Baukonjunktur
Baujahr 2024 wird schlechter als erwartet

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat seine Konjunkturprognose für dieses Jahr nach unten korrigiert. Stärkere Umsatzrückgänge erwartet das Bauhauptgewerbe im Wohnungsneubau. Aber auch im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau hat die Bauindustrie ihre Prognosen revidiert.
„Wir befinden uns im vierten Jahr der baukonjunkturellen Schwäche. Eine Wende wird es auch in diesem Jahr nicht geben“, sagte HDB-Präsident Peter Hübner zum Tag der Bauindustrie in Berlin. Zu Jahresbeginn hatte der Bauverband noch eine Umsatzprognose von minus 3,5 Prozent prognostiziert. „Diese haben wir auf minus 4 Prozent nach unten revidiert. Grund ist, dass auch der Öffentliche Bau schwächer laufen wird als erwartet“, so Hübner. In der Prognose zum Wohnungsbau hat sich seit Jahresbeginn nichts verändert. Wegen der „drastischen Schwäche“ im Wohnungsneubau erwartet die Bauindustrie hier weiterhin einen Umsatzrückgang um real 12 Prozent. Sinkende Baugenehmigungen, geringere Auftragseingänge und zu kleine Auftragsbestände drücken erheblich auf die Stimmung der Bauunternehmen in dieser Sparte, heißt es im Konjunktur-Telegramm des HDB. Entsprechend rechnet das Baugewerbe mit einem Rückgang der Fertigstellungszahlen.
Stärkere Umsatzrückgänge im Wirtschaftsbau und im Tiefbau
Unter der Zurückhaltung der Investoren leidet auch der Wirtschaftshochbau. In dieser Bausparte hat die Reichweite der Auftragsbestände laut ifo Institut mit 3,4 Monaten den niedrigsten Mai-Wert seit 2015 erreicht. Einziger Wachstumsbereich bleibt der Wirtschaftstiefbau, hier schlagen Großaufträge der Deutschen Bahn, der Stromnetzbetreiber und des kommunalen ÖPNV positiv zu Buche. Wegen der schlechten Entwicklung im Hochbau mit einem realen Umsatzminus von 5 Prozent im ersten Quartal hat der Bauindustrieverband seine Umsatzprognose für den Wirtschaftsbau von 2 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt.
Preisanstieg im Tiefbau
Auch im öffentlichen Bau erwartet die Branche inzwischen einen Rückgang um 0,5 Prozent, nachdem zu Jahresbeginn noch ein leichtes Plus von 1 Prozent in Aussicht stand – „auch weil die Erwartungen an die Steuereinnahmen und damit an die Investitionen nach unten revidiert wurden“, sagte Hübner. Zudem leidet der Tiefbau stark unter erhöhten Kosten. Zu Jahresbeginn sind die Preise überraschend wieder stärker gestiegen, heißt es im Konjunktur-Telegramm weiter. So stieg der Preis für Tiefbauleistungen um 1,6%. Die Preissteigerung um 2,2% für den Neubau von Straßen führt die Bauindustrie auf den stark gestiegenen Bitumenpreis zurück. Zudem sei auch der Tiefbau nicht ausgelastet. In der letzten HDB-Umfrage hätten 27 Prozent der Straßenbaufirmen über die Aufhebung von Ausschreibungen geklagt.
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Was die Beschäftigung betrifft, verfestigt sich die Prognose vom Jahresbeginn. Hier rechnet die Bauindustrie weiterhin mit einem vorwiegend demografisch bedingten Abbau von 10.000 Beschäftigten.
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