Wohnungsbau
Holzindustrie fordert Nachbesserungen beim Vergaberecht

Ist die Wohnungsnot in Deutschland zum Teil hausgemacht? Diesen Vorwurf erhebt zumindest der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH). Dieser fordert nun pünktlich zur Bauministerkonferenz in Berlin, die Vergaberechtsreform für serielles und modulares Bauen umzusetzen. Denn dies ermögliche mehr kostengünstige Mietwohnungen.

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Im mehrgeschossigen Wohnungsbau werden laut HDH gerade einmal neun Prozent seriell und modular vorgefertigt gebaut. Der Verband verweist auf eine eigene Analyse auf Basis der Baugenehmigungszahlen 2025 des Statistischen Bundesamtes. Mehr als 90 Prozent der mehrgeschossigen Wohnbauten werden demnach weiterhin konventionell gebaut. Das bedeutet zuerst das Gemäuer, dann das Dach, die Fenster und Türen, danach der Innenausbau mit Elektrik und Hausversorgung.
Dagegen werden beim seriellen und modularen Bauen Wände oder ganze Räume in der Produktionshalle fertig montiert. Auf der Baustelle müssen die Elemente dann nur noch zusammengefügt werden, und das Haus wird innerhalb weniger Wochen schlüsselfertig übergeben.
Holzindustrie: Was serielles und modulares Bauen hemmt
Der HDH kritisiert nun, dass ein Jahr nach dem einstimmigen BMK-Beschluss zum Abbau vergaberechtlicher Hürden der Bund das Vergaberecht zwar geändert habe, jedoch die strikte Losvergabe im Wohnungsbau unangetastet ließ. Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge: „Wenn bei Ausschreibungen für mehrgeschossige Wohnungen weiterhin strikt Gewerk für Gewerk ausgeschrieben werden muss, bleibt die serielle und modulare Bauweise die Ausnahme.“
Die Bauministerkonferenz, die am 10. und 11. September 2026 in Berlin tagt, müsse den Bund erneut auffordern, die Losvorgabe im Vergaberecht zu flexibilisieren. „Dabei geht es uns nicht um die Abschaffung der grundsätzlichen Vorgabe, Aufträge in mehrere Lose zu teilen, um den Mittelstand zu schützen“, so Ohnesorge, „die überwiegende Anzahl unserer Betriebe sind Mittelstandsbetriebe.“ Aber der aktuelle Grundsatz verhindere zu oft die gewerkeübergreifende Ausschreibung, die im Holzfertigbau notwendig sei, um das volle Potenzial dieser Bauweise für den Wohnungsbau zu heben.
Fertighausanteil steigt seit Jahren

Dass die Holzfertigbauweise grundsätzlich wettbewerbsfähig sei, untermauert der HDH mit Verweis auf den Einfamilienhausbau: Nach Berichten des Bundesverbands Deutscher Fertigbau steige der Fertighausanteil seit Jahren kontinuierlich. Mittlerweile werde mehr als jedes vierte Einfamilienhaus als Fertighaus gebaut.
Von den seriell und modular gebauten mehrgeschossigen Gebäuden entfallen laut HDH rund 85 Prozent auf den Holzfertigbau. Serielles und modulares Bauen sei damit in der Praxis vor allem Holzbau. Diese Bauweise könne zugleich helfen, CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu reduzieren, und leiste damit einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen.
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Quelle: HDH
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