Blumenkübel-Posse
Herrenknecht droht mit Teil-Wegzug aus Schwanau

Was als skurrile Verkehrsberuhigung im badischen Schwanau begann, entwickelt sich zu einer ernsthaften Standortdebatte für den Weltmarktführer im Tunnelbau. Martin Herrenknecht wirft der Gemeindeverwaltung im anhaltenden Streit um 20 Blumenkübel „völlig realitätsfernes Behörden-Theater“ vor und droht nun offen mit der Verlagerung von Betriebsteilen.
Aus der „Blumenkübel-Affäre“ wird eine Standortkrise
Blockierte Zufahrtswege gefährden den Schichtbetrieb
Der Konflikt, der bundesweit für Aufsehen sorgt, schwelt bereits seit dem vergangenen Herbst. Der Ortschaftsrat hatte nach Berichten von Lokalmedien im Herrenweg, der zentralen Durchgangsstraße zum Werksgelände des Weltmarktführers, rund 20 massive, mit Beton gefüllte Holz-Blumenkübel aufstellen lassen, um das Geschwindigkeitsniveau in der dortigen Tempo-30-Zone zu senken. Der Unternehmer kritisierte die Maßnahme scharf: Die Hindernisse seien in der dunklen Jahreszeit aufgestellt worden, kaum sichtbar gewesen und ohne ausreichende Abstimmung mit der Polizei platziert worden. Zu den Schichtwechselzeiten stellten die ungenügend gesicherten Kübel eine akute Unfallgefahr für die rund 5.000 Beschäftigten dar.
Eigenmächtiger Abtransport beschäftigte die Justiz
Um die Gefahr für seine Mitarbeiter abzuwenden, fackelte der Mittelständler damals nicht lange und ließ einen Großteil der gemeindeeigenen Pflanzkübel auf sein firmeneigenes Gelände abtransportieren. Die Aktion entfachte einen politischen Sturm im Gemeinderat. Es folgten gegenseitige Provokationen, eine Privatperson erstattete Anzeige wegen Diebstahls. Die Staatsanwaltschaft Offenburg stellte das Verfahren jedoch ein, da keine Absicht erkennbar war, der Gemeinde das Eigentum an den Kübeln dauerhaft vorzuenthalten. Später kehrten die Pflanzkübel zur Kommune zurück.
Neue Warnbaken-Pläne erzürnen den Firmenchef
Nun flammt das Duell erneut auf. Das Landratsamt und die Schwanauer Verwaltung haben nach Medienberichten ein neues Konzept erarbeitet, um die umstrittenen Kübel wieder im Herrenweg aufzustellen. Der Plan sieht vor, die Kübel künftig als verbundene Paare zu positionieren und mit deutlich sichtbaren Warnbaken auszustatten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Für den Unternehmer ist dieser Plan laut Medienberichten die Bestätigung eines völlig verfehlten Fokus der lokalen Politik. Er wirft den Verantwortlichen vor, sich in Zeiten einer schweren Bau- und Wirtschaftskrise mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, anstatt gute Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen.
Ankündigung neuer Protestmaßnahmen im Fernsehen
Martin Herrenknecht nutzt die mediale Aufmerksamkeit rund um ein aktuelles SWR-Fernsehporträt über sein Lebenswerk, um den Druck auf den Gemeinderat nochmals zu erhöhen. Im Interview kündigt er an, die Pläne der Gemeinde keinesfalls tatenlos hinzunehmen. Er werde eine Aktion starten, bei der man im Gemeinderat „gucken“ werde, so der SWR. Ein zweites Mal werde er die Kübel zwar nicht wegräumen lassen, doch der in den Medienberichten angedrohte Teil-Wegzug des größten Arbeitgebers und Steuerzahlers steht als scharfes wirtschaftspolitisches Schwert im Raum. Dass er mit seinen deutlichen Worten und dem kantigen Auftreten polarisiert, kommentierte der Tunnelkönig im Fernsehinterview gewohnt direkt: Das sei ihm völlig egal.
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Die Sendung "Martin Herrenknecht - das große Interview" läuft am Montag, 13. Juli 2026, um 21 Uhr im SWR und in der ARD Mediathek.
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