Baukonjunktur
ZDB erwartet auch 2025 Umsatzrückgänge

Das Baugewerbe kämpft mit einer anhaltenden Nachfrageschwäche. Der ZDB rechnet mit einem Umsatzminus von 4 Prozent für dieses Jahr. Auch die Prognose für das kommende Jahr bleibt pessimistisch.
Die Bauwirtschaft steht weiterhin vor großen Herausforderungen, geprägt von einer schwachen Nachfrage in fast allen Bereichen. Vor allem der Wohnungsbau und der Wirtschaftshochbau leiden unter schwierigen Rahmenbedingungen. Stabile Impulse erhält nur der Tiefbau, hier machen sich die Infrastrukturinvestitionen für die Energie- und Mobilitätswende bemerkbar. Insgesamt prognostiziert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) für dieses Jahr einen nominalen Branchenumsatz von 160 Milliarden Euro – das wäre ein reales Minus von 4 Prozent und damit soviel, wie der Hauptverband der Bauindustrie im Juni vorausberechnet hatte. Keine Trendwende zeichnet sich für 2025 ab: Die Umsätze könnten erneut real um 2,5 Prozent sinken, so der ZDB. „Die Bauwirtschaft blickt nicht mehr tiefer ins Tal der Krise, sondern orientiert sich entlang der Talsohle“, so ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab. „Ein Neustart Bau ist dringend erforderlich, um zentrale Herausforderungen wie Wohnungsbau, Infrastruktur und Energiewende zu meistern.“
Wohnungsbau: Ist die Talsohle erreicht?
Problematisch bleibt die Wohnungsbau-Sparte. Hier rechnet das Baugewerbe mit einem realen Umsatzrückgang von 14 Prozent in diesem Jahr. Die Zahl der Baugenehmigungen stagniert auf niedrigem Niveau. Von den angestrebten 400.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr dürften 2024 nur maximal 255.000 realisiert werden, rechnet der ZDB. 2023 wurden deutschlandweit 294.400 Wohnungen fertiggestellt. Die Auftragsbestände der Bauunternehmen im Wohnungsbau reichen aber für gut fünf Monate. Das deute darauf hin, dass die Talsohle in dieser Sparte erreicht sei. Im kommenden Jahr sei ein realer Umsatzrückgang von 7 Prozent zu erwarten.
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Wirtschaftsbau: Nur der Tiefbau profitiert
Mit prognostizierten Umsatzrückgängen von 7 Prozent (2024) und 4,5 Prozent im kommenden Jahr bleibt der Wirtschaftshochbau unter Druck. Der Tiefbau dagegen profitiert von Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau der Schienennetze und der Breitbandinfrastruktur. Hier sind laut ZDB für 2024 und 2025 reale Wachstumsraten von 9 Prozent bzw. 4,5 Prozent zu erwarten.
Öffentlicher Bau stagniert
Mit einem geschätzten Umsatz von 47 Milliarden Euro im Jahr 2024 zeigt der öffentliche Bau einen Zuwachs um 3 Prozent. Doch der Investitionsstau von 186 Milliarden Euro, vor allem auf kommunaler Ebene, gefährde die langfristige Infrastrukturentwicklung, warnt der ZDB. Die aktuelle Haushaltslage und Verzögerungen durch die vorläufige Haushaltsführung ab 2025 drohen, die Situation zu verschärfen. Für 2025 rechnet der Baugewerbeverband daher mit einer Stagnation im öffentlichen Bau.
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