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Leitungsbau/

Grabenloser Rohreinbau: Duktile Gussrohre mit Zementmörtelumhüllung

Grabenloser Rohreinbau: Duktile Gussrohre mit Zementmörtelumhüllung
Duktiles Gussrohr in der Baugrube | Foto: B_I/Valdix

Der Einsatz von duktilen Gussrohren mit äußerer Zementmörtelumhüllung nach EN 15542 (Gütezeichen RAL-GZ 699) gewinnt im leitungsgebundenen Tiefbau an Bedeutung. Die Kombination aus hoher mechanischer Widerstandsfähigkeit und längskraftschlüssigen Verbindungen ermöglicht sowohl den grabenlosen Rohreinbau als auch die direkte Wiederverwendung von steinigen Aushubmaterialien. Das reduziert die Transportlogistik, spart Deponie- sowie Materialkosten und senkt die CO2-Emissionen auf der Baustelle deutlich.


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Für grabenlose Rohrverlegungsverfahren – etwa das Horizontal-Spülbohrverfahren (HDD) oder das Einzelrohrverfahren – stellen die mechanischen Zug- und Scherkräfte hohe Anforderungen an das Rohrmaterial. Duktile Gussrohre mit äußerer Zementmörtelumhüllung fangen diese Belastungen durch ein zweistufiges Schutzsystem ab.

Unter der offenporigen Zementmörtelschicht befindet sich eine aktive metallische Zink-Grundbeschichtung. Sollte die äußere Hülle bei Einzug beschädigt werden, bleibt der Korrosionsschutz durch den elektrochemischen Selbstheileffekt der Zinkschicht vollumfänglich erhalten.

Zementmörtelumhüllung Schutz: Belastbarkeit bei steinigem Boden

Bei der konventionellen Verlegung sowie beim Einzug in anspruchsvolle Böden erlaubt die Ummantelung nach EN 15542 den Einsatz in Bodenklassen mit einem Größtkorn von bis zu 100 mm (Rund- und Gebrochenkorn).

  • Schlagbeständigkeit: Der Außenschutz ist für eine Schlagarbeit von über 15 J/mm Wanddicke ausgelegt.
  • Nennstärke: Bei einer Standarddicke von 5 mm hält die Hülle punktuellen Schlagbelastungen von mindestens 75 Joule stand.

Diese mechanische Robustheit macht ein Aufsanden der Grabensohle in vielen Fällen überflüssig und schützt das Trägerrohr zuverlässig vor Einkerbungen durch scharfkantiges Verfüllmaterial.

Duktiles Gussrohr mit längskraftschlüssiger BLS Steckmuffenverbindung und Zementmörtelumhüllung nach EN 15542 | Foto: GET / VonRoll hydro
Duktiles Gussrohr mit längskraftschlüssiger BLS Steckmuffenverbindung und Zementmörtelumhüllung nach EN 15542 | Foto: GET / VonRoll hydro

Längskraftschlüssige Rohrverbindung ersetzt Betonwiderlager

Neben dem äußeren Schutz spielt die Verbindungstechnik eine zentrale Rolle für die Statik des Leitungsstrangs. Längskraftschlüssige Stecksitzverbindungen (z.B. Typ BLS) übertragen die auftretenden Zugkräfte direkt von Rohr zu Rohr.

Bei Innendruck oder Zugbelastung während des grabenlosen Einzugs stützt sich die Schweißraupe des Einsteckendes an den Sicherungselementen in der Muffenvorkammer ab. Dadurch erübrigt sich bei Richtungsänderungen, Abzweigen oder Reduzierungen das Einbringen zeitintensiver Betonwiderlager.

CO2-arme Rohrverlegung durch Aushub-Wiederverwendung

Aus der Materialkombination und der Verbindungstechnik ergeben sich wesentliche wirtschaftliche und ökologische Einsparpotenziale für Bauunternehmen und Ausschreibende:

  • Einsparung von Baustoffen: Der vor Ort anfallende Grabenaushub kann direkt zur Verfüllung wiederverwendet werden. Ein Antransport von feinkörnigem Bettungssand entfällt.
  • Logistik- und Deponieoptimierung: Das Transportvolumen für den Abtransport von Bodenmaterial sowie die Deponiegebühren reduzieren sich drastisch.
  • Emissionsreduktion: Durch den Entfall von Lkw-Fahrten und Betonarbeiten sinkt der CO2-Fußabdruck der gesamten Baumaßnahme.

Gütesicherung und Normung nach RAL-GZ 699

Duktile Gussrohrsysteme mit Gütezeichen unterliegen einer jährlichen Fremdüberwachung durch akkreditierte Prüfstellen. Die Einhaltung der RAL-GZ 699 stellt sicher, dass die werkstoffspezifischen Toleranzen, die Haftfestigkeit der Mörtelumhüllung sowie die Passgenauigkeit der Verbindungssysteme dauerhaft den Anforderungen der Regelwerke entsprechen.

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