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Kommunaltechnik/

Dekarbonisierung im GaLaBau: Wie Unterföhring auf Akku-Technik setzt

Grünpflege

Wie der Bauhof in Unterföhring die Grünpflege elektrifiziert

27.07.2026, 06:00
UNTERFÖHRING
Dekarbonisierung im GaLaBau: Wie Unterföhring auf Akku-Technik setzt
Matthias Braun (links) und Christian Resch sind zwei von 13 Mitarbeitenden, die in der Grünpflege mit Pellenc-Akkugeräten arbeiten. | Foto: Pellenc

Die CO2-Reduktion beginnt bei der Grünpflege. Und weil die oberbayerische Gemeinde Unterföhring die Dekarbonisierung konsequent vorantreiben will, ersetzen elektrische Geräte schrittweise jene mit Verbrennungsmotor. Bei dieser Umstellung setzt die Kommune auf Akkutechnik der Firma Pellenc.


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Manuel Artmeier macht keiner etwas vor. Der Leiter des Bauhofs Unterföhring sitzt stets in Arbeitskleidung hinter den zwei großen Bildschirmen im Büro. Wenn Bedarf ist, schnürt er schnell die Sicherheitsschuhe und steht nach wenigen Schritten im Innenhof des in Ausstattung, Farbgebung und Größe außergewöhnlichen Bauhofes. Seit er 2007 als Auszubildender zum Straßenwärter beim Bauhof zu arbeiten begann, hat er jedes Fahrzeug gefahren und alle Geräte in der Hand gehabt. Auch die Akku-Laubbläser und Akku-Freischneider von Pellenc.

Erfahrung aus der Praxis: Darum setzt Unterföhring seit zehn Jahren auf Akkugeräte

Bis 2045 soll die 12.400-Einwohner-Gemeinde klimaneutral sein. Im kommunalen Jahresbericht sind die Maßnahmen zum Energiesparförderprogramm, die geladenen Kilowattstunden Strom an den gemeindeeigenen Ladesäulen und die 73 Ladepunkte dargestellt. Allerdings noch nicht die CO₂-Reduktion bei der Grünpflege gegenüber Geräten mit Verbrennungsmotor. Die ersten Akkugeräte von Pellenc wurden bereits vom Vorgänger von Manuel Artmeier vor zehn Jahren angeschafft. Geringere Lärmbelastung für die Mitarbeitenden und die Anwohner und vor allem geringere Schadstoffbelastung sind neben dem Ersatz von fossilen Brennstoffen die wesentlichen Gründe.

Wo der Bauhof Unterföhring im Einsatz ist

Mitarbeitende:

27, davon Grünpflege 13

Bäume:

5.493

Rasen- und Wiesenflächen:

380.100 Quadratmeter, davon 16.000 Quadratmeter Blühwiesen

Renaturierungsflächen:

134.000 Quadratmeter

Sträucherflächen:

110.000 Quadratmeter

Sportrasen:

40.000 Quadratmeter

Spielplätze:

12.000 Quadratmeter

Parkfriedhof:

25.000 Quadratmeter

Park am Etzweg:

40.000 Quadratmeter

Eigene Teams statt Outsourcing – hohe Pflegestandards

Anders als in vielen anderen Kommunen ist mit den Aufgaben des Bauhofes auch die Zahl der Mitarbeitenden gewachsen. Vor allem die Arbeiten in der Grünpflege wurden aus dem Outsourcing zurückgeholt. 13 Mitarbeitende sind in der Grünpflege beschäftigt, neun von ihnen sind ausgebildete Gärtner. Neben den Ausgleichs- und Biotopflächen auf 134.000 Quadratmetern sind auf 16.000 Quadratmetern zwölf Blühwiesen angelegt, die eine extensive Pflege gestatten. Besonders intensiv ist die Pflege der Kinderspielplätze und der Sportplätze.

Sicheres Laden im Großformat: Das Infrastruktur-Konzept für 70 Akkus

Die Akkus werden im Sicherheitsschrank „Securion Pro" gelagert und geladen. | Foto: Pellenc
Die Akkus werden im Sicherheitsschrank „Securion Pro" gelagert und geladen. | Foto: Pellenc

Aufgrund der erwartbaren und geplant wachsenden Anzahl elektrischer Geräte zur Grünpflege beschäftigte sich der vormalige Leiter des Bauhofes bei der Planung des 2023 in Betrieb genommenen zentralen Bauhofes mit dem Laden und Lagern der Akkus. In zwei der großzügig dimensionierten Fahrzeughallen ist jeweils ein Pellenc-Sicherheitsschrank „Securion XL Pro“ nebst einer Ladestation mit Rauchgasabzug installiert. Im Sicherheitsschrank lassen sich bis zu 70 Pellenc-Akkus in verschiedenen Größen lagern und bis zu zehn mit der angeschlossenen „Charging Station“ laden.

Sicherheitsschrank Securion mit Charging Station

Mit der Charging Station wird das Laden von bis zu zehn Pellenc-Akkus aller Generationen und Modelle gleichzeitig gesteuert. Durch die Vorinstallation der Anschlüsse ist für das Lademanagement keine weitere Elektroinstallation notwendig. Die Elektrifizierung ermöglicht auch den Anschluss von Ladegeräten anderer Hersteller. Der Sicherheitsschrank Securion Pro ist nach DIN EN 14470-1 geprüft. Er weist zudem die Feuerwiderstandsklasse F90 auf. Laut Pellenc wurde zudem nachgewiesen, dass der Securion auch wirkungsvoll gegen eine Rauchgasexplosion im Schrank schützt. Dieses Gefahrenszenario sei wahrscheinlicher als äußere Brandeinwirkungen.

