Insolvenz
Auch Baumaschinen-Händler Atlas Hannover ist insolvent

Die Baumaschinen-Händlergruppe Atlas Hannover GmbH & Co. KG hat beim zuständigen Amtsgericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Verfahren betrifft auch die Schwestergesellschaften Ebag Elbe Baumaschinen und AMF-Fahrzeugbau. Insgesamt sind rund 120 Mitarbeiter an den Standorten der Gruppe von der Restrukturierung betroffen.

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Noch im Februar hatte Atlas Hannover extra eine Website angelegt, um sich von der Insolvenz der Atlas-Gruppe mit Sitz in Ganderkesee abzugrenzen. Die Seite ist nun nicht mehr erreichbar. Der Grund: Der Baumaschinenhändler Atlas Hannover GmbH & Co. hat Insolvenz angemeldet und will sich in Eigenregie sanieren, wie die Wirtschaftswoche berichtet.
Weiterbetrieb und Einstieg in die Investorensuche
Die operative Sanierung der drei Gesellschaften soll von den Rechtsanwälten Nikolas Otto, Christoph Weber und Georg Schloenbach von der Kanzlei BBL Brockdorff gesteuert werden. Als vorläufige Sachwalterin habe das zuständige Gericht die Rechtsanwältin Karina Schwarz (Schwarz Rühmland und Partner) bestellt. Der Geschäftsbetrieb soll an allen Standorten im Rahmen des Verfahrens vorerst normal weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld gesichert.
Das Management strebe laut Medienberichten eine langfristige Fortführungslösung für die gesamte Gruppe an, um die Standorte und Synergien zu erhalten. Hierzu solle zeitnah eine Investorensuche gestartet werden. Die vorläufige Sachwalterin bescheinige den Unternehmen dafür gute Voraussetzungen.
Vom regionalen Vertragshändler zum norddeutschen Verbund
Die geschichtliche Entwicklung des Unternehmens begann mit der Gründung der Atlas Hannover Baumaschinen GmbH am 1. Mai 1980 als 100-prozentiger Vertragshändler der Atlas Maschinenfabrik (Delmenhorst) und der F. Weyhausen GmbH & Co. KG (Wildeshausen) mit zunächst rund 30 Mitarbeitern. Nach ersten Erweiterungen am Gründungsstandort Laatzen/Rethen und der Gründung der AMF-Fahrzeugbau GmbH im Jahr 1995 folgte die Expansion nach Ahrbergen und Braunschweig. In diesem Zuge wurde das Portfolio um Marken wie Neuson (heute Wacker Neuson) und Kobelco erweitert.
Im Jahr 2000 übernahm das Unternehmen nach der Insolvenz des dortigen Händlers das Vertragsgebiet in Magdeburg. Für die Aktivitäten in Sachsen-Anhalt wurde zum 1. Januar 2001 die Ebag Elbe Baumaschinen GmbH & Co. KG gegründet, die neben dem Hauptsitz in Barleben auch Niederlassungen in Stendal und Blankenburg weiterführte. Bis zur aktuellen Krise entwickelte sich der Verbund aus Atlas Hannover, Ebag und AMF mit rund 130 Mitarbeitern zu einem der größeren Baumaschinenhändler, -vermieter und Fahrzeugbauspezialisten im norddeutschen Raum.
Namensgleichheit mit Atlas erfordert Abgrenzung
Heute bestehen keine gesellschaftsrechtlichen Überschneidungen mit der Atlas GmbH aus Delmenhorst. Neben Geräten von Atlas vertreibt das hannoversche Handelsunternehmen auch Baumaschinen anderer Hersteller wie Develon, Wacker Neuson oder Kompaktradlader der Marke Weycor von Atlas Weyhausen.
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Auch die Atlas Weyhausen GmbH aus Wildeshausen wird immer wieder mit der Atlas GmbH verwechselt. Der Hersteller der Marke Weycor ist rechtlich und wirtschaftlich aber ein eigenständiges Unternehmen und von keiner der beiden Insolvenzen betroffen.
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