Lifttunnel bei starkem Gefälle gebaut
Am Alpincenter Bottrop ist ein neuer Lifttunnel unter einer steilen Halde entstanden. Auf 200 m Länge wurden bis zu 1.400 m² Schalfläche eingesetzt – bei einem Gefälle von deutlich über 20 Prozent. Der Tunnel soll Wintersportler künftig unterirdisch vom Tal zur Piste bringen.

Am Alpincenter Bottrop ist der Neubau eines Lifttunnels abgeschlossen. Der rund 200 m lange Tunnel ersetzt eine ältere Anlage samt Notfalltunnel, die zuvor vollständig zurückgebaut wurde. Ziel des Projekts war eine statisch optimierte Konstruktion mit höherer Tragfähigkeit sowie verbesserten Sicherheits- und Entrauchungskonzepten für den Evakuierungsfall.
Das Alpincenter gilt mit einer Pistenlänge von 640 Metern als längste Skihalle Europas. Der neue Tunnel transportiert Wintersportler seit der Wintersaison 2025 unterirdisch vom Tal direkt zur Skipiste. Noch bis zum Mai dauert die Skisaison auf der Anlage im Ruhrgebiet.
Steiles Gelände stellt hohe Anforderungen

Besonders anspruchsvoll waren die topografischen Bedingungen der Baustelle. Das Bauwerk entstand auf einer ehemaligen Abraumhalde des Steinkohlebergbaus. Das Baufeld wies ein Gefälle von bis zu 23,4 % auf, zudem waren die Platzverhältnisse begrenzt. Dies erforderte eine präzise Bauablaufplanung des Schalungsherstellers Ringer sowie den Einsatz von Kranen mit Raupenfahrwerk. Auch die Schalung musste so ausgelegt werden, dass sie unter diesen Bedingungen sicher fixiert und exakt ausgerichtet werden konnte. Realisiert wurde das Projekt mit dem ausführenden Unternehmen Fenne Baugesellschaft mbH und der Elvermann Schaltechnik.
Massive Bodenplatte als Grundlage
Den Auftakt bildete die Bodenplatte des Tunnels. Sie wurde über die gesamte Länge von 200 m mit einer Breite von 8 m und einer Stärke von 1 m ausgeführt. Zum Einsatz kam die Stahl-Master-Schalung von Ringer, die für hohe Frischbetondrücke ausgelegt ist. Die massive Bodenplatte übernimmt wesentliche Lastabtragungsfunktionen für das Bauwerk.
1.400 m² Schalung für Tunnelwände

Das zentrale Bauteil des Projekts sind die Tunnelwände. Sie erreichen eine Höhe von 6 m bei einer Stärke von 50 cm. Geschalt wurden sie mit der einseitig bedienbaren Stahlrahmenschalung "Master Pro" mit Alkus-Schalhaut. Dabei wurden jeweils zwei 3 m hohe Schalungselemente übereinander kombiniert. Entlang der gesamten Tunnelstrecke entstanden so drei durchgehende Wandscheiben.
Insgesamt befanden sich zu Spitzenzeiten rund 1.400 m² Schalfläche gleichzeitig im Einsatz. Die Schalung wurde mit Bodenhaltern im steilen Gelände fixiert, Richtstützen sorgten für die exakte Ausrichtung der Elemente. Selbst ein Knick im Gefälleverlauf ließ sich durch die flexible Systembauweise umsetzen.
Abschnittsweise Betonage im Taktverfahren
Die Tunnelwände entstanden abschnittsweise. Insgesamt wurden 17 Bauabschnitte mit jeweils rund 12 m Länge hergestellt. Pro Takt wurde in drei Partien gleichzeitig gearbeitet, sodass jeweils drei Abschnitte in einem Durchgang betoniert werden konnten. Dieses Vorgehen ermöglichte eine hohe Baugeschwindigkeit und einen effizienten Personaleinsatz, so die Projektbeteiligten.
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4.300 m³ Beton und 850 t Bewehrungsstahl
Der Bau lief im Zweischichtbetrieb mit bis zu 30 Facharbeitern pro Schicht. Insgesamt wurden rund 850 t Bewehrungsstahl und etwa 4.300 m³ Beton eingebaut. Nach Abschluss der Betonarbeiten wurden die seitlichen Hänge wieder über dem Tunnel angefüllt.
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