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Geh- & Radweg-Erweiterung mit Betonfertigteilen

Wegebau

Beton-Fertigteile schaffen Platz für Rad- und Gehweg

28.10.2026, 09:59
LEBRING/ÖSTERREICH
Geh- & Radweg-Erweiterung mit Betonfertigteilen
Die Easyblock-Elemente wurden auf einem vorbereiteten Untergrund mit dem Bagger aufgenommen und exakt positioniert. | Foto: Easyblock

Der Ausbau eines Geh- und Radwegs stellt Planer mitunter vor knifflige Aufgaben. In der österreichischen Steiermark erforderte die Verbreiterung einen Eingriff in den Hang. Was ist zu tun, um die Böschung nicht großflächig abzutragen? Statt Ortbeton oder Winkelstützen kam eine Stützkonstruktion aus Fertigteil-Betonblöcken zum Einsatz.


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Der etwa 650 Meter lange Abschnitt an der Bundestraße 116 zwischen Leoben und Niklasdorf verfügte über einen gerade mal eineinhalb bis zwei Meter breiten kombinierten Geh- und Radweg. Aus Sicherheitsgründen und weil die Strecke Bestandteil eines überregionalen Radweges ist, wurde der Weg auf drei Meter verbreitert – zuzüglich eines etwa einen Meter breiten Schutzstreifens zur stark befahrenen B 116. Der Ausbau erfolgte durch modulare Bauweise und schnelle Montage. Das Ergebnis: Auf einer Länge von über 400 Metern hält jetzt eine Stützmauer aus Betonelementen die Böschung zurück. Ohne diese aufwendig und großflächig abzutragen, ließ sich der Verkehrsraum erweitern.

So funktioniert das Easyblock-System

Zum Einsatz kam das „Easyblock“-System des Unternehmens TIBA Austria mit Sitz in Lebring im Bundesland Steiermark. Es besteht aus 23 Betonblock-Typen, die nicht vermörtelt oder miteinander vergossen, sondern mithilfe eines Nut- und Federsystems Stein für Stein übereinandergesetzt werden. Aufgrund ihres Eigengewichts wirken die Elemente als Schwergewichtsmauer. Da die Bauteile zudem frost- und tausalzwiderstandsfähig sind, sind sie für den Einsatz im Infrastruktur- und Straßenbau geeignet.

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„Für diese Baustelle brachte das System einen wesentlichen Vorteil mit sich: Wo eine konventionelle Stützwand zunächst betoniert werden müsste und entsprechende Aushärtungs- und Schalungsarbeiten erforderlich wären, konnten wir die Easyblock-Fertigteile direkt versetzen“, erläujtert Polier Robert Raudner von der Hoch- und Tiefbaufirma HTL, „die Montage der 1500 bis zu 1080 Kilo schweren Elemente erfolgte trocken und ohne Mörtel. Die Bauteile wurden lediglich auf einem vorbereiteten Untergrund mit dem Bagger aufgenommen und exakt positioniert." Das habe den Bauablauf deutlich vereinfacht.

Ecken, Kurven und Abstufungen: Mauer dem Geländeverlauf anpassen

Das Easyblock-System besteht aus 23 optimierten Betonblocktypen, die nicht vermörtelt oder miteinander vergossen, sondern mithilfe eines Nut- und Federsystems Stein für Stein übereinandergesetzt werden. | Foto: Easyblock
Das Easyblock-System besteht aus 23 optimierten Betonblocktypen, die nicht vermörtelt oder miteinander vergossen, sondern mithilfe eines Nut- und Federsystems Stein für Stein übereinandergesetzt werden. | Foto: Easyblock

Eine Stärke des Systems ist die Modularität. Neben Standardblöcken stehen unterschiedliche Elementtypen zur Verfügung, mit denen sich auch Ecken, Kurven und Abstufungen herstellen lassen. Dadurch kann sich die Stützmauer an den vorhandenen Geländeverlauf anpassen. Raudner: „Wir hatten es hier nicht mit einer idealen, geraden Einbausituation zu tun. Die Konstruktion musste sich an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen. Genau darin liegt ein großer Vorteil vom System Easyblock: Mit den verschiedenen Elementen lassen sich auch Kurven und unterschiedliche Höhen unkompliziert ausbilden.“

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Stützmauern bis zu einer Höhe von 5,6 Metern können anhand geprüfter Regelstatiken und vorgefertigter Aufbauschemata geplant werden. Für größere Bauhöhen – auch von zehn Metern und mehr – sind individuelle Projektstatiken möglich. Je nach Anforderung kann die Konstruktion als Schwergewichtsmauer oder Geogittermauer nach Eurocode 7 ausgeführt werden. Dabei sind sowohl eine Neigung von 3,6 Grad als auch eine vertikale Bauweise möglich. Dadurch lässt sich das System auf unterschiedliche Geländesituationen und statische Anforderungen abstimmen.

Optik der Easyblock-Elemente: Passt alles ins Landschaftsbild?

Durch ihre blockartige, natursteinähnliche Struktur sollen Easyblock-Elemente der Mauer ein naturnahes Erscheinungsbild verleihen. Im Vergleich zu einer klassischen, glatt ausgeführten Betonwand fügen sie sich harmonischer in das vorhandene Gelände ein. Gerade entlang des Radweges entstehe so ein stimmiges Gesamtbild, teilt der Hersteller mit.

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„Mit zunehmender Begrünung des Böschungsbereichs wird die Konstruktion optisch zudem weiter in den Hintergrund rücken“, sagt Robert Raudner, „de Stützmauer erfüllt damit nicht nur ihre statische Funktion, sondern trägt zugleich dazu bei, den Eingriff in das Landschaftsbild möglichst zurückhaltend zu gestalten.“

Quelle: Easyblock

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