Der Hersteller verweist auf einen Prüfbericht, worin das Fraunhofer-Institut ICT bestätige: „Der Test hat gezeigt, dass die Backdraft-Verriegelung (Verriegelung bei Rauchgasexplosion) des Sicherheitsschranks auch dem explosionsartigen Druckstoß einer Automotive-Zelle mit einer Kapazität von 54 Ah standhält und die Türen dauerhaft geschlossen und verriegelt bleiben. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass eine räumliche Trennung der Zellen bei der Lagerung und eine thermische Abtrennung der einzelnen Lagerbereiche wirkungsvoll das thermische Durchgehen weiterer Zellen verhindern kann.“ Bei einem Brand im Schrank schließen die Türen automatisch. Dies vermeidet das Übergreifen auf die Umgebung.

Feuer, Dämpfe und Rauchgase werden am Austritt gehindert und über den Entlüftungsanschluss direkt abgesaugt. Die Feuerwehr kann den Schrank sicher und geschützt vor einer Rauchgasexplosion öffnen. Die thermische Isolierung der Schrankfächer verhindert bei einer Explosion im Schrank nicht nur das Übergreifen auf andere Lagerbereiche, sondern ermöglicht es, dass die gesamte Fläche der Schrankfächer genutzt werden kann.

Investition in die Zukunft: Moderne Arbeitsbedingungen für den kommunalen Dienst

23,9 Millionen Euro hat sich die Gemeinde den Bau des zentralen Bauhofes kosten lassen. Auf 14.000 Quadratmetern ist ein nahezu geschlossener Gebäudekomplex mit einem zweigeschossigen Kopfgebäude mit Büroflächen, Aufenthalts- und Sozialräumen und Mitarbeiterwohnungen entstanden, zudem reihen sich Werkstätten, Lager- und Fahrzeughallen um einen großen Innenhof mit Bäumen und Freizeitflächen.

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Die Größe und Ausstattung des Bauhofes ist auch Ausdruck der Wertschätzung für die Mitarbeitenden der Gemeinde, die aufgrund der Ballung an Versicherungs- und Medienkonzernen als eine der finanzstärksten Kommunen Deutschlands gilt. Zum Jahresende 2025 hat allein ein Unternehmen etwa 160 Millionen Euro Gewerbesteuer nachgezahlt. Die Gemeinde zählt bei 12.400 Einwohnern mehr als 27.000 Arbeitsplätze. Die Einwohner und auch die Unternehmen haben einen entsprechend hohen Anspruch an die Leistungsfähigkeit bei der Grünpflege – zunehmend mit akkubetriebenen Geräten.

Manuel Artmeier führt den Bauhof der Gemeinde Unterföhring. | Foto: Pellenc
Manuel Artmeier führt den Bauhof der Gemeinde Unterföhring. | Foto: Pellenc

Expertentipps: Lithium-Ionen-Akkus transportieren, lagern und laden

Transport: Lithium-Ionen-Akkus werden als Gefahrgut der Klasse 9 wegen der erhöhten Brand- und Explosionsgefahr sowie der chemischen Reaktivität eingestuft. Ausgenommen sind davon Lithium-Ionen-Akkus bis 100 Wh Kapazität. Akkus und Geräte sind grundsätzlich getrennt zu transportieren. Für den Transport bieten professionelle Hersteller wie Pellenc zertifizierte Sicherheitskoffer an.

Aufbewahrung: Ein wichtiger Aspekt ist die separate Lagerung der Akkus. Die Akkus sind aus den Geräten zu entnehmen, um chemische Reaktionen zu vermeiden.

Lagerbedingungen: Akkus sind vor extremen Temperaturen, aber auch vor Nässe zu schützen. Die passive Kühlung der Zellen bei Pellenc-Akkus durch eine vor Wassereintritt (Schutzart IP 54) geschützte Belüftung soll den maximalen Wirkungsgrad des Akkus gewährleisten. Hohe Temperaturen können die chemischen Reaktionen innerhalb der Akkus beschleunigen und somit das Risiko einer Beschädigung erhöhen. Daher sollten die Akkus an einem kühlen und trockenen Ort gelagert werden, fernab von direkter Sonneneinstrahlung oder Hitzequellen.

Ladebedingungen: Akkus von professionellen Anbietern sind mit einem intelligenten Batteriemanagementsystem (BMS) ausgestattet, das bei Temperaturen ab 42 Grad den Ladevorgang verlangsamt und bei Kälte ab fünf Grad eine Tiefenentladung vermeidet. Schnellladungen lassen die Zellen schneller altern, reduzieren damit die Anzahl der möglichen Ladezyklen, die Ladekapazität und damit die Nutzungsdauer.

Bei Beschädigung: Anbieter von professionellen Akkus schützen die Zellen durch stoßabsorbierende Dämpfer. Akkus sind dennoch regelmäßig zu überprüfen, es ist auf äußere Schäden oder Verformungen zu achten. Beschädigte Akkus sind in einem dafür vorgesehenen Sicherheitsbehälter zu lagern und umgehend fachgerecht zu entsorgen, um das Risiko eines Schadensfalls zu minimieren. Pellenc empfiehlt für die Akkus ein Wartungsintervall nach 200 Betriebsstunden oder einmal im Jahr. Die Wartungen werden von Pellenc-Fachhändlern angeboten.

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Dekarbonisierung im GaLaBau: Wie Unterföhring auf Akku-Technik setzt: Weitere Bilder

Auf 14.000 Quadratmetern ist 2023 der zentrale Bauhof der Gemeinde Unterföhring entstanden. Die Funktionsbereiche gruppieren sich um einen begrünten Innenhof. | Foto: Pellenc
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Quelle: Pellenc

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