Konzernumbau
BayWa-Sanierung steht: Segment Baustoffe bleibt Kernbereich

Der Handelskonzern BayWa AG hat sich mit Gläubigern und Großaktionären auf ein Sanierungskonzept bis 2030 verständigt. Schulden in dreistelliger Millionenhöhe werden umgewandelt. Das Unternehmen konzentriert sich künftig auf seine profitablen Kernbereiche. Die Sparte Baustoffe bleibt als tragende Säule erhalten.
Schuldenumbau: Banken verschaffen der BayWa Luft
Die Einigung verschafft dem Konzern die nötige Zeit für die Restrukturierung. Der Sanierungszeitraum sowie die laufenden Finanzverbindlichkeiten werden bis Ende 2030 verlängert, teilte der Konzern weiter mit. Um das wirtschaftliche Eigenkapital zu stärken, wandeln die Finanzierungspartner Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 700 Millionen Euro in ein Nachranginstrument um. Das bedeutet: Die Banken fordern die 700 Millionen Euro Schulden vorerst nicht zurück und stufen sie in der Bilanz so herab, dass sie wie Eigenkapital wirken. Sollte der Konzern dennoch pleitegehen, werden erst alle anderen Gläubiger – wie Lieferanten und Handwerker – bedient, bevor die Banken an der Reihe sind.
Mehrheit der Anteile geht an eine Treuhand
Gleichzeitig werden die Hauptanteilseigner in die Pflicht genommen: Die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die Raiffeisen Agrar Invest AG, die zusammen gut 67 Prozent der BayWa-Aktien halten, müssen ihre Anteile vorübergehend an einen Treuhänder übertragen. Diese Aktien fallen erst dann an die Großaktionäre zurück, wenn sie im Rahmen einer für 2029 geplanten Kapitalerhöhung frisches Kapital in Höhe von mindestens 220 Millionen Euro zur Verfügung stellen.
Ökoenergie-Tochter wird abgespalten
Ein weiterer Hebel der Sanierung betrifft die Tochtergesellschaft BayWa r.e. AG. Der Konzern hat sich mit dem Mitgesellschafter Energy Infrastructure Partners darauf geeinigt, die Anteile an einen sogenannten Transformations-Gesellschafter zu übertragen. Dieser soll die Restrukturierung und den späteren Verkauf der Beteiligung steuern. Die erwarteten Erlöse aus diesem Verkauf sind fest verplant: Mit ihnen sollen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von bis zu 900 Millionen Euro getilgt werden.
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