Baustoffe
Kalksandstein-Markt schrumpft um fast ein Drittel

Kalksandstein war auch im Jahr 2025 der meistverwendete Baustoff im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Das haben Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ergeben. Der Bundesverband der Kalksteinindustrie warnt dennoch vor den aktuellen Entwicklungen am Markt.

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Kalksandstein bleibt laut Angaben des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie Marktführer im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Von rund 10.000 fertiggestellten Wohngebäuden mit mehr als drei Wohneinheiten wurden rund 32 Prozent aus Kalksandstein gebaut. Somit lag der Baustoff auch 2025 deutlich vor Stahlbeton und Ziegel. Betrachtet man das Volumen, also den Rauminhalt, sichert Kalksandstein auch das dreizehnte Jahr in Folge seinen hohen Marktanteil von rund 36 Prozent.
Deutlich schrumpfender Markt
Die Spitzenposition von Kalksandstein könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der mehrgeschossige Wohnungsbau insgesamt weiter massiv an Volumen verliert, betont der Verband in einer Mitteilung. Bis 2023 bewegte sich die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen demnach relativ stabil bei knapp 15.000. Seitdem ist der Markt deutlich eingebrochen: Von 14.873 Gebäuden im Jahr 2023 sank die Zahl über 12.663 im Jahr 2024 auf nur noch 10.009 im vergangenen Jahr. Innerhalb von zwei Jahren entspricht das einem Rückgang von knapp 33 Prozent. Auch der umbaute Raum verringerte sich im gleichen Zeitraum um rund 30 Prozent. Die Kalksandsteinindustrie könne sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Die Zahl der mit Kalksandstein fertiggestellten Gebäude sank von 4.236 auf 3.176, der Marktanteil von 33,5 auf 31,7 Prozent. Beim umbauten Raum ging der Anteil von 37,5 auf 35,5 Prozent zurück.

„Dass Kalksandstein trotz dieser schwierigen Marktlage erneut die führende Position im mehrgeschossigen Wohnungsbau erreicht, zeigt das Vertrauen von Bauherren und Planern in unsere Bauweise. Für unsere Unternehmen ist aber nicht der Marktanteil das zentrale Problem, sondern die Größe des Marktes. Wenn innerhalb eines Jahres gut ein Fünftel und innerhalb von zwei Jahren fast ein Drittel des Marktes wegfällt, ist das ein mehr als deutliches Warnsignal“, erklärt Frederic Dörlitz, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie.
Forderung: Mehrfamilienhausbau muss wieder wirtschaftlicher werden
Für den Bundesverband Kalksandsteinindustrie zeigen die Zahlen deshalb vor allem den weiterhin dringenden Handlungsbedarf beim Wohnungsbau. Entscheidend sei, Projekte wieder wirtschaftlich realisierbar zu machen. Dazu gehören niedrigere Baukosten, einfachere Verfahren und Standards sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren und Bauherren.
„Deutschland braucht zusätzlichen Wohnraum in der Breite: öffentlich gefördert, genossenschaftlich, kommunal, privat und freifinanziert. Förderung kann hohe Baukosten abfedern, sie kann das strukturelle Kostenproblem aber nicht lösen. Wir müssen deshalb stärker an den Ursachen ansetzen: bei Standards, Verfahren, Planungssicherheit und wirtschaftlichen Bauweisen“, betont Roland Meißner, Geschäftsführer des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie. Die Kalksandsteinindustrie verfüge über die Produktionskapazitäten, um einen wieder anziehenden Wohnungsbau zu unterstützen.

Quelle: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.
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