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EH55-Plus: Bund stockt Fördermittel für Wohnungsbau auf

EH55-Plus: Bund stockt Fördermittel für Wohnungsbau auf
Das Bauministerium stockt die EH55-Plus-Förderung auf. Damit wird ein vorzeitiger Förderstopp bei genehmigten Wohnungen abgewendet. | Foto: Unika GmbH

Die hohe Nachfrage nach Förderkrediten im Wohnungsneubau veranlasst die Bundesregierung zu einer kurzfristigen Budgetaufstockung. Um einen Förderstopp beim Effizienzhaus-Standard 55 zu verhindern, stellt das Bauministerium zusätzliche Mittel bereit. Seit Programmstart sind mit mehr als 52.000 Einheiten bewilligt worden.


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Der Run auf die Fördermittel zwingt das Bundesbauministerium zum Handeln: Weil die Nachfrage nach der Effizienzhaus-55-Plus-Förderung in den vergangenen Monaten rasant anzog, wäre der bisherige Fördertopf von 800 Millionen Euro noch vor dem Jahreswechsel leer gewesen - möglicherweise sogar schon Ende Oktober. Seit dem Start der Initiative im Dezember 2025 flossen rund 4,9 Milliarden Euro an Krediten und Zuschüssen in gut 52.100 Wohnungen. Mit dem frischen Geld will der Bund verhindern, dass genehmigte Wohnungsbauprojekte auf Eis gelegt werden.

Klare Kriterien und zinsverbilligte Darlehen

Das Förderprogramm zielt direkt auf Neubauten sowie den Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Effizienzhaus-Standard 55 ab. Zu den Förderkriterien gehört, dass die Heizwärme vollständig aus erneuerbaren Energien stammt. Zudem fließt das Geld nur, wenn bereits eine gültige Baugenehmigung auf dem Tisch liegt. Bauherren und Investoren erhalten über die KfW zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Kommunen können alternativ auf einen direkten Investitionszuschuss von 7,5 Prozent zugreifen. Anträge nimmt die Förderbank an, bis die aufgestockten Mittel aufgebraucht sind, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2026.

Eckdaten der EH55-Plus-Förderung

Kriterium / Förderbaustein

Spezifikation

Anforderung & Rahmenbedingungen

Energetischer Standard

Effizienzhaus / Effizienzgebäude 55

Wärmeerzeugung zu 100 % aus erneuerbaren Energien

Fördervolumen bisher

Ca. 4,9 Mrd. Euro Kredit- und Zuschussvolumen

Rund 52.100 Wohneinheiten bewilligt (Stand: 05.10.2026)

Kreditkonditionen

Zinsverbilligtes KfW-Darlehen

Bis zu 100.000 Euro Kreditbetrag je Wohneinheit

Kommunaler Zuschuss

Direkter Investitionszuschuss

7,5 % Zuschussbetrag für kommunale Körperschaften

Zugangsvoraussetzung

Vorlage bei Antragstellung

Rechtsgültige Baugenehmigung zwingend erforderlich

Antragsfrist

Laufzeit bis Mittelerschöpfung

Längstens bis zum 31. Dezember 2026 (KfW-Eingang)

Signal gegen die Verunsicherung am Markt

Bundesbauministerin Verena Hubertz wertet den Ansturm als Beleg dafür, dass die Förderung genau an der Schwelle zum Baubeginn greife: Wer die Genehmigung bereits in den Händen hält, könne nun bis zum Jahresende verlässlich mit den Fördermitteln planen. Auch bei der Bauwirtschaft stößt die Entscheidung auf Zustimmung, zumal die Ministerin eine Aufstockung der Effizienzhaus 55-Plus-Förderung noch im Juni ausgeschlossen hatte. Aus Sicht des Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Olaf Demuth beweist die Aufstockung pragmatischen Sachverstand. Die Bundesregierung nutze Spielräume im Haushalt aus, um den Markt in einer ohnehin angespannten Phase vor einem abrupten Förderstopp zu bewahren.

Planungssicherheit für private Bauherren und Familien

Im Zentralverband Deutsches Baugewerbe stößt die Aufstockung auf ebenso breite Erleichterung. Nach Einschätzung von Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa gibt das Nachlegen der Bundesregierung vor allem Familien und privaten Investoren die nötige Zuversicht zurück, auf die rund zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge entfallen. Weil von der Genehmigung bis zur Fertigstellung heute im Schnitt 27 Monate vergehen, drohten wiederholte Wechsel bei Förderbedingungen, Zinsen und Standards viele Bauwillige zu zermürben. Die Verlängerung verhindere, dass Vorhaben kurz vor Baubeginn frustriert abgeblasen werden.

Warnung vor einer neuen Förderlücke ab 2027

Gleichzeitig blickt die Bauwirtschaft bereits über das Jahresende hinaus und fordert eine nahtlose Anschlusslösung. Um eine Hängepartie ab dem 1. Januar 2027 abzuwenden, müsse das EH55-Plus-Programm so lange fortgeführt werden, bis die politisch geplante „Zwei-Programme-Welt“ im Sommer 2027 tatsächlich greift. Für die Betriebe und ihre Auftraggeber sei entscheidend, dass künftige Förderangebote unbürokratisch gestrickt sind und bezahlbarer Wohnraum mit praxistauglichem Klimaschutz Hand in Hand geht, statt sich in immer neuen bürokratischen Nachweispflichten zu verlieren.

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