Nordbau 2026
Norddeutsche Bauindustrie nimmt Milliarden-Projekte in den Fokus

Wer behauptet, der Bau sei gänzlich unattraktiv, hat die aktuellen Tarifverträge nicht gelesen: Bis zu 1.610 Euro kassieren Auszubildende hier im dritten Jahr. Auf der Nordbau 2026 zeigt der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein nicht nur, wie lukrativ die Branche ist, sondern liefert auch Diskussionsstoff zu den größten Baustellen des Nordens.

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Der Kampf um die klügsten Köpfe auf dem Bau wird auch über den Geldbeutel entschieden. Mit einer tariflichen Ausbildungsvergütung von 1.122 Euro im ersten und bis zu 1.610 Euro im dritten Lehrjahr gehören die Bauberufe zur absoluten Spitzenklasse in Deutschland. Am Messestand 1416 in Halle 1 geht es deshalb ab Mittwoch, dem Eröffnungstag der Nordbau 2026, vor allem um Karriere: Schüler können am Messe-Donnerstag bei der Aktion „nordjob bau:Technik“ in kurzen Vorstellungsgesprächen direkt mit Branchenriesen wie Strabag oder Eurovia anbandeln.
Kieler Stadion und Hamburger U5 im Rampenlicht

Abseits der Nachwuchssuche liefert der Bauindustrieverband am Freitag und Samstag echten Zündstoff für Praktiker. In Kurzvorträgen berichten Ingenieure über die anspruchsvollsten Großbaustellen Norddeutschlands. Im Fokus stehen der extrem komplexe Umbau des Stadions von Holstein Kiel, der Ersatzneubau der staugeplagten Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal und der Vortrieb für die neue Hamburger U-Bahn-Linie 5 – ein Megaprojekt, das die Tunnelbauer vor enorme Herausforderungen stellt.
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VDBUM-Podcasts: Abrechnung mit Bahn und Bundeswehr
Besonders spannend könnte es bei den Live-Podcasts des Partner-Verbandes VDBUM auf der Forum-Empore werden. Der frisch gewählte Verbandschef Dr. Claus-Christian Ehrhardt stellt sich den unbequemen Fragen der Branche. Am 9. September um 12:30 Uhr geht es um die „Flickschusterei und fehlende Planungssicherheit“ beim Bahnbau der DB InfraGO. Einen Tag später folgt die Debatte über den Infrastrukturbau der Bundeswehr – ein Bereich, in dem derzeit extrem viel Geld auf absurd knappe Bauzeiten trifft.
Digitalisierung am Bau ist längst Realität
„Die Bauindustrie baut, was der Norden für seine Zukunft braucht: Wohnungen, Straßen, Brücken und moderne Infrastruktur. Digitalisierung und KI unterstützen uns dabei längst im Arbeitsalltag“, betont Hauptgeschäftsführerin Manja Biel. Dass der Bau längst kein reiner Knochenjob mehr ist, sondern von Vermessungs-Drohnen, 3D-Baggersteuerungen und künstlicher Intelligenz dominiert wird, zeigt der Verband gemeinsam mit seinen ausstellenden Mitgliedsbetrieben wie Johann Bunte, Leonhard Weiss und Zech Hochbau auf der gesamten Messefläche.
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