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AGFW fordert mehr Rückenwind für Netzumbau

Anlässlich seines Fernwärmetages in Berlin richtet der Fernwärmeverband AGFW klare Forderungen an die Bundesregierung und setzt sich für eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz ein. AGFW-Präsident Dr. Hansjörg Roll, zugleich Technikvorstand der MVV Energie AG, gehen die bisherigen Anstrengungen der Politik nicht weit genug.

Fernwärme-Ausbau 2026: AGFW fordert klare Regeln für klimaneutrale Wärmenetze
Fernwärmekraftwerk – Schlüsselanlage für den Ausbau und die Dekarbonisierung der Wärmenetze | Foto: Wolfgang Weiser/Pexels
„Seit vielen Jahren sind es hauptsächlich die Fernwärmeversorger, die die Hauptlast der Wärmewende schultern. Sie investieren deutschlandweit Milliarden in den Ausbau und die Transformation ihrer Netze hin zu einer klimaneutralen Versorgung. Sie tun das, damit wir als Land unsere Klimaziele erreichen. Vonseiten der Bundesregierung erhalten sie dabei zwar auf der Tonspur grünes Licht, aber bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen werden ihnen noch viel zu oft Steine in den Weg gelegt oder nicht weggeräumt. Die Wärmewende ist und bleibt eine Herkulesaufgabe für die Unternehmen – dafür brauchen wir eine höhere politische und gesellschaftliche Priorität“, so Roll.

Wo die Stolpersteine beim Ausbau der Wärmenetze liegen, erläutert AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch: „Die Wärmelieferverordnung in ihrer jetzigen Form ist seit Jahren ein starker Hemmschuh für den Ausbau der Wärmenetze in Deutschland. Hier wurde eine Novellierung schon länger angekündigt, passiert ist bislang jedoch nichts.“ Ähnlich sehe es bei weiteren, dringend nötigen Aktualisierungen aus, beispielsweise bei der AVBFernwärmeV. „Auf dem Fernwärmegipfel im Juni 2023 hat die Bundesregierung der Branche viel versprochen. Diese angekündigte Unterstützung spüren unsere Unternehmen in der Praxis jedoch nicht. Einzig positives Signal ist bisher die Verbesserung in der Bundesförderung effiziente Wärmenetze, aber das allein reicht nicht, um die gewaltigen Aufgaben zu bewältigen.“

Fernwärme-Ausbau braucht klare Rahmenbedingungen

Dass die Branche auch beim Thema Transparenz ihre Hausaufgaben gemacht habe, verdeutlicht John Miller, stv. AGFW-Geschäftsführer und Bereichsleiter Energiewirtschaft und Politik. Über die Preistransparenzplattform www.waermepreise.info habe der Verband gemeinsam mit BDEW und VKU eine Informationsplattform geschaffen, der sich zahlreiche Unternehmen angeschlossen hätten. „Wir motivieren unsere Mitglieder zudem, sich der Universalschlichtungsstelle des Bundes anzuschließen und bei der Ausgestaltung von Preissystemen auf Branchenstandards zu setzen. Dazu haben wir einen Praxisleitfaden Fernwärmepreissysteme entwickelt, der die Unternehmen dabei unterstützt.“

Gleichzeitig, so AGFW-Präsident Roll, wünschten sich die Fernwärmeversorger auch gesamtgesellschaftlich eine stärkere Anerkennung ihres://r Leistungen. „Ohne unsere Unternehmen ist die Wärme- und Energiewende in Deutschland nicht zu schaffen. Bei all den noch nötigen Investitionen ist es wichtig, dass die Politik durch realistische und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen dafür sorgt, die Interessen von Verbrauchern und Versorgern sinnvoll auszugleichen. Wir als Branche sind nach wie vor bereit, unseren Beitrag zu leisten.“

Realismus erhoffe sich der Verband auch bei der aktuellen Diskussion um die Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). „Eine Rolle rückwärts können wir uns nicht erlauben“, erklärt der AGFW-Präsident. „Verzögerungen verschärfen Unsicherheiten. Notwendig ist ein verständliches, technologieoffenes und investitionsfreundliches GEG für einen klimaneutralen Gebäudebestand.“ Die Reform müsse das bisherige Regelwerk deutlich vereinfachen, Bürokratie abbauen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, so Roll. „Die 65-Prozent-Anforderung bleibt Maßstab für den Hochlauf erneuerbarer Energien und der Fernwärme. Flexibilität, kommunale Wärmeplanung und ein verlässlicher Förderrahmen sind entscheidend für die Wärmewende sowie die Umsetzung der Transformations- und Ausbauziele der Fernwärme.“

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Quelle: AGFW


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