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Kanalsanierung/

Minimalinvasive Schachtsanierung: 3D-Vermessung für passgenaue Lösungen

Schachtsanierung

Minimalinvasives Verfahren nach dem 3D-Scan

19.10.2026, 10:25
FREIBURG/REICHENBACH
Minimalinvasive Schachtsanierung: 3D-Vermessung für passgenaue Lösungen
Auf Basis eines präzisen 3D-Scans entwickelte Rehau für das komplexe Projekt in Freiburg eine hydraulisch und geometrisch optimierte Sonderkonstruktion. Herzstück war ein maßgeschneiderter Schachtboden DN 1400, der aus massivem PP-Blockmaterial gefräst wurde. | Foto: Rehau Industries

Komplexe Geometrien und enge Zeitfenster erschweren die Sanierung alter Abwasserschächte. Das modulare Schacht-in-Schacht-Verfahren von Rehau ermöglicht eine minimalinvasive Bauweise: Auf Basis exakter 3D-Scans werden passgenaue Bauteile vorgefertigt und in kleinerer Nennweite in den Altschacht eingesetzt. Zwei Praxisbeispiele demonstrieren den Ablauf unter erschwerten Bedingungen.


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Die Sanierung von Trinkwasserleitungen ist eine Herausforderung: Neben der technischen Erneuerung spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle.


Wenn Abwasserschächte in großen Tiefen oder unter sensibler Infrastruktur saniert werden müssen, bedeuten klassische Ersatzneubauten meist wochenlange Straßensperrungen und massive Erdarbeiten. Eine Alternative bietet eine grabenlose, minimalinvasive Herangehensweise, wie etwa das Rehau Schacht-in-Schacht-Verfahren. Hierbei wird ein Schacht der nächstkleineren Nennweite werkseitig vorgefertigt und in das bestehende Bauwerk integriert. Der Altschacht verbleibt als verlorener Verbau im Boden.

Das beschädigte Gerinne wird ausgestemmt und durch ein vorgefertigtes Modul ersetzt, das mittels Absperrblasen ausgerichtet wird. Im Ergebnis entsteht ein statisch belastbarer und dichter Aufbau. Der wesentliche Vorteil für Planungsbüros und ausschreibende Stellen liegt in der hohen Anpassungsfähigkeit: Zuläufe, Übergänge und Schachtgeometrien lassen sich exakt auf die Bestandssituation abstimmen.

Komplexe Baustellensituation in Freiburg: Ein Beton-Hauptsammler DN 1500 musste in rund sechs Metern Tiefe direkt unter einer Straßenbahntrasse mit aktiver Oberleitung erneuert werden. | Foto: Rehau Industries
Komplexe Baustellensituation in Freiburg: Ein Beton-Hauptsammler DN 1500 musste in rund sechs Metern Tiefe direkt unter einer Straßenbahntrasse mit aktiver Oberleitung erneuert werden. | Foto: Rehau Industries

Projekt Freiburg: Präzision unter aktiven Straßenbahngleisen

In Freiburg im Breisgau erforderte ein sanierungsbedürftiger Beton-Hauptsammler (DN 1500) in rund sechs Metern Tiefe eine passgenaue Lösung. Die Herausforderung: Der Schacht lag direkt unter einer Straßenbahntrasse mit aktiver Oberleitung. Hinzu kamen drückendes Grundwasser und eine anspruchsvolle Anschlussgeometrie, da die Zuläufe DN 1100 und DN 700 sehr dicht beieinander lagen. Diese mussten im neuen, kleineren Querschnitt exakt an ihrer ursprünglichen Position aufgenommen werden.

Beim Rehau Schacht-in-Schacht-Verfahren wird ein neuer Schacht aus Polypropylen mit geringerer Nennweite in den bestehenden, häufig korrodierten Betonschacht integriert. | Foto: Rehau Industries
Beim Rehau Schacht-in-Schacht-Verfahren wird ein neuer Schacht aus Polypropylen mit geringerer Nennweite in den bestehenden, häufig korrodierten Betonschacht integriert. | Foto: Rehau Industries

Die Grundlage bildete eine millimetergenaue 3D-Bestandsaufnahme während der nächtlichen Betriebsruhe der Straßenbahn. Das drückende Grundwasser wurde vorab mit Spezialmörtel abgedichtet. Auf Basis des 3D-Scans entwickelte REHAU einen maßgeschneiderten Schachtboden (DN 1400), der aus massivem Polypropylen (PP)-Blockmaterial gefräst wurde. Um Überschneidungen der großen Zuläufe im neuen Schachtkörper zu verhindern, wurden diese in einer ovalen Sondergeometrie ausgeführt und über spezielle Packer an den Bestand angebunden. Zusätzlich wurden weitere Zuläufe (DN 300 und DN 600) integriert.

