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Grabensanierung in Deutschland: Neue SPR RO Wickelrohrtechnologie von Swietelsky-Faber

Wickelrohrverfahren

Swietelsky-Faber setzt SPR RO-Technologie erstmals in Deutschland ein

28.09.2026, 15:43, aktualisiert 29.09.2026, 10:09
UNKEL
Grabensanierung in Deutschland: Neue SPR RO Wickelrohrtechnologie von Swietelsky-Faber
Ein Blick auf die SPR RO-Wickelrohrtechnologie im Einsatz. | Foto: Swietelsky-Faber GmbH

Mit dem erstmaligen Einsatz der von Sekisui entwickelten SPR RO-Wickelrohrtechnologie mit dem Rotaloc-Wickelrohrsystem von Rib Loc erweitert Swietelsky-Faber sein Leistungsspektrum in der grabenlosen Rohrsanierung. Bei einem aktuellen Sanierungsprojekt in Unkel wird das Verfahren erstmals in den Nennweiten DN 800 und DN 900 angewendet.


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Die technologische Weiterentwicklung umfasst laut Alexander Thieme, Oberbauleiter in der Swietelsky-Faber Niederlassung in Leipzig, insbesondere eine Effizienzsteigerung der Gerätetechnik. Dazu zählt demnach der Einsatz einer weiterentwickelten, leichteren und montagefreundlicheren Hydraulikmaschine, welche den Einbauprozess vereinfacht, die Handhabung auf der Baustelle verbessert und damit zu einer noch wirtschaftlicheren Umsetzung der Instandsetzungsarbeiten beitragen soll.

Grabenlose Sanierung in Unkel

Im Auftrag der Verbandsgemeinde Unkel, gelegen im nördlichen Rheinland-Pfalz, wurde ein bestehender Betonkanal auf einer Gesamtlänge von 610 Metern saniert. Die Verbandsgemeinde Unkel umfasst die Stadt Unkel sowie diverse umliegende Ortsgemeinden und ist über ihr Abwasserwerk für die kommunale Abwasserentsorgung des Gebiets zuständig. Dazu zählt auch die schrittweise Instandsetzung des Abwassernetzes. Das öffentlich ausgeschriebene Bauvorhaben umfasste insgesamt neun Haltungen – davon 160 Meter in DN 800 sowie 450 Meter in DN 900. Zusätzlich wurden 82 Zuläufe mit Anschlusspassstücken der Klasse B gemäß ISO 11300 versehen. Der Einbau der Profile erfolgte über neun Tangentialschächte. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts markiert laut Thieme einen wichtigen Schritt bei der Weiterentwicklung des Technologieportfolios von Swietelsky-Faber und schafft zusätzliche Möglichkeiten für die Sanierung größerer Kreisprofile.

Für große Rohrdimensionen

Die SPR RO-Technologie wurde speziell für die grabenlose Sanierung großer Rohrdimensionen entwickelt und eignet sich für Nennweiten von DN 800 bis DN 1800. Das Verfahren basiert auf einem werkseitig produzierten Kunststoffprofil, das direkt im bestehenden Rohr kontinuierlich zu einem neuen Close-Fit-Rohrsystem gewickelt wird. Ein weiterer Vorteil der SPR RO-Technologie liegt für den Oberbauleiter darin, dass für die Linerinstallation im Vergleich zur herkömmlichen Linerinstallation deutlich weniger Gerätetechnik erforderlich ist, wodurch der notwendige Platzbedarf und der erforderliche Energieeinsatz deutlich reduziert werden. Beim Projekt in Unkel kam das Profil SPR RO 91-21 RO zum Einsatz, welches in internationaler Kooperation zwischen Japan, Australien und Deutschland entwickelt wurde.

Blick auf das Wickelverfahren

Während des Einbaus werden die Profilkanten formschlüssig miteinander verriegelt. Durch dieses Wickelverfahren entsteht ein passgenauer Close-Fit-Liner, der sich optimal an die vorhandene Rohrgeometrie anpasst. Wie in jeder herkömmlichen Linerinstallation werden auch hier Übergangsbereiche zu den Bauwerken und Profilstöße dauerhaft mit EP-Applikation oder durch GFK-Laminierung hergestellt. Das Ergebnis ist ein dichter und belastbarer Liner, der laut Herstellerangaben den Anforderungen an eine langfristige und nachhaltige Rohrsanierung gerecht wird.

Der zu sanierende Betonkanal wies verschiedene Schadensbilder auf, darunter Undichtigkeiten, Risse, undichte Muffenverbindungen sowie Korrosionserscheinungen. Durch den Einbau des SPR RO-Wickelrohrsystems konnte die vorhandene Kanalstruktur nachhaltig ertüchtigt und eine langfristige Betriebssicherheit hergestellt werden, so Thieme.

Mörtelfreie Lösung mit mehreren Vorteilen

Ein wesentlicher Vorteil der SPR RO-Technologie liegt demnach in der mörtelfreien Bauweise. Im Gegensatz zu klassischen Sanierungsverfahren, insbesondere im Großprofilbereich, ist kein Ringspaltmörtel für die Hinterfüllung erforderlich. Damit wird bewusst auf den Einsatz von Mörteln und zementgebundenen Baustoffen verzichtet, deren Herstellung mit einem erheblichen CO₂-Ausstoß verbunden ist und deshalb in der Bauwirtschaft zunehmend kritisch betrachtet wird. Durch den Wegfall dieser Baustoffe können Einbauzeiten optimiert, zusätzliche Arbeitsschritte reduziert und ökologische Belastungen verringert werden, betont Thieme.

Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Sanierung großer Rohrdimensionen bei gleichzeitig hoher struktureller Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus bietet die ringraumfreie Bauweise eine Optimierung der hydraulischen Eigenschaften des Kanals. Insbesondere bei anspruchsvollen Einbausituationen und begrenzten Zugänglichkeiten ist die Technologie eine leistungsfähige Alternative zu konventionellen Sanierungsverfahren. Die Gesamtumsetzung des Projekts in Unkel erfolgte laut Thieme innerhalb einer Rekordbauzeit von drei Wochen.

Ergänzung der bestehenden SPR-Systemfamilie

Mit der Einführung von SPR RO baut Swietelsky-Faber eigenen Angaben zufolge seine Kompetenz im Bereich der Wickelrohrtechnologien weiter aus. Neben den bereits etablierten Verfahren SPR EX und SPR TM stehe Auftraggebern damit eine weitere zukunftssichere Lösung für die hydraulische, strukturelle und wirtschaftliche Sanierung großer Rohrdimensionen zur Verfügung. Durch die Erweiterung des Portfolios kann demzufolge künftig noch gezielter auf die jeweiligen Anforderungen der Projekte eingegangen und die technisch sowie wirtschaftlich optimale Sanierungslösung ausgewählt werden.

Der Wickelrohrtag 2027

Wer sich über die Wickelrohrtechnologie informieren und den praktischen Einsatz live erleben möchte, hat dazu beim Wickelrohrtag am 10. Juni 2027 in der Rheingoldhalle Mainz Gelegenheit. Unter dem Motto „Wickelrohrtechnologie live erleben, Erfahrungen austauschen und Neues entdecken“ bietet die Veranstaltung Raum für Praxis, Erfahrungsaustausch und fachliche Einblicke. Veranstalter ist die Technische Akademie Hannover e. V. (TAH).

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Quelle: Alexander Thieme


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