50.000 StĂŒck produziert
Caterpillar und Zeppelin feiern den Mobilbagger

Seit fast 40 Jahren baut Caterpillar Mobilbagger, anfangs in Deutschland, seit 2005 in Grenoble. In diesem Jahr lief dort die 50.000. Maschine vom Band - ausgeliefert wurde sie an das Stuttgarter Bauunternehmen Wolff & MĂŒller.
Bei vielen Bauunternehmen sind sie die âBrot- und Buttermaschinenâ: Mobilbagger sind als universell einsetzbare SchlĂŒsselgerĂ€te echte Alleskönner, die mit einer breiten Palette von Anbauwerkzeugen betrieben werden können. Mit ihnen wird mitunter das Geld auf Baustellen im Erd-, Tief- und StraĂenbau verdient. Aufgrund ihrer groĂen MobilitĂ€t sind sie auf Baustellen schneller umzusetzen als Kettenbagger â das erfolgt auf eigener Achse und nur selten per Tieflader. Doch solche VorzĂŒge sind nicht die einzige ErklĂ€rung dafĂŒr, warum diese Form von Cat-Baumaschinen, entwickelt in der Oberpfalz, einen solchen Siegeszug antrat, der jetzt in dem 50.000sten Cat-Mobilbagger mĂŒndete.
Ihren Ursprung haben die Cat-Mobilbagger Anfang der Achtziger Jahre. Weil der Markt Mobilbagger verlangte, Zeppelin diese aber zu der Zeit noch nicht im Lieferprogramm hatte, kontaktierte das Unternehmen damals Sennebogen. Gemeinsam wurde 1982 eine neue Bagger-Baureihe konzipiert, die schon zu dieser Zeit mit ungewöhnlichen Merkmalen aufwartete. So boten die Zeppelin-Mobilbagger ein âzusĂ€tzliches Auslegergelenk, das den Arbeitsbereich speziell im Greifer- und Lasthakenbetrieb erweiterte.â Dieser Auslegertyp war der VorlĂ€ufer des heute allseits ĂŒblichen Verstellauslegers.
Cat-Mobilbagger in Deutschland erfunden
Parallel dazu gab Caterpillar 1983 bekannt, eine neue, kleinere Reihe von Mobilbaggern in Deutschland fertigen zu lassen. Zu diesem Zweck schloss das Unternehmen einen Vertrag mit der Franz Eder Maschinenfabrik im niederbayerischen Mainburg ab, der die Produktion von vier Mobilbaggermodellen vor allem fĂŒr den europĂ€ischen Markt beinhaltete. Die Produktion der 12 bis 19 Tonnen schweren Mobilbagger vom Typ 206, 212, 214 und 224 begann 1984 â dies waren demnach die ersten Cat-Baumaschinen aus Deutschland, das somit als Ursprungsland fĂŒr Mobilbagger gilt.
Caterpillar und Zeppelin entwickeln gemeinsam Mobilbagger
Um der wachsenden Nachfrage bedingt durch die deutsche Wiedervereinigung und den daraus folgenden Bauboom hierzulande Rechnung zu tragen, grĂŒndeten Caterpillar und Zeppelin mit Eder und Sennebogen 1992 in Wackersdorf als Joint Venture das European Excavator Design Center, das EDC, um Mobilbagger entsprechend den KundenwĂŒnschen und Marktanforderungen zu entwickeln. âWir suchten gemeinsam einen Weg, die verschiedenen Philosophien der Baggerbauweisen unter einen Hut zu bringen, Mobilbagger fĂŒr die Praxis zu konstruieren und die beste aller Lösungen umzusetzen. Das war der Beginn einer einzigartigen Partnerschaftâ, erinnert sich Michael Heidemann, der heutige Vorsitzende des Aufsichtsrates der Zeppelin Baumaschinen GmbH. Das Konzept von damals ging auf: 2012 feierte Caterpillar die Produktion seines 25.000. Mobilbaggers â ein erster Meilenstein.
