Forscher entwickeln Textilbeton mit Pflanzenfasern

Normalerweise wird Beton mit Stahl, Carbon oder Glasfasern tragfähig gemacht. Aktuell arbeiten Forscher daran, auch nachwachsende Rohstoffe als Bewehrung einzusetzen, ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Betons. In München ist demnächst eine Betonbrücke zu sehen, die mit den Fasern einer alten Kulturpflanze bewehrt wurde: mit Flachs.
Carbon als Bewehrung für Betonbauteile ermöglicht schlanke und leichte Konstruktionen ohne Korrosionsgefahr. Aber auch Naturfasern können diese Funktion übernehmen. Davon sind die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung am Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) in Braunschweig jedenfalls überzeugt. Sie haben einen Textilbeton entwickelt, bei dem die Fasern durch ein Textil ersetzt wird, das auf Flachs basiert. Der Vorteil: Der Beton bekommt auf diese Weise eine bessere CO2-Bilanz, und auch die Herstellungskosten können so reduziert werden. Dass darunter die Performance nicht leidet, wollen die Forscher im Januar auf der BAU in München beweisen: Dort soll ein Prototyp einer naturfaserverstärkten Betonbrücke präsentiert werden, die einen Querschnitt von nur fünf Zentimetern aufweist.

Flachs aus heimischem Anbau

Beton mit Flachs hält länger
Der Beton ist eine Eigenentwicklung des Zentrums für leichte und umweltgerechte Bauten (ZELUBA) im Fraunhofer WKI. „Der Textilbeton aus Flachs ist höherwertiger als der in Stahlbetonbrücken verbaute Beton“, sagt Jan Binde, Wissenschaftler im ZELUBA. „Die Matrix, also das Gefüge, ist so dicht, dass schädliche Substanzen nicht in den Baukörper eindringen können. Somit ergibt sich eine deutlich höhere Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.“
Im Bau kennen wir uns aus!
Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche. Gleich abonnieren!
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz.


Der Textilbeton mit Flachs ermöglicht geringe Schichtdicken und damit leichte, schlanke Brückenkonstruktionen, die auch von Kraftfahrzeugen überquert werden können. „Eine Stahlbetonbrücke mit einer Spannweite von 15 Metern wäre etwa 35 bis 40 Zentimeter dick, das Pendant aus Flachs hingegen würde mit zwölf bis 16 Zentimeter deutlich flacher ausfallen“, so Binde. Die Materialeinsparung sei beträchtlich. Eine bauaufsichtliche Zulassung steht allerdings noch aus.
Lesen Sie zum Thema Leichtbau und Textilbeton auch folgende Beiträge:
- Interaktive Leuctbrücke und Fassaden aus Flachs
- Faserbasierte Visionen für den Bau
Zum Thema Brückenbau und -sanierung:
- Forschungsprojekt: Leben alte Brücken länger als gedacht?
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Top Bau-Themen:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz









