Schachtsanierung
XXL-Maßarbeit in Gewässernähe

Erhebliche Schäden und der sensible Standort machten die Sanierung eines großdimensionierten Abwasserschachts im nordrhein-westfälischen Schwalmtal zu einer besonderen Herausforderung. Statt eines aufwendigen Neubaus mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt entschieden sich die Projektbeteiligten für eine Erneuerung im Bestand: Dank digitalem 3D-Scan und maßgefertigten GFK-Segmenten wurde das Bauwerk innerhalb kurzer Zeit nachhaltig saniert.

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Anlass der Maßnahme war der fortschreitende bauliche Verfall des Bestandsbauwerks: mangelnde Tragfähigkeit, Undichtigkeiten sowie eine starke Infiltration von Fremdwasser bei gleichzeitigem Risiko der Exfiltration von Abwasser in ein angrenzendes Gewässer machten eine umfassende Sanierung erforderlich. Das Bauwerk bestand aus heterogenen Werkstoffen – PVC, Steinzeug, Kanalklinker und Beton –, was eine differenzierte Instandsetzung erforderte. Es galt, Dichtheit, Betriebssicherheit und statische Stabilität wiederherzustellen – bei möglichst geringer Beeinträchtigung der Umgebung.
Enges Umfeld, hohe Wasserstände, klare Lösung
Die Rahmenbedingungen stellten hohe Anforderungen an die Planung und Ausführung. Das Bauwerk befindet sich auf einem privaten Grundstück, rund 15 Meter abseits einer Ortsstraße und in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer, teilweise im sensiblen Umfeld eines Naturschutzbereichs. Hinzu kamen hohe Grundwasserstände, die besondere Abdichtmaßnahmen verlangten, um das Eindringen von Fremdwasser und den Austritt von Abwasser zuverlässig zu verhindern. Ein vollständiger Neubau hätte unter diesen Bedingungen massive Eingriffe bedeutet – unter anderem durch Grundwasserabsenkung und Eingriffe in das umliegende Gewässer – und wurde daher verworfen. Stattdessen fiel die Entscheidung auf eine technisch und wirtschaftlich optimierte Sanierungslösung.
Digitale Bestandsaufnahme als Grundlage

Im Vorfeld der Maßnahme führte die Predl GmbH ein präzises 3D-Aufmaß des Bestandsbauwerks durch. Mithilfe eines terrestrischen Laserscanners wurde die Schachtgeometrie vollständig erfasst und als digitale Punktwolke abgebildet. Auf dieser Basis entstand ein detailgetreues 3D-Modell, das als Grundlage für die passgenaue Konstruktion und Fertigung des neuen Schachtsystems diente und eine montageoptimierte Umsetzung im Bestand ermöglichte.
Rückbau im Bestand
Sanierungstechnik Dommel übernahm die bauliche Umsetzung – von Rückbau, Reinigung und Abdichtung über die Montage des maßgefertigten Schachtsystems bis hin zu Verguss und Endausstattung. Nach der Einrichtung der Baustelle begann das Team mit dem Abbruch der vorhandenen Betonabdeckplatte und der Schachtsohle. Einragende Stutzen wurden bündig zurückgeschnitten und stillgelegte Leitungen verschlossen. Anschließend erfolgte die Reinigung des Bauwerks mit Wasserhochdrucktechnik, um einen tragfähigen und sauberen Untergrund zu schaffen.
Passgenau statt Standard

Darüber hinaus koordinierte Dommel die Fertigung und Anlieferung des neuen – in zwei Segmenten vorproduzierten – GFK-Schachtbauwerks von Predl. Unter Werksaufsicht von Predl übernahm das Dommel-Team das Versetzen der Schachtsegmente per Kran sowie deren passgenaue Verbindung mit einem vom Auftraggeber bereitgestellten DIBt-zugelassenen Systemklebstoff. Den Ringspalt zwischen Alt- und Neubau verfüllte Dommel mit einem kunststoffmodifizierten Vergussmörtel. Dieser Spezialmörtel zeichnet sich durch hohe Fließfähigkeit, Frühfestigkeit, chemische Resistenz sowie vollständige Wasserundurchlässigkeit aus.
Präziser Endausbau und geprüfte Ausführung

Nach der Unterteil- und Wandmontage folgte der Einbau der Abdeckplatte aus Stahlbeton, ebenfalls mit GFK-Auskleidung. Das Heben und passgenaue Setzen der Abdeckplatte erfolgte mit Dommel-eigener Hebetechnik. Ergänzend installierte die Baukolonne eine Edelstahl-Abstiegsleiter des Typ V4A mit druckwasserdichter Wandverankerung. Alle Arbeitsschritte wurden nach den Vorgaben der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau (GZ 961, Gruppen S42 und AK3) sowie den einschlägigen Vorschriften der DGUV ausgeführt. Darüber hinaus sorgte ein kontinuierliches Überwachungssystem mit täglichen Gasmessungen, Atemschutz und dokumentierten Sicherheitsunterweisungen für Sicherheit und Qualität. Die fortlaufende Dokumentation bildete die Grundlage für die abschließende Abrechnung und Qualitätsprüfung.

Schnelle Umsetzung unter anspruchsvollen Bedingungen
Die Maßnahme in Schwalmtal zeigt, wie technisch anspruchsvolle Sanierungen von Abwasserbauwerken mit digitalem Aufmaß, effizienter Arbeitsvorbereitung und hohem Qualitätsbewusstsein zuverlässig umgesetzt werden können. Sie steht damit beispielhaft für den modernen Ansatz im kommunalen Tiefbau: digital geplant, industriell vorgefertigt, handwerklich einwandfrei umgesetzt.

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Quelle: Sanierungstechnik Dommel
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