Bauproduktivität
Produktivitätskrise: Rückstand vor allem im Ausbau

Wäre die Produktivität am Bau seit 1991 im gleichen Tempo wie die Gesamtwirtschaft gewachsen, stünden heute rechnerisch 2,3 Millionen Wohnungen mehr zur Verfügung. Eine neue Auswertung amtlicher Daten zeigt nun, wo die Bauwirtschaft wertvolle Wertschöpfung verliert – und warum vor allem das Schnittstellenproblem zwischen Baustelle und Büro bremst.

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Drastischer Einbruch im Ausbaugewerbe
Ein differenzierter Blick in die Teilsparten offenbart gravierende Unterschiede bei der Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem zwischen 1991 und 2019. Während der Tiefbau um 30 Prozent zulegte und der Hochbau ein leichtes Plus von 7 Prozent verzeichnete, brach die Produktivität im Ausbau um 28 Prozent ein. Die deutsche Gesamtwirtschaft wuchs im selben Zeitraum um 28 Prozent. Da im Ausbau – zu dem Gewerke wie Elektro, Sanitär, Heizung und Trockenbau zählen – drei von vier Erwerbstätigen der Baubranche beschäftigt sind, wirkt sich dieser Rückgang massiv auf die gesamte Bauleistung aus. Bezogen auf die geleistete Arbeitsstunde erwirtschaftete das Baugewerbe 2019 real 12 Prozent weniger als 1991, während die Gesamtwirtschaft um 44 Prozent zulegte.
Informationsbrüche zwischen Büro und Baustelle
Die Ursachen für den Rückstand sind komplex und liegen teilweise in staatlicher Regulierung, langwierigen Genehmigungsverfahren und dem demografischen Fachkräftemangel begründet, heißt es von den Autoren der Modellrechnung. Auf betrieblicher Ebene bremsen vor allem Reibungsverluste in den Abläufen die Wertschöpfung. „Auf unseren Baustellen arbeiten gute Leute. Die Zeit geht nicht beim Arbeiten verloren, sondern zwischen Baustelle und Büro: beim Dokumentieren, Suchen, Nachfragen und Nacharbeiten, weil ein Plan veraltet war. Genau da hilft uns Benetics AI“, berichtet Geschäftsführer Roland Gerwing vom Bonner Handwerksbetrieb Gerwing Söhne aus der Praxis.
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Digitale Werkzeuge direkt vor Ort verankern
Um die Entwicklung umzukehren, rückt die Digitalisierung der operativen Baustellenprozesse in den Fokus. „KI darf kein Bürothema bleiben. Sie öffnet den Menschen auf der Baustelle einen neuen Zugang zur Digitalisierung, und dort liegt der Produktivitätshebel“, betont Gründer und CEO Ferdinand Metzler von Benetics AI. Bisherige Digitalisierungsansätze konzentrierten sich häufig auf Planungsphasen oder komplexe Großprojekte, erreichten die ausführenden Handwerker vor Ort jedoch nur selten.
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