Zinssorgen überschatten Aufwind im Wohnungsbau
Ein Hoffnungsschimmer für den Wohnungsbau: Die Baugenehmigungen steigen deutlich. Doch neue Zinssorgen und steigende Materialkosten bremsen die Euphorie. Die Baubranche warnt, dass aus den positiven Zahlen nicht automatisch neue Wohnungen werden.


Das sind die neuen Prallbrecher der nächsten Generation
Mit der GIPO P 101 GIGA und GIPO P 111 GIGA präsentiert der Schweizer Hersteller zwei neue Prallbrecher, die rein elektrisch betrieben werden können.
Ein kräftiges Plus bei den Baugenehmigungen zu Jahresbeginn nährt die Hoffnung auf eine Trendwende im deutschen Wohnungsbau. Allein im Februar 2026 lag die Zahl der genehmigten Wohnungen 24 Prozent über dem Vorjahresmonat. Doch neue Zinssorgen, steigende Materialkosten durch den Iran-Konflikt und die Lücke zwischen Genehmigung und tatsächlichem Baubeginn trüben die Aussichten.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für die ersten beiden Monate 2026 sind eindeutig: Mit insgesamt 41.700 genehmigten Wohnungen wurde ein Zuwachs von 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt. Getragen wird diese Entwicklung vor allem vom Neubau, der um 17,6 Prozent zulegte. Der für die Schaffung von neuem Wohnraum entscheidende Mehrfamilienhausbau verzeichnete mit 21.900 genehmigten Einheiten sogar ein Plus von 18 Prozent.
ifo: Geschäftsklima im Wohnungsbau trübt sich wieder ein
Trotz der positiven Genehmigungsstatistik hat sich die Stimmung im Wohnungsbau laut dem ifo-Institut im März wieder verschlechtert. Das Geschäftsklima sank, getrieben von pessimistischeren Zukunftserwartungen. „Die Sorge vor wieder steigenden Zinsen belastet die Erwartungen im Wohnungsbau“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Höhere Finanzierungskosten würden die Ambitionen vieler Haushalte beim Hausbau wieder dämpfen.“
Immerhin gibt es im operativen Geschäft Lichtblicke: Die Auftragslage entspannt sich laut ifo langsam. Der Anteil der Firmen, die über Auftragsmangel klagen, sank auf den niedrigsten Wert seit Juli 2023.
Bauverbände: „Besser als gestern ist noch nicht gut“
Die Spitzenverbände der Bauwirtschaft warnen davor, sich von den gestiegenen Zahlen blenden zu lassen. „Wer jetzt die Hände in den Schoß legt, verkennt den Ernst der Situation“, mahnt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Mit 22.200 Genehmigungen im Februar sei man noch weit vom monatlichen Bedarf von mindestens 30.000 Wohnungen entfernt. Zudem sei nicht jede Genehmigung auch ein Bauauftrag.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), verweist auf neue Risiken: „Der Irankrieg wirkt sich jetzt schon teilweise negativ aus.“ Er verteuere nicht nur energieintensive Baustoffe, sondern die hohe Marktunsicherheit werde auch in den Bauzinsen eingepreist. Hohe Kosten und Bürokratie stünden einem tatsächlichen Baubeginn oft entgegen, so Müller.
Bauwirtschaft schlägt weiteren Bau-Turbo vor
Einig sind sich die Verbände in ihren Appellen an die Bundesregierung. Um aus Genehmigungen gebaute Wohnungen zu machen, seien verlässliche politische Rahmenbedingungen nötig. Felix Pakleppa (ZDB) fordert eine langfristig gesicherte Neubauförderung, eine Absenkung der Sonder-AfA auf den EH-55-Standard und einen klaren Rechtsrahmen für den Gebäudetyp E. Tim-Oliver Müller (HDB) schlägt einen „Bau-Turbo II“ vor, der sich auf die Finanzierung konzentriert. Kernpunkte sollten eine Sonderabschreibung für EH55-Gebäude sowie eigenkapitalunterstützende Darlehen sein. Müller: „Dann wäre ein Schub noch in dieser Legislaturperiode möglich.“
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