ZOB Remscheid
Komplexe Stehfalz-Geometrie für den „Hockeyschläger“

Die Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes ist das städtebauliche Großprojekt für Remscheid. Ein geschwungenes, rund 130 Meter langes Dach aus Aluminium-Stehfalzprofilen prägt das Bild des Zentralen Omnibusbahnhofs. Die anspruchsvolle Geometrie mit runden Dachenden und einer Kurvenneigung forderte von den Planern und Handwerkern Millimeterarbeit.

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Sonderfarbe Eisenglimmer verlangt exakte Mengenplanung

Die Ausführung der Dacharbeiten übernahm die B. Schlichter GmbH & Co. KG aus Lathen. Zum Einsatz kam das Stehfalzsystem Kalzip 50/550 in einer Materialstärke von einem Millimeter. Optisch hebt sich das Projekt durch eine bewusste Farbwahl ab: Die Profile wurden im Farbton DB704 Eisenglimmer mit einer matten Beschichtung ausgeführt, so dann die Fläche an ein klassisches Metalldach erinnert. Da es sich hierbei um eine Sonderfarbe handelt, war eine nachträgliche Materialbestellung im laufenden Betrieb kaum möglich. Sämtliche Profile und Anschlussteile mussten deshalb im Vorfeld exakt kalkuliert und vorkonfektioniert bestellt werden.
Werkseitig konisch geformte Bahnen für die Kurve
Die Geometrie des Dachs stellte die Arbeitsvorbereitung vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Die runden Dachenden, die Kurve des Platzverlaufs und die leicht gebogene Neigung erforderten eine dreidimensionale Planung vor Montagebeginn. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller konstruierte das ausführende Unternehmen die Bahnen im Vorfeld. „Die im Werk vorgefertigten konischen Stehfalzbahnen mussten wir auf der Baustelle exakt positionieren. Entscheidend war deshalb auch schon zuvor das präzise Setzen der Halteklipps, die zur Aufnahme der Dachbahnen dienen“, berichtet Bauleiter Thomas Mika.
Ausgleich von Stahltoleranzen mit Distanzkappen

Die Montage der Stehfalzprofile erfolgte als durchdringungsfreie, belüftete Konstruktion. Auf der bauseitigen Tragstruktur aus Stahl wurden systemkompatible E-Klipps verschraubt, die die thermisch bedingte Längenausdehnung des Aluminiums zulassen. Um die Toleranzen des darunterliegenden Stahlbaus auszugleichen, setzten die Monteure unter die Klipps spezielle Distanzkappen in unterschiedlichen Höhen ein. Gegen die Bildung von Kondensat an der Profilunterseite ist werkseitig ein Antikondensvlies in die Aluminiumbahnen integriert.
Strukturierte Montage in Ein-Mann-Arbeit

Wegen der detaillierten Vorplanung ließ sich die Montage mit minimalem Personalaufwand realisieren. Im Durchschnitt war ein einziger Dachhandwerker auf der Baustelle im Einsatz. Der Arbeitsablauf folgte einer klaren Taktung: Nach dem Einmessen und Verschrauben der Halteklipps samt Distanzstücken wurden die konischen Metalldachbahnen verlegt und maschinell miteinander verbördelt. Die konische Form der Bleche stellte dabei sicher, dass sich die Bahnen exakt an den Kurvenradius des Tragwerks anschmiegten. Den Abschluss bildeten die handwerklichen Details am First und an den Anschlüssen, die Entwässerung wurde über eine separate Dachrinne gelöst.
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