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Auftragseinbruch im Bau: ZDB warnt vor Förderlücke im Wohnungsbau

Auftragseinbruch im Bau: ZDB warnt vor Förderlücke im Wohnungsbau
Wohnungsbau in Berlin-Neukölln: Die Bauaufträge sind real um 9,2 Prozent zurückgegangen. Der ZDB warnt vor weiterem Stillstand im Wohnungsbau. | Foto: Schöck/Christian Kielmann

Das Bauhauptgewerbe verzeichnet einen spürbaren Dämpfer bei den Auftragseingängen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der reale Auftragseingang im Juli gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent. Angesichts schrumpfender Auftragsbestände warnt der Bauverband ZDB vor einer Förderlücke im Wohnungsbau.


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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) fiel der reale, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 um 9,2 Prozent. Der Rückgang erfasste beide Hauptsparten gleichermaßen: Im Hochbau gaben die Bestellungen preisbereinigt um 8,4 Prozent nach, im Tiefbau belief sich das Minus auf 10,0 Prozent. Im Juni hatte allerdings auch ein unerwarteter Schub an Großaufträgen für volle Auftragsbücher und ein reales Auftragsplus von 6,0 Prozent gegenüber Mai gesorgt. Entsprechend hoch lag die statistische Vergleichsbasis für die Juli-Zahlen.

Im Vorjahresvergleich fiel der reale Auftragseingang um 1,9 Prozent, während der nominale Wert infolge von Preissteigerungen noch um 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich von Mai bis Juli 2026 lag das Ordervolumen real um 2,7 Prozent über dem vorherigen Dreimonatszeitraum.

Umsätze wachsen dank der Auftragsbestände

Die Erlöse der Baubetriebe entwickelten sich im Juli 2026 gegenläufig zu den Neubestellungen. Der reale Umsatz lag um 4,6 Prozent über dem Vorjahresmonat, nominal kletterten die Einnahmen um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Parallel dazu erhöhte sich die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent auf rund 545.000 Beschäftigte. Dieser Umsatzzuwachs resultiert nach Brancheneinschätzung jedoch primär aus der Abarbeitung bestehender Auftragspolster, frische Impulse im Markt bleiben aus.

Öffentlicher Bau stützt die Gesamtbilanz

Ein differenziertes Bild zeigt sich im Wirtschafts- und Infrastrukturbau. Während der Wirtschaftstiefbau den Umsatz stützte, verbuchte der gewerbliche Hochbau bei den Auftragseingängen ein nominales Minus von 2,6 Prozent. Stabilisierend wirkte der öffentliche Bau mit einem nominalen Auftragsplus von 12,2 Prozent, getragen von Zuwächsen im Straßenbau. Diese Steigerung basiert allerdings zu großen Teilen auf einzelnen Großprojekten. Mittel aus dem Sondervermögen für die Infrastruktur erreichen die mittelständische Bauwirtschaft in der Fläche bislang nur verzögert.

Warnung vor Förderlücke beim Wohnungsneubau

Angesichts der schwachen Auftragslage sieht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Stabilität der Branche bedroht. „Die Auftragsbücher werden dünner. Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde. Doch die Lage der Baubranche bleibt fragil“, sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Nach einem zwischenzeitlichen Zuwachs im Vormonat sanken die nominalen Wohnungsbauaufträge im Juli wieder um 3,6 Prozent. Zusätzliche Verunsicherung drohe durch das Auslaufen der Sonderförderung für EH-55-Neubauten zum Jahresende 2026, da die künftigen Förderkonditionen ab Januar 2027 noch unklar seien. Der ZDB warnt vor einer mehrmonatigen Förderpause bis zum Sommer 2027 und fordert eine nahtlose Übergangsregelung.

Hoher Bauüberhang bietet ungenutztes Potenzial

Möglichkeiten zur Belebung der Wohnungsbautätigkeit sind laut ZDB trotz der Nachfragedelle vorhanden. Die Zahl der Baugenehmigungen lag im Juli um 1,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Zudem existiert ein Überhang von rund 453.000 Wohnungen, die Ende 2025 genehmigt, aber noch nicht begonnen wurden. Nach Ansicht des Verbandes ließen sich diese Vorhaben durch befristete Zinsverbilligungen oder Zuschüsse bei zeitnahem Baubeginn rasch aktivieren. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen verharrten Investoren und private Bauherren jedoch in Zurückhaltung.


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