Planungssicherheit für Netze im Fokus
Beim internationalen Nordsee-Gipfel am 26. Januar 2026 in Hamburg haben neun Nordseeanrainerstaaten gemeinsam mit Industrie und Übertragungsnetzbetreibern zentrale Vereinbarungen zum Ausbau der Offshore-Windenergie und zur Stärkung grenzüberschreitender Stromnetze getroffen. Der Gipfel setzt damit ein Signal für eine langfristig ausgerichtete Energieinfrastruktur in Europa.

Zentrales Ergebnis ist die Hamburger Erklärung der Energieministerinnen und -minister. Sie formuliert die gemeinsame Vision, die Nordsee als größtes sauberes Energie-Hub Europas zu entwickeln. Ziel sind bis zu 100 Gigawatt grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität bis 2050. Damit sollen integrierte Wind- und Netzprojekte über nationale Grenzen hinweg erleichtert und beschleunigt werden.
Investitionspakt: Mehr Planungssicherheit für Industrie und Netzbetreiber
Ergänzend wurde ein Investitionspakt für die Nordsee unterzeichnet. Er vereint Regierungen, Unternehmen der Offshore-Windindustrie und Übertragungsnetzbetreiber unter einer gemeinsamen Zielsetzung. Vorgesehen ist, zwischen 2031 und 2040 jährlich rund 15 Gigawatt Offshore-Windleistung auszuschreiben. Gleichzeitig sollen marktverträgliche Rahmenbedingungen geschaffen, Investitionsrisiken reduziert und die Planungssicherheit für Industrie und Netzbetreiber weiter erhöht werden. Die Beteiligten gehen von einem potenziellen wirtschaftlichen Gesamtvolumen von rund einer Billion Euro sowie von zehntausenden neuen Arbeitsplätzen aus.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gipfels war der Schutz kritischer Energieinfrastruktur. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und zunehmender Bedrohungen für Stromnetze, Datenleitungen und Pipelines bekräftigten die Teilnehmer ihre gemeinsame Verantwortung, die Resilienz dieser Infrastrukturen zu stärken und die Sicherheitskooperation auszubauen.
Neue Perspektiven für Betreiber und Bauunternehmen
Für Netzbetreiber bedeuten die Gipfelergebnisse vor allem verlässlichere Ausbaupfade. Regelmäßige Ausschreibungen, stabilere Rahmenbedingungen, eine stärkere Koordination grenzüberschreitender Projekte sowie die engere Verzahnung von Offshore-Windenergie und Stromnetzen schaffen neue operative und strategische Perspektiven. Davon profitieren insbesondere Unternehmen, die Netzinfrastrukturen planen, bauen oder instand halten.
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Dr. Marc Peters, Vorstandsmitglied im Bundesverband grabenlose Technologien e.V., ordnet die Ergebnisse aus Verbandssicht ein: „Der Nordsee-Gipfel zeigt, dass der Ausbau der Energieinfrastruktur – off- und onshore – politisch gewollt ist und langfristig abgesichert werden soll. Entscheidend ist nun, dass Planungssicherheit und baldige Umsetzung zusammenkommen.“ Wenn Netze schneller, sicherer und resilienter werden sollen, führe an grabenlosen Technologien kein Weg vorbei, so Peters weiter. Diese leisteten einen wichtigen Beitrag, um Energie- und Versorgungsnetze effizient sowie mit minimalen Eingriffen in Umwelt und bestehende Infrastruktur zu erweitern oder zu modernisieren.
Quelle: BGT e.V.
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