Technischer Bedarf
Digitale Beschaffung macht den Einkauf effizienter

Werkzeug beim einen Händler, Kabel beim nächsten und die Messtechnik woanders: Zersplitterte Lieferketten kosten Bauunternehmer vor allem Zeit und Nerven. Conrad-CEO Ralf Bühler erklärt im Interview, wie Bau- und Handwerksbetriebe ihren Einkauf auf einer einzigen Plattform bündeln, Rechnungsberge abbauen und Abläufe vereinfachen können.
Seit über 100 Jahren steht Conrad Electronic für Technik und Elektronik. Unter CEO Ralf Bühler hat sich das oberpfälzische Familienunternehmen vom klassischen Technikhändler zur Plattform für alles Technische gewandelt – mit klarem Fokus auf Geschäftskunden. Wir fragten ihn, weshalb gerade Bauunternehmen davon profitieren, wie moderne Beschaffung Zeit und Geld spart und weshalb trotz aller Digitalisierung der Mensch unersetzlich bleibt.
Herr Bühler, Conrad hat sich vom Technikhändler zur Beschaffungsplattform gewandelt. Wie bewältigt man eine solche Mammutaufgabe als CEO?
Ralf Bühler: Eine Transformation wie diese erfordert einen klaren Plan und konsequente Entscheidungen. Die erste wurde bereits 2017 umgesetzt: der Aufbau eines kuratierten Marketplace mit klarer Ausrichtung auf Geschäftskunden. Mittlerweile haben wir über 10 Millionen Produktangebote auf unserer Plattform. Die zweite Entscheidung lag tiefer: Wir haben angefangen, unsere Kunden differenzierter zu betrachten, denn ein kleiner Betrieb beschafft deutlich anders als ein Konzern mit eigenem Einkaufssystem. Heute bildet unsere Plattform beide Welten ab. Dass mittlerweile über 80 Prozent unseres Umsatzes aus dem B2B-Geschäft stammen, zeigt mir: Unser Weg, Unternehmen die Deckung ihres technischen Bedarfs aus einer Hand zu ermöglichen, stimmt.
Teure Zettelwirtschaft: Warum der Einkauf am Bau so viel Geld frisst
Was bedeutet der Ansatz „Alles aus einer Hand“ ganz konkret für Bauunternehmen, die traditionell oft mit stark zersplitterten Lieferketten arbeiten?
Ralf Bühler: Der Beschaffungsalltag vieler Bauunternehmen sieht folgendermaßen aus: Werkzeuge werden bei einem Lieferanten bestellt, Elektro- und Gebäudetechnik beim nächsten, Messtechnik oder Sicherheitsausrüstung wiederum woanders. Jeder Vertragspartner bringt eigene Konditionen, eigene Rechnungen und eigene Prozesse mit. Diese Zersplitterung kostet – und dafür ist in erster Linie nicht der Artikelpreis verantwortlich, sondern die Prozesskosten dahinter. Vor allem, wenn die Bestellungen manuell getätigt werden „Alles aus einer Hand” heißt bei uns deshalb: Conrad-eigenes Sortiment, kuratierter Marketplace, digitale E-Procurement-Lösungen und maßgeschneiderte Services greifen auf einer Plattform ineinander. Bauunternehmen konsolidieren ihre Lieferanten, verschlanken den Beschaffungsprozess, müssen nur noch einen Rechnungssteller verwalten und behalten trotzdem die Sortimentsbreite und -tiefe, die ihr technischer Bedarf verlangt.

Kostenfreie Einstiegslösung für den Einkauf
Welche Rolle spielt modernes E-Procurement heute für Bauunternehmen unterschiedlicher Größe – und wie finden diese bei Conrad genau das passende Setup?
Extra Services für die Baustelle
Welche speziellen Lösungen und Services bietet Conrad noch, um die Beschaffung technischer Bedarfe spürbar zu vereinfachen und noch effizienter zu machen?
Ralf Bühler: Unseren Geschäftskunden ermöglichen wir Standardversand in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Aber auf dem Bau geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Präzision. Deshalb bieten wir beispielsweise einen Kalibrierservice an, der dafür sorgt, dass die eingesetzten Messgeräte jederzeit verlässlich und genau arbeiten. Im Rahmen unseres Kabelmeterservice können unsere Kunden außerdem metergenau angepasste Kabel für den maßgeschneiderten Einsatz auf der Baustelle bestellen. Und unser neues Loyalitätsprogramm Conrad Pro, das sich auf das komplette Conrad-eigene Sortiment erstreckt, zahlt darauf ein, die Einkaufsprozesse von KMUs noch effizienter zu gestalten. Denn Einkaufsverantwortliche, die sich für Conrad Pro entscheiden, müssen nicht mehr über Lieferkosten, verlängertes Rückgaberecht und Garantie-Optionen nachdenken oder aufwändig nach Aktionen und Rabatten suchen.
Newsletter Gewinnspiel
Jetzt Newsletter abonnieren und Chance auf
→ Stabila Kreuzlinienlaser LAX 60 G sichern.


Verfügbarkeit, Qualität und zuverlässige Lieferung
Auf der Conrad Plattform finden sich über 10 Millionen Produktangebote. Wie stellen Sie sicher, dass Sie den Anforderungen im Baustelleneinsatz gerecht werden?
Ralf Bühler: Verfügbarkeit ist natürlich eines der wichtigsten Kriterien, die wir als verlässlicher Beschaffungspartner erfüllen müssen. Dazu kommt die Tatsache, dass auf unserem Marketplace ausschließlich geprüfte Hersteller und Distributoren verkaufen. Das ist enorm wichtig, um sicherzustellen, dass die angebotene Produktqualität stimmt. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Datentiefe: Auf einer Plattform unserer Größe lassen sich Produktdaten nicht von Hand pflegen, also strukturieren wir Toleranzen, Zertifizierungen und Kompatibilitätsdaten maschinenlesbar – um Daten in Ingenieursqualität bereitzustellen, die sicherstellen, dass auch unter Zeitdruck das richtige Teil beschafft wird. In unseren Schwerpunktsortimenten wie Mess- und Prüftechnik oder Automatisierung gehen wir bewusst in die Tiefe eines Spezialisten. Für die Baustelle ebenso entscheidend ist die Lieferzuverlässigkeit: Das beste Produkt nützt nichts, wenn es zu spät kommt.

Künstliche Intelligenz als Assistent im Hintergrund
Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz künftig in der B2B-Beschaffung spielen – und wo bleibt bei all der Automatisierung und Plattformökonomie die persönliche Komponente in der Kundenbeziehung?
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Verwandte Bau-Themen:
Top Bau-Themen:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz





