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B_Iumweltbau

Grabenlose Branche fordert frĂŒhzeitiges Handeln

Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten, insbesondere die Eskalation rund um den Iran, setzt die Bauwirtschaft unmittelbar unter Kostendruck. Steigende Öl- und Gaspreise wirken direkt auf zentrale Kostenpositionen. Dazu zĂ€hlen Diesel fĂŒr Baumaschinen ebenso wie energieintensive Materialien.

Nahost Konflikt & Bauwirtschaft: BGT fordert Handeln gegen Preisdruck
Aufgrund des Krieges im Nahen Osten kommt es auf Baustellen zu Verzögerungen; der BGT fordert schnelle Lösungen und eine faire Risikoverteilung, um die Bauwirtschaft zu entlasten. | Foto: B_I MEDIEN/KI-generiert

Bereits in den ersten Tagen des Konflikts sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Die Gaspreise in der EU legten zeitweise um bis zu 50 Prozent zu, Ölpreise stiegen ebenfalls deutlich, es wurde zeitweise ein Ölpreis von ĂŒber 120 US-Dollar pro Barrel erreicht. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Grabenlos (BGT), Benedikt Stentrup, erlĂ€utert: „Energie ist der zentrale Kostentreiber. Geopolitische Krisen schlagen sich unmittelbar und mit hoher Geschwindigkeit in den Baupreisen nieder.“

Effekte des Krieges bereits im Markt sichtbar

Erste RĂŒckmeldungen aus der Branche zeigen operative Auswirkungen:

  • Kurzfristige Preiserhöhungen fĂŒr Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • zunehmende Kalkulationsunsicherheit
  • steigende RisikozuschlĂ€ge
  • punktuelle RĂŒcknahme von Angeboten oder zusĂ€tzliche AufschlĂ€ge auf Leistungen

„Die Preisspirale hat bereits begonnen. Unternehmen reagieren auf die hohe VolatilitĂ€t mit kurzfristigeren Preisstellungen und vorsichtigeren Kalkulationen“, so Stentrup.

Neben Bitumen und Zementprodukten geraten weitere zentrale Materialien unter Druck. Besonders betroffen sind auch fĂŒr grabenlose Verfahren typische Werkstoffe wie Polyethylen, Polypropylen, glasfaserverstĂ€rkte Kunststoffe und Harzsysteme, die stark von Öl- und Energiepreisen abhĂ€ngen.

Die Preissteigerungen betreffen zentrale Kostenbereiche:

  • Kunststoffe und Harzsysteme als ölbasierte Produkte
  • PE, PP und GFK
  • Stahl und metallische Komponenten durch energieintensive Herstellung
  • Zement und Beton durch steigende Energiekosten
  • Logistik- und Transportleistungen

Erste Marktanalysen zeigen, dass seit Beginn des Konflikts Preise fĂŒr zahlreiche Rohstoffe und Vorprodukte um 10 bis 50 Prozent gestiegen sind. Die Ursache liegt in der zentralen Rolle von Energie in industriellen Prozessen. Steigende Energiepreise verteuern Produktion, Transport und Vorprodukte gleichzeitig und wirken entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem wirken sich Effekte an den WeltmĂ€rkten zeitversetzt auch auf konkrete Sanierungsprodukte oder Dienstleistungen aus.

Stentrup sagt: „Die aktuellen Preisbewegungen sind erst der Anfang. Viele Materialhersteller informieren bereits proaktiv ĂŒber bevorstehende, spĂŒrbare Preiserhöhungen. Konkrete Zahlen stehen teilweise jedoch noch aus. Die Erfahrung aus frĂŒheren Krisen zeigt, dass sich die Effekte zeitverzögert entlang der gesamten Wertschöpfungskette verstĂ€rken – bis hin auf in die konkreten Bau- und Sanierungsprojekte.“

Grabenlose Bauverfahren sind besonders betroffen und gleichzeitig Teil der Lösung

Grabenlose Bauverfahren sind von der Preisspirale betroffen, da sie stark von spezialisierten Materialien und industriellen Vorprodukten abhÀngen. Dies betrifft beispielsweise Verfahren wie das Schlauchlining mit harzgetrÀnkten Linern, grabenlose Neuverlegung mit Kunststoffrohren, Sanierungsmörtel aber auch alle Logistik- und Maschinenleistungen mit nennenswertem Kraftstoffverbrauch wie z. B. die Kanalreinigung.

Gleichzeitig bieten No-Dig-Verfahren gerade in einem Umfeld steigender Kosten klare Vorteile:

  • kĂŒrzere Bauzeiten, dadurch weniger An- und Abfahrten zur Baustelle
  • geringerer Ressourceneinsatz durch effiziente Materialien und abgestimmte Einbauprozesse
  • ganz- oder teilweiser Wegfall von Bodentransporten oder schweren Baumaschinen wie Bagger, Dumper etc.

„Grabenlose Verfahren können helfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Baukosten zu begrenzen“, erklĂ€rt Stentrup. „Auch wenn die Hersteller und bauausfĂŒhrenden Unternehmen der „Grabenlos-Branche“ von den Turbulenzen an den WeltmĂ€rkten betroffen sind, stellen sie doch weiterhin effiziente Baupartner dar, mit denen die marode, unterirdische Infrastruktur Deutschlands schnell und hochwertig auf Vordermann gebracht werden kann.“ Stentrup weiter: „Sollte der Konflikt anhalten, drohen weitere Preissteigerungen, zunehmende Projektunsicherheit und Verzögerungen in der Umsetzung.“ Wer jetzt nicht handelt, wird spĂ€ter deutlich höhere Kosten tragen.

Politische Forderung: Risiken fair verteilen

Unternehmen können die wirtschaftlichen Risiken geopolitischer Konflikte nicht allein tragen. „Unter den aktuellen, tĂ€glich wechselnden Bedingungen sind viele Projekte wirtschaftlich kaum noch belastbar kalkulierbar“, schĂ€tzt Stentrup ein.

Der BGT fordert:

  • frĂŒhzeitige und transparente Kommunikation zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern
  • verbindliche und anwendbare Preisgleitklauseln
  • rechtssichere Anpassungsmöglichkeiten fĂŒr laufende VertrĂ€ge
  • beschleunigte Vergabeverfahren, um den Zeitraum zwischen Preisbildung und AusfĂŒhrung kĂŒrzestmöglich zu gestalten

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Der BGT wird die angespannte Lage weiterhin intensiv beobachten und ĂŒber die Auswirkungen fĂŒr die grabenlosen Verlege- und Sanierungsverfahren informieren.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Grabenlos (BGT), Benedikt Stentrup, erlĂ€utert: „Energie ist der zentrale Kostentreiber. Geopolitische Krisen schlagen sich unmittelbar und mit hoher Geschwindigkeit in den Baupreisen nieder.“ | Foto: Dommel
Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Grabenlos (BGT), Benedikt Stentrup, erlĂ€utert: „Energie ist der zentrale Kostentreiber. Geopolitische Krisen schlagen sich unmittelbar und mit hoher Geschwindigkeit in den Baupreisen nieder.“ | Foto: Dommel

Quelle: Bundesverband Grabenlos


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