Auftragsplus von Preis-Schock überschattet
Die Baukonjunktur sendet widersprüchliche Signale: Die Aufträge zogen im Februar real an, der Umsatz jedoch brach witterungsbedingt ein. Eine neue Preiswelle bei Material und Energie überschattet die Lage und macht eine seriöse Kalkulation für die Unternehmen extrem schwierig.


Das sind die neuen Prallbrecher der nächsten Generation
Mit der GIPO P 101 GIGA und GIPO P 111 GIGA präsentiert der Schweizer Hersteller zwei neue Prallbrecher, die rein elektrisch betrieben werden können.
Umsatzeinbruch wegen Frost und Regen
Dass sich die gute Auftragslage nicht in den Bilanzen widerspiegelt, hat laut den Verbänden einen einfachen Grund: das Wetter. Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe brach im Februar um 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. „Ein solcher Rückgang zum Jahresauftakt ist daher kein Konjunktursignal, sondern ein Saisoneffekt“, erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Anders als im überdurchschnittlich milden Februar 2025 hätten Frost und Niederschläge die Bautätigkeit diesmal vielerorts ausgebremst. Diese Einschätzung wird durch den ifo-Konjunkturtest gestützt, bei dem 56 Prozent der Betriebe über witterungsbedingte Störungen klagten – deutlich mehr als die 44 Prozent im Vorjahr.
Preis-Anstieg überschattet positive Auftragslage
Die eigentliche Sorge der Branche gilt jedoch einer neuen Entwicklung, die in den Auftragszahlen vom Februar noch gar nicht abgebildet ist. Der Iran-Konflikt hat die Energie- und Materialpreise explodieren lassen und trübt die Aussichten für das Gesamtjahr erheblich. „Der Iran-Krieg hat die zum Jahreswechsel noch erfreuliche Aussicht für 2026 spürbar eingetrübt“, so Pakleppa. „Wir halten unsere Jahresprognose von 2,5 Prozent realem Wachstum vorerst aufrecht, müssen sie aber unter Vorbehalt der weiteren geopolitischen Entwicklung stellen.“
Tim-Oliver Müller warnt vor den dramatischen Folgen für die Kalkulation: „Derzeit ist eine seriöse Kalkulation von Bauleistungen kaum möglich.“ Er verweist auf konkrete Zahlen, die das Ausmaß belegen: „Die Unternehmen meldeten im März binnen Monatsfrist Preissteigerungen von 25,3 bzw. sogar von 36,4 Prozent. Damit wurden die starken Preissteigerungen in Folge des Angriffskriegs auf die Ukraine im März 2022 fast erreicht, bzw. sogar deutlich überschritten.“ Laut einer DIHK-Blitzumfrage klagen 86 Prozent der Baufirmen über gestiegene Energiekosten, weit mehr als im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.

Probleme im Wohnungs- und Straßenbau
Vom Aufwind im Tiefbau profitieren längst nicht alle Sparten. Der Wohnungsbau habe von den gestiegenen Baugenehmigungen noch nicht profitiert. Auch der Straßenbau sei trotz Beteuerungen der Politik, dass Projekte angestoßen wurden, noch nicht in den Tritt gekommen, so Müller. In den ersten beiden Monaten des Jahres lag der Auftragseingang im Wohnungsbau real 9 bis 10 Prozent unter dem Vorjahr, im Straßenbau wurde kumuliert ein Minus von fast 6 Prozent verzeichnet.
Sondervermögen kommt nicht an
Gerade im öffentlichen Bau vermissen die Bauverbände den nötigen Schwung. „Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ist in den Auftragsbüchern der Betriebe bislang nicht angekommen“, kritisiert Felix Pakleppa. Eine ifo-Analyse habe gezeigt, dass 2025 rund 95 Prozent der Mittel nicht für zusätzliche Investitionen verwendet wurden. „Wenn das so bleibt, verpufft eines der wichtigsten Instrumente dieser Legislaturperiode“, so Pakleppa. Die Bauverbände wiederholen daher ihre Forderungen an die Politik: Neben der Einführung von Preisgleitklauseln sei es dringend notwendig, für verlässliche Förderbedingungen im Wohnungsbau zu sorgen und die Mittel aus dem Sondervermögen endlich wirksam in den Bau zu investieren.
Im Bau kennen wir uns aus!
Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.
Gleich abonnieren!


Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Verwandte Bau-Stichworte:
Top Bau-Stichworte:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.






