Geschosswohnungsbau
Mehrfamilienhauskonzept im seriellen 3D-Betondruck

Bislang galt der 3D-Betondruck vor allem als spektakuläre Einzellösung für Pilotprojekte. Ein neues Gebäudekonzept überträgt die automatisierte Fertigung nun erstmals auf das serielle Bauen im Geschosswohnungsbau. Mit vorkonfigurierten Planpaketen und festen Quadratmeterpreisen soll bezahlbarer Wohnraum planbar werden.

Alles erfasst, aber kein Überblick: Wie läuft das Projekt eigentlich?
Datenchaos am Monatsende? Wie Sie verstreute Baudaten auf einer Plattform zusammenführen und Ihre Projektmargen zielsicher steuern.
Der angespannte Wohnungsmarkt erfordert kürzere Bauzeiten und verlässliche Kostenstrukturen. Die Unternehmen Instatiq und Rupp Gebäudedruck übertragen das Prinzip des seriellen Bauens auf den mobilen 3D-Betondruck. Mit dem Mehrfamilienhauskonzept „Haus Strata“ entwickelten die Kooperationspartner ein dreigeschossiges Gebäude, dessen tragende Wände automatisiert vor Ort gedruckt werden. Auf einer Gesamtwohnfläche von rund 551 Quadratmetern entstehen je nach Variante sechs bis neun Wohneinheiten mit Größen zwischen 41 und 73 Quadratmetern.
Vorkonfiguriertes Planpaket zum Festpreis
Die serielle Logik greift bereits in der Vorbereitung: Gebäudeplanung, Tragwerk, Haustechnik und Bauablauf wurden vorab vollständig aufeinander abgestimmt. Bauherren erwerben das standardisierte Planpaket zu einem Fixpreis von 39.000 Euro netto. Das Paket umfasst neben Werk- und Detailplanungen auch den Nachweis nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), die Gewerkeabstimmung für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro sowie die fertigen Maschinendateien für den Druckprozess. Individuelle Anpassungen beschränken sich auf das jeweilige Grundstück und behördliche Vorgaben.
Schritt von der Einzellösung zur Bauserie

Das Konzept zielt darauf ab, den 3D-Druck aus dem Status von Pilotprojekten in die wiederholbare Anwendung zu überführen. „3D-Betondruck hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sich reale Gebäude automatisiert auf der Baustelle herstellen lassen. Der nächste Schritt ist für uns die Serie. Mit Haus Strata schaffen wir eine wiederholbare Lösung für den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Darin liegt ein wesentlicher Hebel, um neuen Wohnraum schneller und wirtschaftlicher realisieren zu können“, sagt Geschäftsführer Markus Frasch von Instatiq.
Feste Kostengrenzen und Förderstandards
Die Baukosten beziffern die Partner bezugsfertig auf ab 2.800 Euro netto pro Quadratmeter Wohnfläche. Während des automatisierten Wanddrucks kommt das Baustellenteam mit zwei bis drei Personen aus, was dem Fachkräftemangel auf dem Bau begegnet. Das Konzept erfüllt zudem energetische Fördervorgaben: Es ist auf die KfW-Standards „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ sowie Effizienzhaus 40 mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ausgelegt. Für die Variante mit neun Wohnungen greifen zusätzlich die Kriterien der Einkommensorientierten Förderung der BayernLabo.
Pilotprojekt startet 2027 in Bayern

Die praktische Erprobung des Gesamtprozesses beginnt im März 2027 im bayerischen Weißenhorn, wo Rupp Gebäudedruck schon am Druck des ersten mobil 3D-gedruckten Kellers beteiligt war. Rupp übernimmt die schlüsselfertige Ausführung und Gewerkeschnittstellen, während Instatiq die digitale Prozesskette und den mobilen Betondrucker Instatiq P1 steuert. „Für die Baupraxis reicht es nicht, ein Gebäude einmal erfolgreich zu drucken. Entscheidend ist, dass sich Planung und Abläufe zuverlässig wiederholen lassen und Personalbedarf, Termine, Qualität und Kosten früh planbar werden. Genau darauf ist Haus Strata ausgelegt“, betont Geschäftsführer Michael Oßwald von der Rupp Gebäudedruck GmbH.
Im Bau kennen wir uns aus!
Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche. Gleich abonnieren!


Straffer Bauzeitenplan für den Rohbau
Für das Pilotgebäude mit einer Brutto-Grundfläche von 780 Quadratmetern sind 18 reine Drucktage angesetzt. Dabei bringt die Anlage rund 195 Kubikmeter Beton für etwa 975 Quadratmeter Wandfläche ein. Nach zehn Wochen soll der geschlossene Rohbau stehen. Durch die wiederholbare digitale Datenbasis können Folgeprojekte ohne erneuten Planungsaufwand unmittelbar auf dieser Grundlage aufsetzen.
Ein ähnliches Projekt ist bereits vor einem Jahr in Heidelberg entstanden. Dort wurde das erste serielle 3D-Druckprojekt im deutschen Wohnungsbau für die Krausgruppe von Peri 3D Construction erstellt.
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Verwandte Bau-Themen:
Top Bau-Themen:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.
Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz





