76-Millionen-Projekt
Industriesammler Nord geht in Betrieb

Ein wichtiger Meilenstein für den Wirtschaftsstandort Dresden ist erreicht: Nach nur drei Jahren Bauzeit hat die Stadtentwässerung Dresden heute den Industriesammler Nord (ISN) offiziell in Betrieb genommen.
Der rund 10 Kilometer lange Abwasserkanal verbindet die Industriegebiete im Dresdner Norden auf direktem Weg mit der Kläranlage Dresden-Kaditz. Er schafft damit die notwendige Entwässerungsinfrastruktur für das weitere Wachstum der Halbleiterindustrie in der Landeshauptstadt. Rund 76 Millionen Euro wurden in das Großprojekt investiert.
„Mit dem Industriesammler Nord haben wir ein Infrastrukturprojekt von herausragender Bedeutung für Dresden realisiert. Unsere Stadt ist einer der wichtigsten Mikroelektronikstandorte Europas. Damit die Unternehmen hier weiter investieren und wachsen können, braucht es eine leistungsfähige technische Infrastruktur. Die Stadtentwässerung Dresden hat dafür mit weiter Voraussicht rechtzeitig eine entscheidende Voraussetzung geschaffen“, würdigte Oberbürgermeister Dirk Hilbert das Vorhaben.

Zehn Kilometer Kanal für Dresdens wirtschaftliche Zukunft
Der Bau des Industriesammlers war notwendig geworden, weil die vorhandenen Abwasserkanäle auf der rechtselbischen Seite der Landeshauptstadt angesichts der wachsenden Halbleiterproduktion an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Schon heute prägen Unternehmen wie Infineon, GlobalFoundries und Bosch die industriellen Abwassermengen. Mit dem Ausbau bestehender Produktionsstätten und der Ansiedlung des neuen Halbleiterwerks von ESMC werden sich diese Mengen in den kommenden Jahren verdoppeln.
Der Industriesammler Nord nimmt die Abwässer aus den Industriegebieten in Klotzsche, Rähnitz und Wilschdorf auf und transportiert sie zur zentralen Kläranlage Kaditz. Zugleich entlastet er das vorhandene Kanalnetz. Die neue Leitung ist damit nicht nur eine Investition in die industrielle Entwicklung, sondern auch in die langfristige Betriebssicherheit der Dresdner Stadtentwässerung.

Industrie-Großprojekt im Zeitplan
Ende Juni 2026 wurde auch der direkte Anschluss des neuen Infineon-Werks an der Königsbrücker Straße hergestellt. Bereits am 5. August begann der Probebetrieb des Industriesammlers. Seither konnten die neuen Anlagen unter realen Betriebsbedingungen erprobt werden.
„Mit dem Industriesammler Nord haben unsere Ingenieure, Planer und die beteiligten Bauunternehmen eine außergewöhnliche Leistung erbracht. Zehn Kilometer Kanal durch dicht erschlossene Wohn- und Industriegebiete und schwierigen Untergrund zu bauen, dabei den laufenden Verkehr und die bestehende Infrastruktur möglichst wenig zu beeinträchtigen und den engen Terminplan einzuhalten, war eine enorme Herausforderung. Dass uns dies gelungen ist, macht uns stolz“, erklärte der Technische Geschäftsführer Ralf Strothteicher.

Der Industriesammler Nord in Zahlen
Länge: rund 10 Kilometer
Investitionsvolumen: rund 76 Millionen Euro
Baubeginn: 20. Juli 2023
Offizielle Inbetriebnahme: 4. November 2026
Bauweise: rund 7 Kilometer geschlossener Rohrvortrieb, rund 3 Kilometer offene Bauweise
Durchmesser: DN 1.600 Millimeter (Freispiegelkanal und Schutzrohr aus Beton), DN 1.200 Millimeter (Gefälledruckleitung aus Kunststoff)
Geländegefälle: rund 100 Meter
Trassenverlauf: Dresdner Norden über Heller, entlang der Autobahn A4 zur Kläranlage Dresden-Kaditz
Besonderheit: Abwassertransport ohne zusätzliches Pumpwerk
Quelle: Stadtentwässerung Dresden
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