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Forderung IG BAU: Mehr Wohnungsbau, Genossenschaften, Mietpreisbremse gegen Mieterhöhungen

Forderung IG BAU: Mehr Wohnungsbau, Genossenschaften, Mietpreisbremse gegen Mieterhöhungen
Die IG Bau fordert den Bau von 400.000 neuen Wohnungen jährlich in Deutschland. | Foto: RobbyFo/Pixabay

Im Zuge ihres Gewerkschaftstages fordert die IG Bau einen Kurswechsel in der deutschen Wohnungspolitik. Neben 400.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr müsse demnach auch die Zahl der Sozialwohnungen stark steigen. Die IG Bau spricht sich zudem für eine Stärkung von Wohnungsgenossenschaften aus und hält eine verschärfte Mietpreisbremse für sinnvoll.


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Der Wohnungsbau in Deutschland steckt laut Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) weiter in einer tiefen Krise. Während der Bedarf an Wohnraum hoch bleibt, wurden 2025 bundesweit nur rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt. Zum Vergleich: Nach Berechnungen des Pestel-Instituts fehlten im Januar bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen. Zwischen 310.000 und rund 410.000 neue Wohnungen müssten laut Berechnungen des Instituts jährlich gebaut werden, um das bestehende Defizit abzubauen und den Bedarf zu decken.

Klare Ergebnisse beim Gewerkschaftstag der IG BAU

Die IG BAU fordert deshalb auf ihrem Gewerkschaftstag in Kassel einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungspolitik: 400.000 neue Wohnungen pro Jahr müssen demnach das Ziel sein – darunter mindestens 100.000 Sozialwohnungen und 60.000 bezahlbare Wohnungen. „Der Wohnungsbau darf nicht den Profitinteressen privater Investoren überlassen werden. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und braucht eine starke öffentliche Verantwortung“, heißt es in einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag. Wenig Hoffnung bietet dabei die Entwicklung, dass nach einem zwischenzeitlichen Zuwachs im Vormonat die nominalen Wohnungsbauaufträge im Juli zuletzt wieder um 3,6 Prozent sanken. Das ergaben Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Mehr Sozialwohnungen in Deutschland

Besonders dramatisch ist für die IG Bau die Entwicklung bei Sozialwohnungen: Ende 2025 gab es bundesweit nur noch rund eine Million solcher Wohnungen. Die Gewerkschaft fordert, den Bestand bis 2030 wieder auf mindestens zwei Millionen Sozialwohnungen zu erhöhen. Dafür seien mindestens 13,5 Milliarden Euro jährlich von Bund und Ländern notwendig. Grundsatz müsse künftig gelten: „Einmal gefördert – immer sozial gebunden.“ Auch für Haushalte mit mittleren Einkommen brauche es mehr Unterstützung. Gebaut werden sollten der IG Bau zufolge jährlich mindestens 60.000 zusätzliche bezahlbare Wohnungen mit Nettokaltmieten zwischen 8,50 und 12 Euro pro Quadratmeter.

Wohnungsgenossenschaften als Mittel

Gleichzeitig müsse der öffentliche und genossenschaftliche Wohnungsbau deutlich gestärkt werden. Die Gewerkschaft fordert eine Weiterentwicklung der Wohngemeinnützigkeit, eine bessere Förderung von Wohnungsgenossenschaften und eine gemeinwohlorientierte Vergabe öffentlicher Grundstücke. Kommunen müssten zudem stärker gegen Bodenspekulation vorgehen können – etwa durch Vorkaufsrechte, Erbbaurechte und kommunale Bodenfonds.

Mietrechtsreform mit verschärfter Mietpreisbremse

Neben dem Neubau brauche es zudem einen stärkeren Schutz der Mieterinnen und Mieter. Die IG BAU hält eine umfassende Mietrechtsreform für unausweichlich. Diese solle eine verschärfte und entfristete Mietpreisbremse, stärkeren Umwandlungsschutz, Maßnahmen gegen Mietwucher und spekulativen Leerstand sowie eine Verschärfung der Regeln gegen Zweckentfremdung beinhalten.

Altersgerechte Wohnungen fehlen

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Wohnen im Alter. Bereits heute fehlen rund 2,1 Millionen altersgerechte Wohnungen. Bis 2040 müssten laut IG BAU jährlich rund 170.000 entsprechende Wohnungen neu geschaffen oder umgebaut werden. Beim Bedarf spielen die Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland eine große Rolle. Die Gewerkschaft sieht deshalb zunächst mindestens 500 Millionen Euro jährlich für altersgerechte Sanierung und Umbau von Wohnraum für notwendig an. Für die Älteren in unserer Gesellschaft wird dabei die Höhe der Miete ebenfalls immer mehr zur Belastung. Bereits 2022 gab es in der Gruppe der über 65-Jährigen rund 5,5 Millionen Haushalte mit weniger als 2.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen – wodurch jede Mieterhöhung für diese Menschen kritische Auswirkungen hat.

IG BAU: Klimaschutz und Wohnungsbau gehören zusammen

Neben genannten Punkten wurde auf dem Gewerkschaftstag der IG BAU auch über den Klimaschutz diskutiert. Klimaschutz und sozialer Wohnungsbau gehören dabei für die IG BAU zusammen. Der Gebäudebestand müsse energetisch saniert und der Ausbau von Fern- und Nahwärmenetzen vorangetrieben werden, so die Forderung. Dafür seien verlässliche öffentliche Förderprogramme entscheidend, damit auch Bauhandwerk und Baustoffindustrie Planungssicherheit erhielten.

Weiterlesen:

  • Führungswechsel bei der IG BAU: Burckhardt setzt auf harte Tarifpolitik
  • Auftragseinbruch im Bau: ZDB warnt vor Förderlücke im Wohnungsbau

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