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B_Ibaumagazin

Wenn Beton auf Holz trifft: Wie das Treppenhaus in Eutin leise bleibt

Der Erweiterungsbau der Kreisverwaltung Ostholstein am Standort Eutin zeigt, wie sich Holzhybridbauweise auch bei funktional anspruchsvollen Bauteilen umsetzen lässt. Entstanden ist ein dreigeschossiger Neubau im Innenhof des historischen Hauptgebäudes. Während große Teile der Tragstruktur aus Holz bestehen, wurden Treppenläufe und Podeste im Flucht-Treppenhaus als Stahlbetonfertigteile ausgeführt.

Trittschallschutz im Holzhybridbau: So wird das Treppenhaus in Eutin leise
Im Innenhof des denkmalgeschützten Haupthauses der Bezirksverwaltung Ostholstein realisiert die Kreisverwaltung Eutin als Bauherr nach dem Entwurf von Bieling Architekten, Hamburg, einen dreigeschossigen Erweiterungsbau. | Foto: Schöck Bauteile GmbH / Arne Mayntz

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Die Kreisverwaltung Ostholstein ist in Eutin in einem denkmalgeschützten Altbau sowie in Ergänzungsbauten aus den späten 1970er-Jahren untergebracht. Mit rund 500 Mitarbeitern reichten die Kapazitäten nicht mehr aus. Der neue Erweiterungsbau ergänzt das Ensemble im Innenhof und schafft zusätzliche Büro- und Besprechungsflächen.

Um die Anforderungen von 53 dB an den Trittschallschutz der Treppen einzuhalten, wurden zur Entkopplung des Flucht-Treppenhauses verschiedene Typen von Schöck Tronsole eingesetzt. Hier im Bild: Tronsole Typ Z zur akustischen Entkopplung des Hauptpodestes. | Foto: KSK Ingenieure / Marco Sendler
Um die Anforderungen von 53 dB an den Trittschallschutz der Treppen einzuhalten, wurden zur Entkopplung des Flucht-Treppenhauses verschiedene Typen von Schöck Tronsole eingesetzt. Hier im Bild: Tronsole Typ Z zur akustischen Entkopplung des Hauptpodestes. | Foto: KSK Ingenieure / Marco Sendler

Gestalterisch wurde ein zurückhaltender Baukörper gewählt, der sich in die bestehende Struktur einfügt. Die Fassade ist mit Faserzementplatten bekleidet und als vorgehängte hinterlüftete Konstruktion ausgeführt.

Der Einsatz des Trittschalldämmelements Schöck  Tronsole im Holzhybridbau ist ein Novum. | Foto: KSK Ingenieure / Marco Sendler
Der Einsatz des Trittschalldämmelements Schöck Tronsole im Holzhybridbau ist ein Novum. | Foto: KSK Ingenieure / Marco Sendler

Über drei Geschosse entstanden 44 Einzel- und sechs Doppelbüros. Ergänzend gibt es eine Multifunktionszone und sieben geschlossene Besprechungsräume. Ein Verbindungsgang auf Höhe des ersten Obergeschosses bindet den Neubau an das bestehende Haupthaus an. Die Gebäudestruktur ist kompakt geplant und lässt eine spätere Erweiterung zu.

Holzhybridbauweise mit gezieltem Betoneinsatz

Der Neubau wurde als Holzskelettbau mit Stützen und Hauptträgern umgesetzt und steht auf einem massiven Untergeschoss. Stahlbeton kam dort zum Einsatz, wo funktionale Anforderungen es nahelegten – etwa bei Elementen der Holzbetonverbunddecke, beim Aufzugsschacht sowie bei den Treppenläufen im Flucht-Treppenhaus.

Das Fluchttreppenhaus im Rohbaustadium, als die  Trockenbau-Wände noch nicht erstellt waren. In diesem Bauabschnitt erfolgte  die erste Trittschallmessung. | Foto: Drewes + Speth / Martin Speth
Das Fluchttreppenhaus im Rohbaustadium, als die Trockenbau-Wände noch nicht erstellt waren. In diesem Bauabschnitt erfolgte die erste Trittschallmessung. | Foto: Drewes + Speth / Martin Speth

Die Treppenhauswände sind als Massivholzbauteile ausgeführt und übernehmen neben dem Lastabtrag auch Aufgaben der Aussteifung. Im Treppenraum treffen damit zwei unterschiedliche Baustoffwelten aufeinander: robuste Betonfertigteile auf der einen Seite, Massivholz als tragende Wandkonstruktion auf der anderen.

