Neues Verfahren
Harzinjektion im Kanal

Die Sanierung von Anschlüssen im begehbaren Kanal gehört zu den technisch anspruchsvollsten Aufgaben der Kanalsanierung – besonders dann, wenn Altanschlüsse bereits ausgebrochen sind und im laufenden Betrieb wieder dicht und tragfähig an den Hauptkanal angebunden werden müssen. Mit Hutmaxinject Harz hat die Kanaltechnik Schuster ihr Systemprogramm um eine Harzverpressung erweitert, die genau für solche Fälle ausgelegt ist. Wie sich das neue Verfahren im echten Baustelleneinsatz bewährt, zeigt der Ersteinsatz im bayerischen Manching.

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Ausgangspunkt für das Hutmax-Systemprogramm war das gleichnamige Hutprofil, ein aus der Baustellenpraxis entwickeltes System zur Anbindung an Inliner und im Reparaturbereich in begehbaren Kanälen. Daraus entwickelte das Unternehmen Kanaltechnik Schuster mit Hutmaxinject die Mörtelverpressung für den Reparaturbereich in Betonkanälen. Dabei wird eine hergestellte Ringnut mit zementgebundenem Mörtel verpresst.
Als jüngste Erweiterung gibt es nun Hutmaxinject Harz: Auch hier wird eine Ringnut hergestellt, verpresst wird jedoch mit einem Epoxidharz. Anders als die auf den Betonkanal ausgerichtete Mörtelverpressung, lässt es sich auch bei anderen Rohrmaterialien und Einbausituationen einsetzen.
Mörtel- und Harzverpressung stehen dabei nicht in einem Nachfolgeverhältnis zueinander, sondern werden je nach Rohrmaterial und Randbedingungen vor Ort als zwei gleichrangige Verfahren nebeneinander eingesetzt.
Die Baustelle in Manching: Ersteinsatz von Hutmaxinject Harz bei Steinzeug-Anschlüssen
Wie sich das erweiterte Systemprogramm in der Praxis bewährt, zeigte sich beim Projekt in Manching – dem ersten praktischen Einsatz des Materials überhaupt. Im dortigen begehbaren Hauptkanal der Dimension DN 600/900 waren 18 Altanschlüsse aus Steinzeug ausgebrochen.

Die schadhaften Steinzeug-Zuläufe mündeten in den bestehenden Betonkanal und mussten wieder dicht und kraftschlüssig an diesen angebunden werden – eine Materialkombination aus Steinzeug-Zulauf und Beton-Hauptkanal, für die sich die Harzverpressung aufgrund ihres breiteren Einsatzspektrums anbot.
An allen 18 Anschlüssen wurde nach demselben Prinzip vorgegangen: Zunächst wurde die Ringnut im Anschlussbereich hergestellt, anschließend das Reaktionsharz über die Injektionsöffnungen des Anpressschilds kontrolliert in die Nut verpresst. Nach dem Aushärten des Harzes entsteht ein form- und kraftschlüssiger Verbund, der die Dichtheit des sanierten Anschlusses wieder sicherstellt.
Optimierung im laufenden Betrieb: Verpressvorgang und Fließverhalten
Als Ersteinsatz eines neu entwickelten Verfahrens lieferte die Baustelle in Manching wertvolle Praxiserkenntnisse: Im laufenden Einsatz zeigte sich, dass sich der Verpressvorgang durch größer dimensionierte Injektionsöffnungen im Anpressschild noch weiter optimieren lässt.

Die Vergrößerung der Öffnungen verbessert das Fließverhalten des Harzes und erhöht den Durchfluss, wodurch sich der eigentliche Injektionsvorgang beschleunigt. Ansonsten verlief der Einsatz nach Plan: Alle 18 Anschlüsse konnten wie vorgesehen dicht und kraftschlüssig an den Betonkanal angebunden werden.
Unabhängig von der Harzverpressung kam im selben Projekt außerdem, in einem zuvor Inlinerrenovierten Kanalabschnitt, ein Hutmax-Hutprofil zum Einsatz. Manching zeigt damit exemplarisch, wie die verschiedenen Verfahren des Systemprogramms je nach Anschlusssituation gezielt und auch parallel innerhalb eines Projekts eingesetzt werden können.
Fazit und Ausblick: Zuverlässige Kanalsanierung unter realen Baustellenbedingungen
Der Ersteinsatz des Materials in Manching hat gezeigt, dass sich die Harzverpressung auch unter realen Baustellenbedingungen bewährt – bei ausgebrochenen Anschlüssen im Betonkanal ebenso zuverlässig wie vorgesehen. Die aus dem Einsatz gewonnene Erkenntnis zu den Injektionsöffnungen fließt bereits in die Weiterentwicklung des Anpressschilds ein. Die Systemfamilie wird von der Kanaltechnik Schuster kontinuierlich weiterentwickelt, mit dem Ziel, für unterschiedliche Kanal- und Anschlusssituationen jeweils das passende Verfahren anzubieten.
Autor: Daniel Schuster, Kanaltechnik Schuster GbR, Horhausen
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