Schachtsanierung richtig machen: So vermeiden Sie teure Folgeschäden
Wie komplex die Sanierung von Abwasserschächten ist, wird im Betriebsalltag häufig unterschätzt. Dabei zeigen Praxis und Forschung seit Jahren, dass gerade hier kleine Ausführungsfehler zu erheblichen Folgeschäden führen können. Im Podcast sprechen Bert Bosseler und Markus Gillar vom IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur über typische Schwachstellen, wiederkehrende Fehlerbilder und zentrale Erfolgsfaktoren bei der Sanierung von Abwasserschächten.

Worauf es wirklich ankommt, nämlich eine sorgfältige Untergrundvorbereitung und die Wahl des geeigneten Sanierungsverfahrens, hören Sie in Folge 7 des IKT-Podcasts KanalSpezial.
Schachtsanierung ist kein „Mitlaufen“ zur Haltungssanierung
Schachtsanierung ist eine eigenständige Sanierungsaufgabe. In der Praxis wird sie jedoch häufig als begleitende Maßnahme zur Haltungssanierung behandelt. Genau darin sehen Bosseler und Gillar ein strukturelles Problem.

Abwasserschächte erfüllen eigenständige Funktionen im Netz und sind anderen Beanspruchungen ausgesetzt als Haltungen. Entsprechend unterscheiden sich auch Schadensmechanismen, Sanierungsziele und technische Anforderungen. Eine schematische Übertragung von Vorgehensweisen aus der Haltungssanierung führt daher häufig zu mangelhaften Ergebnissen.
Untergrundvorbereitung ist kritischer Erfolgsfaktor für Schachtsanierung
Besonders deutlich wird im Podcast die Bedeutung der Untergrundvorbereitung. Sie ist nach Einschätzung beider Gesprächspartner einer der häufigsten Schwachpunkte bei Schachtsanierungen.
Unzureichend vorbereitete Oberflächen, verbleibende Schadstoffe oder ungeeignete Vorarbeiten beeinträchtigen die Haftung von Auskleidungen und Beschichtungen erheblich. Die Folge sind frühzeitige Ablösungen, Undichtigkeiten oder erneute Schäden – oft bereits nach wenigen Jahren.

Die Qualität der Untergrundvorbereitung entscheidet damit maßgeblich über die Dauerhaftigkeit der Sanierung.
Materialwahl und Ausführung bei Schachtsanierung
Neben der Untergrundvorbereitung thematisiert der Podcast die Auswahl geeigneter Sanierungssysteme und die handwerkliche Ausführung. Der Markt bietet eine Vielzahl von Materialien und Verfahren – aber nicht jedes ist für jede Schadenssituation geeignet.

Bosseler und Gillar betonen, dass viele Probleme nicht aus fehlenden technischen Lösungen resultieren, sondern aus deren falscher Anwendung. Unklare Randbedingungen, unzureichende Abstimmung auf den vorhandenen Schachtzustand oder Abweichungen von den Verarbeitungsvorgaben führen regelmäßig zu Schäden.
Qualitätssicherung beginnt vor der Ausführung
Ein weiterer Schwerpunkt des Podcasts ist die Rolle der Qualitätssicherung. Diese wird häufig auf die Abnahme reduziert. Aus Sicht der Experten greift das deutlich zu kurz.
Entscheidend ist die Begleitung des gesamten Sanierungsprozesses – von der Bestandsaufnahme über die Ausführung bis zur Dokumentation. Nur so lassen sich Fehler frühzeitig erkennen und korrigieren. Qualitätssicherung ist damit kein bürokratischer Zusatz, sondern ein zentrales Instrument der betrieblichen Risikominimierung.
Dokumentation ist Betreiberpflicht
Eng verknüpft mit der Qualitätssicherung ist die Dokumentation. Sie dient nicht nur der Nachvollziehbarkeit, sondern auch der rechtlichen und organisatorischen Absicherung des Kanalnetzbetreibers.
Im Podcast wird deutlich: Wer Sanierungsentscheidungen, Ausführungsbedingungen und Ergebnisse nicht sauber dokumentiert, verliert langfristig die Kontrolle über den Zustand seiner Schächte – und erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen in der Zukunft.
Schachtsanierung braucht Fachwissen und Aufmerksamkeit
Die Sanierung von Abwasserschächten ist ein technisch anspruchsvolles und betrieblich relevantes Thema. Kleine Fehler in Vorbereitung, Ausführung oder Überwachung können große negative Langzeitwirkungen haben.

Bosseler und Gillar plädieren daher für mehr Fachwissen, klare Verantwortlichkeiten und eine stärkere Fokussierung auf Qualitätssicherung und Dokumentation. Nur so lassen sich dauerhafte Sanierungserfolge erzielen und Folgekosten vermeiden.
Mehr Wissen: Weiterbildung zur Schachtsanierung beim IKT
Die im Podcast beschriebenen Herausforderungen zeigen deutlich: Schachtsanierung erfordert fundiertes Fachwissen, klare Prozesse und Erfahrung aus der Praxis. Das IKT bietet hierzu zwei aufeinander abgestimmte Weiterbildungsformate an:
Online-Crashkurs Schachtsanierung
Für den kompakten Einstieg oder die gezielte Auffrischung.
Der Online-Crashkurs vermittelt praxisnah:
- typische Schadensbilder an Abwasserschächten und deren Ursachen,
- Untergrundvorbereitung, Auskleidung und Beschichtung,
- Auswahl geeigneter Sanierungsverfahren,
- Qualitätssicherung, Fremdüberwachung und Protokollierung aus Betreibersicht.
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27. Februar, 06. + 13. März 2026
04., 11., 18. und 25. September 2026
Programm und Anmeldung unter diesem Link.
Zertifikats-Lehrgang Schachtsanierungsberater
Für alle, die tiefer einsteigen und Verantwortung übernehmen.
Der mehrtägige Präsenzlehrgang richtet sich an Fachleute, die:
- Schachtsanierungen fachlich bewerten, begleiten oder steuern,
- Sanierungsverfahren sicher auswählen und begründen wollen,
- Qualität systematisch sichern möchten,
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21. – 23. April 2026
13. – 15. Oktober 2026
Programm und Anmeldung unter diesem Link.
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