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B_Iumweltbau

Grabenlos in Schlangenlinien

In Backnang hat das Tight-In-Pipe-Verfahren selbst bei komplexen Bedingungen eine schnelle Bauausführung ermöglicht und Umweltbelastung durch den Verzicht auf aufwendige Tiefbauarbeiten reduziert.

TIP-Verfahren in Backnang unter komplexen Bedingungen
Im Auftrag der Stadtentwässerung Backnang renovierte Sanierungstechnik Dommel einen komplexen Abschnitt des Mischwasserkanals in der Stuttgarter Straße. | Foto: Sanierungstechnik Dommel

Im Auftrag der Stadtentwässerung Backnang sanierte die Sanierungstechnik Dommel GmbH in der Stuttgarter Straße drei stark beschädigte Kanalhaltungen aus Steinzeug (zwei DN 300 und eine DN 350) auf einer Länge von rund 104 Metern. Die Kanalhaltungen zwischen den Schächten wiesen gravierende Schäden auf: punktuelle Undichtigkeiten, Risse, Rohrbrüche, Versätze, Wurzeleinwüchse und verfestigte Ablagerungen. Aufgrund dieser Schadensbilder und der Lage im stark frequentierten Stadtzentrum setzte die Stadtentwässerung der Großen Kreisstadt Backnang bei der Maßnahme auf das grabenlose Tight-In-Pipe(TIP)-Verfahren.

Beim TIP-Verfahren bleibt die hydraulische Leistungsfähigkeit nahezu vollständig erhalten. Trotz eines teilweisen Verlaufs in „Schlangenlinien“ stellten die Rohre ein dichtes System wieder her. | Foto: Sanierungstechnik Dommel
Beim TIP-Verfahren bleibt die hydraulische Leistungsfähigkeit nahezu vollständig erhalten. Trotz eines teilweisen Verlaufs in „Schlangenlinien“ stellten die Rohre ein dichtes System wieder her. | Foto: Sanierungstechnik Dommel

Um die Ausführungsqualität sicherzustellen, wurden kritische Gewerke im Rahmen der Ausschreibung durch eigene Vertragsbedingungen geregelt, deren Einhaltung auch im Zuge der Ausführung eingefordert wurden. Dommel platzierte im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung das wirtschaftlichste Angebot.

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TIP: Lösung für komplexe Schadensbilder

Beim TIP-Verfahren (Einzelrohrlining ohne Ringraum) wird die ursprüngliche Substanz des bestehenden Abwasserkanals in die neue Konstruktion einbezogen. Dabei wurden die neuen Rohre aus Polypropylen (DN/OD 285 x 13,0 bzw. DN/OD 340 x 15,0) direkt in das Altrohr eingebracht und liegen eng an der Rohrwandung an, wodurch der Querschnitt nur minimal reduziert wird. Außerdem formte eine vorgeschaltete Kalibrierhülse Versätze und Deformationen zurück, sodass der kreisrunde Rohrzustand wiederhergestellt wurde. Die statisch selbsttragenden Rohre bieten eine technische Nutzungsdauer von 80 Jahren oder mehr und sind besonders beständig gegenüber chemischen und mechanischen Belastungen.

Vor dem Einzug wird das neue Rohr im Schacht positioniert und anschließend mittels Hydrauliktechnik in das Altrohr eingeschoben. | Foto: Sanierungstechnik Dommel
Vor dem Einzug wird das neue Rohr im Schacht positioniert und anschließend mittels Hydrauliktechnik in das Altrohr eingeschoben. | Foto: Sanierungstechnik Dommel
Im Zuge der Arbeiten wurden zudem vier bestehende Anschlüsse an die Linerrohre angebunden. Dabei wurden die drei Anschlüsse DN 150 mittels Harzinjektion hergestellt, während der Anschluss DN 250 über einen Einschweißsattel erfolgte. Ein weiterer, bereits vorhandener Anschluss DN 150 wurde lediglich geöffnet, ohne im Zuge der Sanierung im TIP-Verfahren angebunden zu werden. Die Anbindung dieses Anschlusses erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im Zuge der Erneuerung des gesamten Abwasseranschlusskanals in offener Bauweise mit einem Aufschweißsattel an der bestehenden Öffnung. Außerdem wird auch ein weiterer Anschluss mit einem Aufschweißsattel an dem im TIP-Verfahren eingebauten Rohr neu hergestellt.

Als besondere Herausforderung zeigte sich, dass die Altrohre teilweise nicht nur verformt waren, sondern zusätzlich auch in „Schlangenlinien“ verliefen – Aspekte, die bei der Ausführung entsprechend berücksichtigt wurden. Die TIP-Rohrmodule ermöglichten anschließend die Wiederherstellung eines dichten und betriebssicheren Rohrsystems.

Durch die Wiederherstellung der Schachtgerinne nach Abschluss der Arbeiten wurden sowohl die ursprüngliche Geometrie als auch die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gerinnes wiederhergestellt. | Foto: Sanierungstechnik Dommel
Durch die Wiederherstellung der Schachtgerinne nach Abschluss der Arbeiten wurden sowohl die ursprüngliche Geometrie als auch die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gerinnes wiederhergestellt. | Foto: Sanierungstechnik Dommel

Sorgfältige Vorarbeiten und begleitende Maßnahmen

Eine sorgfältige Vorbereitung unterstützte die Arbeiten. Dabei mussten die Gerinne der Schächte zurückgebaut werden, um ausreichend Platz für den Rohreinbau zu schaffen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurden die Gerinne fachgerecht in Klinkerbauweise wiederhergestellt, wodurch sowohl die ursprüngliche Geometrie als auch die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gerinnes gesichert wurden. Außerdem führte Dommel vor der Sanierung eine umfassende Kanalreinigung durch, bei der Ablagerungen und Hindernisse wie Muffenversätze und Wurzeleinwüchse entfernt wurden. Mithilfe eines Fräsroboters wurden die Problemstellen beseitigt und die Arbeiten durchgehend mittels TV-Aufzeichnung dokumentiert. Eine Kamerabefahrung vor und nach der Sanierung belegte anschließend sowohl den freien Leitungsverlauf als auch die fachgerechte Ausführung der Arbeiten.
Eine Kamerabefahrung nach der Sanierung zeigte auf, dass die Qualität der Arbeiten auch bei den Anschlusseinbindungen den hohen Anforderungen entsprach. | Foto: Sanierungstechnik Dommel
Eine Kamerabefahrung nach der Sanierung zeigte auf, dass die Qualität der Arbeiten auch bei den Anschlusseinbindungen den hohen Anforderungen entsprach. | Foto: Sanierungstechnik Dommel

Während der Bauphase stellte Dommel die Abwasserentsorgung durch eine präzise geplante Abflusslenkung sicher. Leistungsstarke Abwasserpumpen und verschiebesichere Schlauchbrücken ermöglichten dabei die Überleitung des Abwassers, ohne den Betrieb der Kanalisation zu unterbrechen. Die Anschlussanbindung im Injektionsverfahren wurde ebenfalls unter Kamerabeobachtung durchgeführt und dokumentiert.

Quelle: Sanierungstechnik Dommel


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