Entwickelt in Wackersdorf, gebaut in Grenoble
Von Deutschland, konkret von Wackersdorf aus, werden noch immer Cat-Mobilbagger fĂŒr ihren weltweiten Einsatz entwickelt und Prototypen gebaut. Das EDC, das seit 2006 komplett zum Caterpillar-Konzern gehört, ist fĂŒr das komplette Design verantwortlich. âDank der kompetenten Ingenieure, die am Puls der Kunden und HĂ€ndler wie Zeppelin sind, wissen wir, welche Funktionen gefragt sind. Um möglichst zeitnah neue Entwicklungen in die Serienproduktion einflieĂen zu lassen, gibt es jĂ€hrliche Produktionsupdates, genannt APU (Annual Product Update). So wird die stĂ€ndige EinfĂŒhrung neuer Technologien und Funktionen in alle Baggerprodukte, einschlieĂlich der Mobilbagger, sichergestelltâ, erklĂ€rt Stephan Ortloff, Managing Director vom EDC in Wackersdorf. Dabei erfolgt eine enge und intensive Zusammenarbeit zwischen dem Werk in Grenoble, was Prozesse und Produktdesigns betrifft. âDie Produktion wird von einem EDC-Vertreter vor Ort unterstĂŒtztâ, so Olivier Huet, als Caterpillar-Werkleiter in Grenoble verantwortlich fĂŒr Mobilbagger. Deren Abnehmer befinden sich in Europa, in Afrika, dem Nahen Osten, in Nordamerika, in Australien und in Neuseeland.
Viele Handgriffe sind nötig, bis ein Mobilbagger das Werk verlĂ€sst, denn jedes GerĂ€t besteht aus 6.500 Teilen. Viele Schritte erfolgen aber auch automatisiert. Beispielsweise wird der untere Rahmen umgedreht montiert, um einen besseren Zugang zum Antriebsstrang zu erhalten, was aber auch dem ergonomischen Arbeiten dient. Wenn dieser fertig ist, wird der untere Rahmen mithilfe eines groĂen, automatisierten Rotators wieder in die richtige Position gebracht, erklĂ€rt Olivier Huet. Die Produktionsschritte werden kontinuierlich verbessert, um die Produktion immer effizienter zu machen. Beispielsweise bekommen Mitarbeiter in der Montage per Tablet Montageanweisungen visualisiert in 3D, so David Duchamp, EXD Manufacturing Engineer Manager in Grenoble. In der Endmontage wirken mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit â noch nicht mitgezĂ€hlt sind die Beteiligten anderer Caterpillar-Standorte, von denen Komponenten wie Motoren zugeliefert werden, oder die Dienstleistungen etwa im Bereich Logistik.
Wolff & MĂŒller erhĂ€lt Cat-JubilĂ€umsbagger

Im Juni 2023 folgte der nĂ€chste Meilenstein: Ein Cat M318, der 50.000. Mobilbagger, lĂ€utete den nĂ€chsten Produktionsrekord ein und wurde JubilĂ€umsmaschine. Sie erhielt ein treuer und langjĂ€hriger Mobilbagger-Kunde von Zeppelin und seiner Niederlassung in Böblingen: das Bauunternehmen Wolff & MĂŒller aus Stuttgart. Der Cat M318 verstĂ€rkt den Maschinenpark, der aus ĂŒber hundert Cat-GerĂ€ten besteht, mit denen Bauleistungen im Hoch- und Industriebau, Tiefbau, StraĂenbau, Stahlbau und der GebĂ€udesanierung erbracht, Rohstoffe gewonnen und Baustoffe produziert werden.