Der weitere Aufbau erfolgte über ein Wickelrohr (DN 1300) und einen Standardschacht (DN 1000) inklusive Konus-Übergang. Der Einbau des Grundkörpers und des Steigrohrs konnte innerhalb eines Tages abgeschlossen werden, sodass Arbeiten an der Oberleitung während der Maßnahme nicht erforderlich waren.

In Reichenbach war in einer stark befahrenen Kreuzung ein rund sieben Meter tiefer, rechteckiger Klinkerschacht teilweise eingestürzt. Die Schachtsanierung erfolgte mit dem Rehau Schacht-in-Schacht-Verfahren. | Foto: Rehau Industries
In Reichenbach war in einer stark befahrenen Kreuzung ein rund sieben Meter tiefer, rechteckiger Klinkerschacht teilweise eingestürzt. Die Schachtsanierung erfolgte mit dem Rehau Schacht-in-Schacht-Verfahren. | Foto: Rehau Industries

Projekt Reichenbach: Ersatzneubau in der Kreuzungsmitte abgewendet

Eine noch komplexere Ausgangslage fand sich im sächsischen Reichenbach. Inmitten einer stark befahrenen Kreuzung war ein sieben Meter tiefer, rechteckiger Klinkerschacht teilweise eingestürzt. Unter dem Schacht verlief ein Eiprofilgerinne (1500/1300 mm) mit sechs Zuläufen, das neben Mischwasser auch Bachwasser abführt. Die Betriebssicherheit musste jederzeit gewährleistet bleiben. Ein ursprünglich geplanter Ersatzneubau (mindestens DN 2000) hätte eine 8 x 7 Meter große und sieben Meter tiefe Baugrube sowie riskante Arbeiten nahe benachbarter Gas- und Trinkwasserleitungen erfordert.

Um diesen massiven Eingriff in den Baugrund zu umgehen, wurde gezielt eine individuelle Schacht-in-Schacht-Lösung entwickelt, die den vorhandenen Baukörper weiternutzt. Auch hier lieferte ein hochpräziser 3D-Laserscan die Datengrundlage, um die historische Geometrie exakt nachzubilden.

Für die Schachtsanierung in Reichenbach kombinierte Rehau unterschiedliche Fertigungstechnologien. Die einzelnen Komponenten wurden schließlich auf der Baustelle zusammengefügt und verschweißt. | Foto: Rehau Industries
Für die Schachtsanierung in Reichenbach kombinierte Rehau unterschiedliche Fertigungstechnologien. Die einzelnen Komponenten wurden schließlich auf der Baustelle zusammengefügt und verschweißt. | Foto: Rehau Industries

Technische Umsetzung: Frästechnik, 3D-Druck und Wickelrohr im Verbund

Um die komplexe Geometrie in Reichenbach vollständig abzubilden, kombinierte REHAU drei Fertigungstechnologien: Der individuelle Schachtboden wurde aus PP-Vollblöcken gefräst und durch ein zusätzlich 3D-gedrucktes Bauteil ergänzt. Für den Schachtaufstieg kam ein PP-Wickelrohr (DN 1500) mit vorkonfektionierter Voute zum Einsatz. Speziell gefertigte Ei-Profil-Passstücke stellten den sauberen Übergang zum geklinkerten Hauptkanal her.

Während die detaillierte Planung und Konstruktion rund sieben Monate und die Fertigung sechs Wochen in Anspruch nahmen, dauerte das Zusammenfügen und Verschweißen der Komponenten auf der Baustelle lediglich einen Tag. Die Praxisbeispiele belegen, dass durch eine intensive digitale Vorplanung und den Einsatz von CNC-Frästechnik sowie 3D-Druck auch hochkomplexe Sanierungsvorhaben im Tiefbau innerhalb kürzester Sperrzeiten umgesetzt werden können.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Kanal- und Schachtsanierung:

Quelle: Rehau

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