Trittschallschutz als zentrale Herausforderung

Gerade Treppenhäuser gelten als sensible Bereiche, weil Trittschall leicht in angrenzende Räume übertragen wird. Bei Holzkonstruktionen kann dies besonders kritisch sein, da Masse und Dämpfung anders wirken als im klassischen Massivbau. In Eutin bestand die Aufgabe darin, die Betonfertigteiltreppen so anzuschließen, dass die Schallübertragung in die Holzwände begrenzt bleibt.

Da es in Deutschland bislang jedoch wenig Erfahrung  und messbare Daten zum Schallschutz im Holzbau bzw. im Holzhybridbau gibt, hat  Schöck den Einsatz von Tronsole zur Trittschalldämmung wissenschaftlich  begleiten und prüfen lassen. | Foto: Schöck Bauteile GmbH
Da es in Deutschland bislang jedoch wenig Erfahrung und messbare Daten zum Schallschutz im Holzbau bzw. im Holzhybridbau gibt, hat Schöck den Einsatz von Tronsole zur Trittschalldämmung wissenschaftlich begleiten und prüfen lassen. | Foto: Schöck Bauteile GmbH

Um die Anforderungen einzuhalten, wurden die Anschlüsse der Treppenläufe und Podeste akustisch entkoppelt. Je nach Anschlussdetail kamen unterschiedliche Elemente zum Einsatz, um rückwärtige und seitliche Anschlüsse sowie Podestbereiche konstruktiv voneinander zu trennen. Ziel war es, den geforderten Grenzwert von 53 dB für den Trittschall einzuhalten.

Begleitende Messungen im Bauablauf

Da für Holz- und Holzhybridbauten in Deutschland bislang weniger Praxismessungen zum Trittschallschutz vorliegen als im Massivbau, wurde das Projekt messtechnisch begleitet. Damit sollte überprüft werden, ob die rechnerischen Annahmen und Prüfstandsdaten auch unter realen Baustellenbedingungen Bestand haben.

Da die erste Messung zu einem frühen Stadium im  Rohbau, als die Trockenbau-Wände noch nicht erstellt waren, durchgeführt wurde, erfolgte sie über Körperschallaufnehmer anstatt über eine direkte  Luftschallmessung mittels Mikrofon. | Foto: Schöck Bauteile GmbH
Da die erste Messung zu einem frühen Stadium im Rohbau, als die Trockenbau-Wände noch nicht erstellt waren, durchgeführt wurde, erfolgte sie über Körperschallaufnehmer anstatt über eine direkte Luftschallmessung mittels Mikrofon. | Foto: Schöck Bauteile GmbH

Die erste Messung fand im Rohbau statt, als Trockenbauwände noch nicht ausgeführt waren. Gemessen wurde über Körperschallaufnehmer auf der Holzbetonverbunddecke. Aus den erfassten Pegeln wurde rechnerisch der resultierende Norm-Trittschallpegel bestimmt.

Das Fluchttreppenhaus nach Fertigstellung: Das  Zusammenspiel aus klassisch grauem Sichtbeton, Holzhandläufen sowie filigranen weißen Brüstungsblechen im Treppenauge sorgt für eine hochwertige Anmutung. | Foto: Schöck Bauteile GmbH / Arne Mayntz
Das Fluchttreppenhaus nach Fertigstellung: Das Zusammenspiel aus klassisch grauem Sichtbeton, Holzhandläufen sowie filigranen weißen Brüstungsblechen im Treppenauge sorgt für eine hochwertige Anmutung. | Foto: Schöck Bauteile GmbH / Arne Mayntz

Nach Fertigstellung wurde erneut gemessen – diesmal im bezugsfertigen Zustand und damit über die übliche Luftschallmessung des Norm-Trittschallpegels. In beiden Messphasen wurden die Anforderungen eingehalten; die ermittelten Werte lagen unter dem Grenzwert.

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Praxisbeispiel für den Holzhybridbau

Der Neubau der Kreisverwaltung Ostholstein macht deutlich, dass Holzhybridkonstruktionen auch bei komplexeren Bauteilen wie Treppenhäusern funktionieren können – vorausgesetzt, die Anschlüsse werden sorgfältig geplant und akustisch entkoppelt. Gerade im Zusammenspiel von Beton und Holz bleibt der Trittschallschutz ein entscheidender Faktor, um die Nutzungsqualität in modernen Verwaltungsbauten sicherzustellen.

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