungsbau in den nächsten Jahren entwickeln könne, die reale Umsetzung aber hänge von den Kosten ab. „Die Neubaupreise für Wohngebäude sind im Mai um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen“, zitiert Pakleppa die amtliche Statistik. Material, Energie und Finanzierung verteuerten sich gleichzeitig, so dass viele Kalkulationen der Bauherren scheiterten.

Zehntausende Genehmigungen erloschen

Im vergangenen Jahr verfielen laut ZDB über 35.000 Baugenehmigungen, primär bedingt durch hohe Finanzierungskosten. „Wir müssen raus aus dem lähmenden Ankündigungsmodus von Maßnahmen und dringend in die Umsetzung kommen“, fordert Pakleppa. Ein zentraler Hebel zur Kostensenkung sei der Gebäudetyp E. Zudem müsse die Sonder-AfA an den Standard EH-55 statt EH-40 gekoppelt werden. Bei der Förderung im EH-55-Programm bemängelt er zu hohe und volatile Zinsen sowie fehlende Klarheit bei der KfW-Förderung ab 2027.

Krise im Wohnungsbau hält an

Ganz ähnlich schätzt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) die Lage ein. „Die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist gut, aber sie kommt bislang nicht in den Auftragseingängen an“, sagt Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller. Die Branche befinde sich weiterhin in einer schwierigen Phase. „Die Krise im Wohnungsbau ist daher noch lange nicht überwunden“, so Müller. Investoren hielten sich angesichts geplanter Kürzungen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bei energetischen Bestandssanierungen sowie einer unklaren Förderkulisse spürbar zurück.

Baukosten strukturell senken

Um den Markt zu stabilisieren, verlangt der HDB verlässliche Programme und direkte Maßnahmen gegen steigende Baukosten. „Um den Wohnungsmarkt zu stützen, braucht es jetzt gut gestaltete staatliche Förderprogramme, aber auch Maßnahmen, die wirksam bei den Baukosten ansetzen“, fordert Müller. Der Weg dorthin führe über veränderte Prozesse: „Nur durch eine stärkere Digitalisierung, serielle und modulare Bauweise, eine Integration von Planung und Bau sowie kostenreduzierte Normen können Kostensenkungen im Wohnungsbau ohne Verzicht auf hohe technische Standards realisiert werden.“

Geschäftsklima erleidet erneuten Dämpfer

Die Stimmung im Wohnungsbau verdüstert sich derweil weiter. Laut Ifo-Institut sank das Geschäftsklima im Juni von minus 29,5 auf minus 31,0 Punkte. Auch die Perspektive für die nächsten Monate beurteilen die Firmen negativer – die Erwartungen fielen auf den niedrigsten Stand seit März 2025. „Die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung hat erneut einen Dämpfer erhalten. Viele Unternehmen sehen derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung des Wohnungsbaus“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.

Fehlende Aufträge und Materialengpässe

Im operativen Geschäft steigt der Druck. Der Anteil der Unternehmen mit zu wenigen Aufträgen kletterte laut ifo auf 43,7 Prozent, während die Stornierungsquote mit 11,4 Prozent auf einem hohen Niveau verharrt. Zudem klagen 9,7 Prozent der Betriebe über Materialengpässe bei Vorprodukten. „Die Unternehmen kämpfen trotz steigender Baugenehmigungen weiterhin mit einer schwachen Nachfrage“, bilanziert Wohlrabe. Eine baldige Besserung schließt er aus: „Ein Rückgang der Stornierungen würde die fehlenden Neuaufträge nicht ausgleichen und deshalb keine Trendwende einleiten.“

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