Fahrbericht
Mercedes Arocs Extent 2653: Was taugt der limitierte Edel-Kipper im Test?

Die limitierte Sonderserie Arocs Extent von Mercedes hat für Aufsehen gesorgt. Optisch wie technisch ein Leckerbissen haben wir das exklusive Modell in Form eines leistungsstarken Dreiachskippers mit satten 530 PS unter die Lupe genommen.
Langweilig ist er wahrlich nicht, der Mercedes-Benz Arocs in der Sonderedition Extent. Das auf 100 Exemplare limitierte Modell hebt sich optisch wie teils technisch deutlich vom starr auf die Bauarbeit fokussierten Standard-Arocs der Schwaben ab und lässt Fahrerherzen höherschlagen. Wer gutes Fahrpersonal sucht oder ans Bauunternehmen binden will, darf gerne über Sondermodelle dieser Art intensiv nachdenken. Nichts eignet sich mit Ausnahme von mehr Lohn besser als ein Kipper, der sich aus der Masse der Bau-Lkw wie ein Leuchtturm hervorhebt, seinen Steuermann glücklich macht und von Kollegen wie Kunden auf der Straße sofort erkannt wird.
Sonderedition in Matt-Metallic
Einen solchen schicken Dreiachser hat Mercedes-Benz Trucks 2025 mit dem „Extent“ auf die Räder gestellt, den sich das B_I baumagazin jetzt im Detail anschauen und testen konnte. Der Arocs Extent besticht vor allem durch seine exklusive Metallic-Lackierung im extra für das Modell konzipierten Farbton „Wettergrau matt“. Zusätzlich sorgen die spezielle Beklebung von Frontklappe und Sonnenblende für hohen Wiedererkennungswert. Sie ist von der Struktur schwarzen Marmors inspiriert und prägt den unverwechselbaren dunklen Stil des Lkw. Selbst die Markierungen an der Kabine, die Scheinwerferschutzgitter, die Trittstufe hinter der linken Tür und der zusätzliche Haltegriff am Dach, der den Blick auf die Ladung ermöglicht, sind dunkel in Schwarz gehalten.
Optisch bis ins Detail ein Leckerbissen
Zusätzlich wartet der Arocs Extent mit einer schwarzen Blende hinter dem Mercedes-Stern in Dark-Chrome, widerstandsfähige Achs- und Radmutternschutzkappen aus schwarzem Edelstahl sowie LED-Scheinwerfer und LED-Zusatzscheinwerfer in der Sonnenblende über der Windschutzscheibe auf. Einen gelungenen Kontrast bilden die Accessoires in Aluminiumoptik an Frontstoßstange, Kameragehäusen und Sonnenblende. Darüber hinaus gibt es innen diverse Zierelemente am Armaturenbrett in Carbon Optik, eine markante Extent-Plakette, ein Lederlenkrad und Extra-Line-Ausstattungspaket. Trotz des massiven Aufpimpens bleibt der Baulaster voll einsatzfähig. Jede einzelne Luxus-Ergänzung zum Serienmodell ist so konzipiert, dass sich der Fahrer damit uneingeschränkt auch in schlammigem, staubigem und unebenem Gelände sicher bewegen kann.

Kabine mit Multimedia-Cockpit

Digitales Cockpit mit verbesserter User Experience

Diesel-Motor: Sechszylinder mit 530 PS

Übersichtlicher Arbeitsplatz

Laut und schwer, aber hart im Nehmen
Kraftpaket in der Grube
An Traktion mangelt es dem Testkandidaten nicht. Mühelos überrollt der Arocs Extent kleine Kieskegel und Steinhaufen. Wenn er sich mit vollem Leistungseinsatz aus einer Baugrube schiebt, ist er in seinem Element. Jedenfalls dann, wenn der Getriebewählschalter auf „Manuell“ steht, die Powershift-Automatik macht uns hier weniger Freude. Sie wechselt teils unverhofft die Gänge und geht selbst im „Offroad“-Modus nicht sonderlich zackig zu Werke. Vieles kann der kräftige Dieselmotor ausgleichen, der sich bis tief in den Drehzahlkeller ins Zeug legt. Mit der elektronischen Feststellbremse, eingelegter Längssperre und manuellem Getriebemodus zieht das Gefährt die Hügel in der Grube hinauf. Auch bergab gibt sich der Arocs keine Blöße, die stämmige Hochleistungs-Motorbremse hält den beladenen Solokandidaten mit der vorgegebenen Geschwindigkeit im Gefälle. Die Radbremsen braucht man nicht.

Solider Kipperaufbau
Mit vollem Ladungsträger federt der Arocs bekömmlich. Der Geradeauslauf des Dreiachsers ist tadellos. Im Straßenverkehr zeigt sich das Powershift-Getriebe von der besten Seite. Es schaltet nur so viel, wie es muss und minimiert dadurch die Zugkraftverluste. Mit einer Luftfederung anstelle der Parabelfedern an den Antriebsachsen würde der Arocs Extent sicher noch komfortabler fahren. Der Aufbau in bewährter Meiller-Qualität kann dafür überzeugen. Vorbildlich lässt sich der federunterstütze Heckunterfahrschutz ohne große Kraftanstrengung hochklappen.

Unser Fazit: Digital-Ausstattung spitze, Antrieb mit Schönheitsfehlern
Optisch macht der Arocs Extent einiges her und auch in Sachen Digitalisierung ist das Modell Spitze. Von den Instrumenten im Cockpit über Lenk- und Regensensor bis zum GPS-Tempomat und dem umfassenden Sicherheitspaket stimmt alles. Nur der Antriebsstrang mit dem eher mittelmäßig agierenden Automatikgetriebe und dem lauten, wenn auch kräftigen Motor, könnte etwas besser auf den Dreiachser abgestimmt sein.
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Kleiner Wermutstropfen: Wer das Sondermodell Extent haben will, muss sich auf dem Gebrauchtmarkt umschauen. Die 100 Einheiten hat Mercedes-Benz Trucks schon komplett verkauft. Ob eine weitere Neuauflage vom Arocs kommen wird, ist ungewiss.
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