Cat-Mobilbagger auf neuer Plattform
Ausgehend von vier Modellen zu Beginn umfasst das Cat-Mobilbagger-Programm heute acht Modelle. Die Bandbreite reicht vom Cat M314 bis M322 und ist fĂŒr MĂ€rkte mit strengen Emissionsvorschriften gedacht. LĂ€ndern mit anderen Regulierungsvorschriften bezĂŒglich Emissionen stehen die drei Modelle M315 bis M320D2 zur VerfĂŒgung. Seit der EinfĂŒhrung der Baureihe F sind auch Kurzheckmodelle verfĂŒgbar, um innerstĂ€dtische Tiefbaustellen sicher abzuwickeln. Aktuell sind das ein M315, M317 und M319. Eine Besonderheit stellt der M323F dar: Es ist der Zweiwegebagger, der auf einem hydraulischen Schienenradantrieb basiert. FĂŒr das GeschĂ€ft im Recycling und in der Entsorgung entwickelt und konzipiert wurden Umschlagmaschinen vom MH3022 bis MH3040. DarĂŒber hinaus sind die kabelgebundenen Elektro-Materialumschlagmaschinen MH3024 und MH3022 modifizierte Cat-Materialumschlagmaschinen der nĂ€chsten Generation, auf die Kunden in Deutschland zugreifen können, wenn sie alternative Antriebstechnik einsetzen wollen.
2020 wurde bei den Mobilbaggern wie dem M318 ein Generationswechsel eingelĂ€utet. Wie wichtig der Kunde und seine WĂŒnsche fĂŒr den Entwicklungsprozess waren, zeigte sich zuletzt daran, dass âdie wichtigsten Kriterien höhere Leistung, mehr Kraftstoffeffizienz und Fahrerkomfort waren und alle drei Anforderungen mit den Maschinen der nĂ€chsten Generation erreicht wurdenâ, so Stephan Ortloff. Als die neue Baureihe eingefĂŒhrt wurde, hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem EDC und Grenoble noch mal vertieft und eine neue Stufe der Konstruktion fĂŒr die Montage erreicht, fĂŒgt er hinzu. Denn sie basiert auf einer neuen Plattformstrategie. âDas Design fĂŒr die Montage musste von Anfang an berĂŒcksichtigt werden. Dazu gehörten die Anpassung einer weltweiten Montagereihenfolge und die gleichen Verfahren zur Kalibrierung von Funktionen zur Bedienerfreundlichkeit, um nur einige Beispiele zu nennenâ, so Stephan Ortloff. Vorteile der neuen Plattformstrategie zeigen sich bei den Prozessen in allen Bereichen: von der Entwicklung ĂŒber die Fertigung bis zum Kundendienst. Das beinhaltet verbesserte Entwicklungskosten, gleiche Montage- und Fertigungsprozesse in den verschiedenen Werken und gleicher beziehungsweise Ă€hnlicher Service fĂŒr die Maschinen. âDadurch werden auch die Gesamtbetriebskosten fĂŒr unsere Kunden gesenktâ, macht Stephan Ortloff deutlich.
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Mit der neuen Baureihe sollten die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden. JĂŒngste Konstruktionsverbesserungen bieten einen geringeren Kraftstoffverbrauch, ein höheres Schwenkdrehmoment, eine bessere Sicht und Einsparungen bei den Wartungskosten im Vergleich zur vorherigen Modellreihe sowie eine Reihe von Technologien wie Cat Grade, Cat Payload und Cat E-Fence. Ferndiagnosetools wie Remote Troubleshoot und Remote Flash helfen, Servicefahrten zur Baustelle einzusparen und die Effizienz der Maschinenwartung zu erhöhen. KĂŒnstliche Intelligenz (KI) wird in Zukunft auch die Entwicklung von Mobilbaggern noch stĂ€rker beeinflussen. âUnsere Kettenbagger der nĂ€chsten Generation sind bereits mit selbstlernender Software ausgestattet, um etwa die Kalibrierung anzupassen und dem Kunden interaktives Feedback zu gebenâ, berichtet Stephan Ortloff. Er ist ĂŒberzeugt: Die Bedeutung wird mit zusĂ€tzlichen Funktionen und Technologien, die in den Maschinen implementiert werden, noch zunehmen. Das wĂ€re dann wieder ein Meilenstein.
Quelle: Zeppelin Baumaschinen
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