Kommunale Klimaanpassung
Initiative fordert dauerhafte Finanzierung für Stadtgrün

Um Städte vor Hitze und Starkregen zu schützen, muss der Ausbau grün-blauer Infrastruktur dauerhaft finanziert werden. Das forderten vier Branchenverbände im Zusammenschluss als „Initiative Grün für Stadt und Land“ beim Parlamentarischen Abend in Berlin. Bund und Länder sollen Kommunen sollen bei der Klimaanpassung unterstützen und das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz langfristig absichern.
Stadtgrün ausbauen, Klimaanpassung dauerhaft finanzieren und Wasser verantwortungsvoll nutzen: Mit diesen drängenden Themen wandte sich die „Initiative Grün für Stadt und Land“ an die Bundespolitik. Anlässlich des Parlamentarischen Abends am 3. November 2026 forderten der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), der Bund deutscher Baumschulen (BdB), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) und der Zentralverband Gartenbau (ZVG) "bessere politische und finanzielle Rahmenbedingungen für den Ausbau und Erhalt grün-blauer Infrastruktur in Städten und Gemeinden".
Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe: Urbane Transformation der Kommunen
Die Verbände diskutierten mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, wie Bund und Länder die Kommunen bei der Anpassung an Hitze, Trockenheit und Starkregen dauerhaft finanziell unterstützen können. „Klimaanpassung gehört als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz. Unsere Städte und Gemeinden brauchen eine verlässliche Unterstützung durch Bund und Länder, um grün-blaue Infrastruktur auszubauen und dauerhaft zu erhalten“, so BGL-Präsident Thomas Banzhaf.
Grüne Infrastruktur beginnt nicht erst am Straßenbaum, sondern in unseren Betrieben.
– Eva Kähler-Theuerkauf, ZVG-Präsidentin
Prof. Stephan Lenzen, bdla-Präsident, appellierte an die Mitglieder des Bundestags: „Machen Sie die Förderung grün-blauer Infrastruktur zu einer Priorität der urbanen Transformation.“ Er betrachte dies nicht als optionalen Zusatz, sondern als „eine zentrale Investition in die Vorsorge und Nachhaltigkeit unserer Städte". Sie vereine effektive Klimaanpassung mit lebendigen Freiräumen.
EU-Wiederherstellungsverordnung: Naturbasierte Lösungen langfristig finanzieren
Die EU-Wiederherstellungsverordnung setze, betonte die Initiative, langfristige Vorgaben für den Erhalt und die Entwicklung städtischen Grüns. Für deren Umsetzung müssten naturbasierte Lösungen qualifiziert geplant, fachgerecht umgesetzt und dauerhaft gepflegt werden. Investitionen in grün-blaue Infrastruktur dürften nicht an knappen kommunalen Haushalten scheitern, mahnten die Verbände.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz: Förderbedingungen praxistauglich gestalten
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) müsse dafür langfristig abgesichert und seine Förderbedingungen praxistauglich gestaltet werden. Dazu BdB-Präsident Hajo Hinrichs: „Jetzt ist es wichtig, das Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz finanziell so auszurichten, dass noch mehr Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Der massive Ausbau der grünen Infrastruktur muss heute erfolgen, nicht erst nach langwierigen Staatsstrukturreformen.“
Die ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf: „Grüne Infrastruktur beginnt nicht erst am Straßenbaum, sondern in unseren Betrieben. Wer klimaangepasste Städte mit mehr Grün will, muss deshalb die Wasserverfügbarkeit für beides sichern: für das Grün in der Stadt und für seine Produktion.“
Politischer Rückhalt: Agrarausschuss bündelt Brancheninteressen im Bundestag
Der Schirmherr der Initiative ist Hermann Färber, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestages. Dieser Ausschuss ist auf der bundespolitischen Ebene genau für die Themen zuständig, die hinter der „Initiative Grün für Stadt und Land“ (Gartenbau, Landschaftsbau und Baumschulen) stehen.
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„Die Stärkung der grün-blauen Infrastruktur ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, Stadt und Land klimafreundlich umzubauen. Ziel muss es sein, Lebensräume zu schaffen, die der Lebensqualität, der Begegnung und der Gesundheit der Menschen dienen", betonte Färber. „Ohne die Expertise des Garten- und Landschaftsbaus, ohne die Produkte aus Gärtnereien und Baumschulen, wird dies nicht gelingen.“
Im Anschluss an die große Gesprächsrunde konnten die Teilnehmenden mit den Abgeordneten einzelne Themen zu Maßnahmen zur Klimaanpassung mit grün-blauer Infrastruktur weiter vertiefen. Hermann Färber bezeichnete den Austausch als „erkenntnisreichen Dialog zwischen Politik und Praxis".
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