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Entlastungsprämie sorgt in Bauwirtschaft und Handwerk für Kritik

Entlastungsprämie sorgt in Bauwirtschaft und Handwerk für Kritik
Der Faktor Arbeit für Bau und Handwerk könnte teuer werden. Die Branche kritisiert die Entlastungsprämie des Bundes. | Foto: Röben Tonbaustoffe (Archivbild)

Die Bundesregierung ermöglicht Unternehmen ab 2026 die Auszahlung einer steuerfreien Entlastungsprämie bis 1.000 Euro an Beschäftigte. Ein Anspruch besteht jedoch nicht – Firmen können, müssen aber nicht zahlen. Aus Bau- und Handwerksbranche hagelt es Kritik: Die Maßnahme verschiebe staatliche Verantwortung auf knappe betriebliche Spielräume.


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Die Prämie ist Teil eines Koalitionsbeschlusses zur Entlastung bei steigenden Energie- und Spritkosten. Ergänzt wird sie durch ein Energie-Sofortprogramm mit einer zeitlich begrenzten Senkung der Energiesteuer um 17 Cent brutto pro Liter Diesel und Benzin.

Besonders in der Baubranche wird das Modell skeptisch gesehen: Viele Betriebe kämpfen mit explodierenden Material-, Energie- und Lohnkosten. Eine freiwillige Sonderzahlung ist für sie oft nicht finanzierbar – dennoch schüre der Staat falsche Erwartungen bei den Mitarbeitern.

Scheinentlastung auf Kosten der Unternehmen?

Michael Hilpert, Präsident des Zentralverbands Sanitär, Heizung, Klima (SHK), spricht von einer Scheinentlastung auf Kosten des Handwerks: „Was hier als schnelle Hilfe verkauft wird, bedeutet in der Praxis: Der Staat verteilt Versprechen – und die Unternehmer sollen zahlen. Gerade in einer Phase steigender Kosten ist das ein falsches Signal.“

Dem stimmt Ulrich Marx, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), zu: „Die Prämie kommt zur Unzeit. Angesichts explodierender Materialpreise ist sie für viele Betriebe nicht finanzierbar.“ Statt symbolischer Maßnahmen fordert er strukturelle Entlastungen.

Bau- und GaLaBau ohne Reserven

Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, sieht die Koalitionsklausur als „enttäuschend“: „Statt Entlastungen für Betriebe wälzt die Regierung Kosten auf Unternehmen ab.“ Ähnlich äußert sich Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL): „Kleine und mittlere GaLaBau-Betriebe haben durch Preissteigerungen keinen Spielraum für solche Zahlungen.“

Konkreter Vorschlag aus dem Mittelstand

Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB), warnt vor einer Verteuerung des Arbeitsfaktors. Sein Vorschlag: „Die Prämie sollte steuer- und abgabenfrei direkt am Bruttolohn ansetzen – dann entlastet sie Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen, ohne zusätzliche Kosten.“

Die Verbände fordern echte Entlastungen bei Energiepreisen, Abgaben und Bürokratie. „Eine Prämie löst keine strukturellen Probleme“, betonen sie einhellig. Nur nachhaltige Maßnahmen könnten Planungssicherheit für Investitionen und Beschäftigung schaffen.

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