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Kanalsanierung/

Relining im Mischwasserkanal: GFK-Rohre für historisches Eiprofil

Relining-Verfahren

Die Herausforderung mit dem Altrohr im historischen Eiprofil

02.09.2026, 10:07, aktualisiert 02.09.2026, 10:25
HAMBURG
Relining im Mischwasserkanal: GFK-Rohre für historisches Eiprofil
Die Mitarbeitenden lassen die Rohre in die Einziehbaugrube herunter. | Foto: Michel Bau

In Hamburg-Rothenburgsort wird derzeit eine 140 Jahre alte Sielanlage erneuert. Die Sanierung der Mischwasserkanäle unter einem extrem verkehrsreichen Kreuzungsbereich fordert baulogistische Höchstleistungen und smarte technische Lösungen für das eingesetzte Relining-Verfahren.


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Im Auftrag der Hamburger Stadtentwässerung AöR (Hamburg Wasser) läuft seit März 2026 die Modernisierung des historischen Sielnetzes am Billhorner Röhrendamm. Auf einer Gesamtlänge von 330 Metern wird die Infrastruktur saniert. Ein bauausführendes Team unter der Leitung von Michel Bau verantwortet dabei als Teil einer Bietergemeinschaft den rund 154 Meter langen südlichen Abschnitt sowie eine zusätzliche offene Erneuerung im Billhorner Mühlenweg.

Ziel der Baumaßnahme: Ertüchtigung der 140 Jahre alten Sielanlage

Die Baumaßnahme, die voraussichtlich bis März 2027 andauert, macht die unterirdische Infrastruktur fit für die kommenden Jahrzehnte. Gleichzeitig passen die Planenden das Netz an die Neugestaltung der darüberliegenden Verkehrsflächen an. Die größte Herausforderung dabei: Die Baustelle befindet sich inmitten eines der am dichtesten befahrenen Kreuzungsbereiche der Hansestadt.

Technische Umsetzung: Relining-Verfahren mit GFK-Rohren

Den Kern der grabenlosen Sanierungsmaßnahme bildet ein klassisches Relining. Dabei werden sechs Meter lange GFK-Rohre der Nennweite DN 350 im Rohr-in-Rohr-Verfahren in das bestehende, gemauerte Eiprofil (0,8 x 1,29 Meter) eingezogen. Parallel dazu erfolgt im Billhorner Mühlenweg eine offene Erneuerung mit Rohren der Nennweite DN 500. Zusätzlich sieht das Projekt den Rückbau von acht historischen Einsteigeschächten vor.

Die alte Bausubstanz forderte von der Kolonne besondere Präzision. In den historischen Mauerwerkskanälen musste das Team einen Gefällesprung von zehn Zentimetern durch exakte Unterfütterungen ausgleichen, um ein gleichmäßiges Gefälle für die neuen Rohre zu gewährleisten. Temporär vorhandene, alte Straßenabläufe wurden provisorisch an die neuen Bohrungen angeschlossen, wodurch sich aufwendige Mehrfachbohrungen vermeiden ließen.

In der Einziehbaugrube wird der vorhandene Mauerwerkskanal zum Einziehen der neuen Rohre aufgebrochen. | Foto: Michel Bau
In der Einziehbaugrube wird der vorhandene Mauerwerkskanal zum Einziehen der neuen Rohre aufgebrochen. | Foto: Michel Bau

Innerstädtische Baulogistik: Lösungen für extremen Platzmangel

Die Baustelle ist Teil eines komplexen Geflechts aus parallelen Maßnahmen. Während neue Trinkwasserleitungen verlegt werden, baut die Stadt Hamburg die Verkehrsflächen zugunsten breiterer Radwege komplett um. Dies erfordert ein striktes Gewerke-Management auf engstem Raum. Das Bauunternehmen stimmt die eigenen Abläufe eng mit der zentralen Verkehrskoordination der Stadt ab, welche die Baustellenlogistik mit den Anforderungen von Polizei, Busverkehr und ansässigem Einzelhandel synchronisiert.

Ein dichtes Netz aus Fremdleitungen und strenge Baumschutzmaßnahmen ließen keinen Raum für die ursprünglich geplanten zwei Baugruben. Die Verantwortlichen platzierten daher eine einzige, zentrale Einziehbaugrube strategisch zwischen den Schächten. Von hier aus arbeitet sich das Team in beide Richtungen vor: Der vorhandene Mauerwerkskanal wird in der Grube aufgebrochen, um die neuen GFK-Rohre hinabzulassen und in den Bestandskanal einzuziehen.

Auftrieb der Rohre beim Verfüllen des Ringraums verhindern

Eine weitere technische Hürde stellt der entstehende Ringraum zwischen Alt- und Neurohr dar. Beim Verfüllen dieses Hohlraums zur Fixierung der Leitung besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die neuen Rohre auftreiben. Anstatt den ohnehin knappen Arbeitsraum mit klassischen Holzverstrebungen weiter einzuengen, setzt das Bauteam auf eine platzsparende, alternative Sicherungslösung, um die GFK-Rohre beim Verdämmen verlässlich in Position zu halten.

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Quelle: Michel Bau

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