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Übernahme vollzogen: Atlas Baumaschinen acht Monate nach Insolvenz gerettet

Übernahme vollzogen: Atlas Baumaschinen acht Monate nach Insolvenz gerettet
Die Atlas-Übernahme ist vollzogen (v.l.): Ali Osman Altundaş (General Counsel of ASKO Holding), Dr. Hans-Joachim Berner (Kösterberner, Generalbevollmächtigter), İsmail Mert Konukoglu (Vorstandsmitglied, Buhler Industries Inc.) und Sachwalter Hendrik Gittermann (Kanzlei Reimer) | Foto: Carsten Heidmann

Acht Monate nach der Insolvenz ist der Verkauf der Atlas-Gruppe aus Ganderkesee an den kanadischen Hersteller Buhler Versatile offiziell vollzogen. Über 200 Arbeitsplätze wurden erhalten, aber rund 140 Jobs gestrichen. Unklar ist, wie es mit dem Traditions-Baumaschinenhersteller weitergeht.


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Die Übernahme durch die kanadische Buhler Versatile, Hersteller von Landmaschinen mit Produktionsstandort in Winnipeg, Manitoba, ist in trockenen Tüchern. Das sogenannte „Closing“ als offizieller Vollzug der Transaktion ist zum 1. Oktober 2026 erfolgt. Damit rückt das operative Geschäft der Atlas Gruppe unter das Dach von Buhler Versatile und wird dort fortgeführt, teilte Atlas mit. In den kommenden Wochen soll die Integration in die Abläufe des neuen Eigentümers erfolgen. Eigentlich sollte der offizielle Vollzug der Transaktion zum 1. September 2026 erfolgt sein. Das Closing der Transaktion verzögerte sich aber um vier Wochen.

Atlas acht Monate nach Insolvenz gerettet

„Vom Insolvenzantrag im Februar bis zum endgültigen Vollzug heute sind weniger als acht Monate vergangen. Für ein Verfahren dieser Größe und in einem sehr herausfordernden Marktumfeld ist das ein hervorragendes Ergebnis", sagte dazu Sachwalter Hendrik Gittermann. "Dank der konstruktiven Zusammenarbeit von allen Beteiligten ist es gelungen, Atlas als Marke und als Hersteller hochwertiger Baumaschinen am Standort Ganderkesee zu erhalten.“

135 Arbeitsplätze gehen verloren

Die Hürden für den Verkauf der insolventen Atlas-Gruppe waren schon Anfang August genommen, das Bundeswirtschaftsministerium hatte grünes Licht gegeben. Der Vollzug der Transaktion erforderte jedoch einen Stellenabbau von 135 der 400 Arbeitsplätze.

Es kommt damit zwar nicht ganz so heftig wie urprünglich erwartet. Der insolvente Baumaschinenhersteller mit Standorten in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta musste 135 der insgesamt 400 Mitarbeiter entlassen. Ein Großteil ist in eine Transfergesellschaft gewechselt. Die IG Metall hatte mit dem Verlust von 200 Jobs gerechnet. Der Stellenabbau war eine Bedingung des Investors für die Übernahme.

Übernahme durch türkisch-kanadischen Landmaschinenhersteller

Käufer der Traditionsmarke ist der kanadische Landmaschinenhersteller Buhler Versatile (Winnipeg), der zur türkischen Asko-Gruppe gehört, einer familiengeführten Industrieholding, die im Agrar- und Baumaschinensektor aktiv ist. Mit dem Erwerb will die Gruppe ihre Präsenz auf dem europäischen Markt ausbauen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am 11. Juni 2026.

Die vertragliche Vereinbarung umfasst sämtliche Vermögenswerte der operativ tätigen Gesellschaften. Dazu gehören die Atlas GmbH, die Atlas Spare Parts GmbH, die Atlas Group Services GmbH, die Atlas Kompakt GmbH sowie die Anteile an der britischen Atlas Cranes UK Ltd.

Wie es mit Atlas Baumaschinen weitergeht

Für Atlas beginne nun "ein neues Kapitel der Unternehmensgeschichte", sagte der Generalbevollmächtigte Dr. Hans-Joachim Berner. Was das genau bedeutet, dazu wurde nichts mitgeteilt. Der Verlust von über 135 Arbeitsplätzen ist allerdings ein heftiger Einschnitt für die drei Standorte des Baumaschinenherstellers. Zu deren Zukunft wurden bislang keine Angaben gemacht.

Das Ende einer langen Krise

Die Atlas-Gruppe steckte seit gut zwei Jahren in einer tiefen Krise, verschärft durch die schwache Baukonjunktur und Spannungen zwischen dem Betriebsrat und der früheren Eignerfamilie Filipov. Zu Jahresbeginn beantragte Atlas Insolvenz in Eigenverwaltung, die am 6. Februar 2026 vom zuständigen Amtsgericht Delmenhorst angeordnet wurde. Ziel: die Sanierung und Fortführung des Traditionsunternehmens.

(Hinweis der Redaktion: Die Atlas Weyhausen GmbH aus Wildeshausen, die Radlader der Marke Weycor herstellt, ist rechtlich und wirtschaftlich ein eigenständiges Unternehmen und von der Insolvenz der Atlas GmbH nicht betroffen.)


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