Newsletter abonnieren

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.
Betriebsführung/

Produktivität am Bau: Warum 2,3 Millionen Wohnungen rechnerisch fehlen

Produktivität am Bau: Warum 2,3 Millionen Wohnungen rechnerisch fehlen
Symbolischer Protest vor der Messe Berlin: Roland Riethmüller (BDBau, links) und Tobias Händler (Benetics AI) enthüllten das Ortsschild der fiktiven Stadt "Hättehausen", um auf das Produktivitätsdefizit im deutschen Ausbaugewerbe aufmerksam zu machen. | Foto: Benetics AI / Stephan Falk

Wäre die Produktivität am Bau seit 1991 im gleichen Tempo wie die Gesamtwirtschaft gewachsen, stünden heute rechnerisch 2,3 Millionen Wohnungen mehr zur Verfügung. Eine neue Auswertung amtlicher Daten zeigt nun, wo die Bauwirtschaft wertvolle Wertschöpfung verliert – und warum vor allem das Schnittstellenproblem zwischen Baustelle und Büro bremst.


Anzeige
Alles erfasst, aber kein Überblick: Wie läuft das Projekt eigentlich?

Alles erfasst, aber kein Überblick: Wie läuft das Projekt eigentlich?

Datenchaos am Monatsende? Wie Sie verstreute Baudaten auf einer Plattform zusammenführen und Ihre Projektmargen zielsicher steuern.


Der Wohnraummangel in Deutschland ist akut, doch die Ursachen reichen Jahrzehnte zurück. Hätte die Bauwirtschaft seit 1991 dieselbe Produktivitätssteigerung erzielt wie die deutsche Gesamtwirtschaft, stünden mit demselben Arbeitsaufwand rechnerisch rund 2,3 Millionen Wohnungen mehr zur Verfügung. Dies entspricht rechnerischem Wohnraum für 4,3 Millionen Menschen – mehr als die gesamte Einwohnerzahl Berlins. Die Modellrechnung unter dem Namen „Hättehausen“ basiert auf Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis, Stand Mai 2026) und wurde vom Softwareunternehmen Benetics gemeinsam mit dem Bundesverband Digitales Bauwesen (BDBau) auf der Baufachmesse Gedatec in Berlin vorgestellt.

Drastischer Einbruch im Ausbaugewerbe

Ein differenzierter Blick in die Teilsparten offenbart gravierende Unterschiede bei der Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem zwischen 1991 und 2019. Während der Tiefbau um 30 Prozent zulegte und der Hochbau ein leichtes Plus von 7 Prozent verzeichnete, brach die Produktivität im Ausbau um 28 Prozent ein. Die deutsche Gesamtwirtschaft wuchs im selben Zeitraum um 28 Prozent. Da im Ausbau – zu dem Gewerke wie Elektro, Sanitär, Heizung und Trockenbau zählen – drei von vier Erwerbstätigen der Baubranche beschäftigt sind, wirkt sich dieser Rückgang massiv auf die gesamte Bauleistung aus. Bezogen auf die geleistete Arbeitsstunde erwirtschaftete das Baugewerbe 2019 real 12 Prozent weniger als 1991, während die Gesamtwirtschaft um 44 Prozent zulegte.

Informationsbrüche zwischen Büro und Baustelle

Die Ursachen für den Rückstand sind komplex und liegen teilweise in staatlicher Regulierung, langwierigen Genehmigungsverfahren und dem demografischen Fachkräftemangel begründet, heißt es von den Autoren der Modellrechnung. Auf betrieblicher Ebene bremsen vor allem Reibungsverluste in den Abläufen die Wertschöpfung. „Auf unseren Baustellen arbeiten gute Leute. Die Zeit geht nicht beim Arbeiten verloren, sondern zwischen Baustelle und Büro: beim Dokumentieren, Suchen, Nachfragen und Nacharbeiten, weil ein Plan veraltet war. Genau da hilft uns Benetics AI“, berichtet Geschäftsführer Roland Gerwing vom Bonner Handwerksbetrieb Gerwing Söhne aus der Praxis.

Im Bau kennen wir uns aus!

Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche. Gleich abonnieren!

Datenschutzhinweise
Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Digitale Werkzeuge direkt vor Ort verankern

Um die Entwicklung umzukehren, rückt die Digitalisierung der operativen Baustellenprozesse in den Fokus. „KI darf kein Bürothema bleiben. Sie öffnet den Menschen auf der Baustelle einen neuen Zugang zur Digitalisierung, und dort liegt der Produktivitätshebel“, betont Gründer und CEO Ferdinand Metzler von Benetics AI. Bisherige Digitalisierungsansätze konzentrierten sich häufig auf Planungsphasen oder komplexe Großprojekte, erreichten die ausführenden Handwerker vor Ort jedoch nur selten.

Ausbaugewerke als Schlüssel zur Trendwende

Eine nachhaltige Steigerung der Gesamtproduktivität setzt daher an den kleinteiligen Gewerken an. „Digitalisierung am Bau wird oft mit BIM und Großprojekten gleichgesetzt. Dabei zeigen die Zahlen, wo die Digitalisierung tatsächlich am dringendsten benötigt wird: in den ausführenden Gewerken. Dort haben digitale Werkzeuge das größte Potenzial, diese allgemeine Entwicklung zu korrigieren. Wichtig ist nur, dass sie auch im Alltag ankommen“, unterstreicht geschäftsführender Vorstand Roland Riethmüller vom BDBau. Ohne praxistaugliche digitale Werkzeuge im Arbeitsalltag der Handwerker drohe sich der Produktivitätsabstand in den kommenden Jahren weiter zu vergrößern.

Lesen Sie auch:

  • KI am Bau: Neuer E-Mail-Assistent von Benetics AI erkennt Baupläne
  • Benetics launcht ersten KI-Sprachassistenten für das Baugewerbe

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Verwandte Bau-Themen:

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.

Weitere Newsletter und Informationen

Bauwirtschaft und Baupolitik. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau
Garten- und Landschaftsbau
Unterirdische Infrastruktur: Leitungsbau, Kanalsanierung und Co

Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz