Baumaschinen-Industrie
VDMA fordert Ausgleichszölle gegen China-Importe

Der konjunkturelle Abwärtstrend im Baumaschinenmarkt ist zwar vorerst gestoppt, der VDMA blickt aber weiterhin mit Sorge auf die kommenden Monate. Anhaltende strukturelle Probleme und zu viel Bürokratie belasten den Standort Europa massiv. Vor allem fordert der VDMA Schutz vor unfairem Wettbewerb.
Die Baumaschinen- und Baustoffanlagenbranche rechnet im laufenden Jahr 2026 nicht mit einem nachhaltigen Wachstum. Zwar erwartet der VDMA zum Jahresende in Deutschland ein reales Umsatzplus von bis zu fünf Prozent, doch dies gleiche den kumulierten Umsatzrückgang von 23 Prozent seit dem Jahr 2023 bei Weitem nicht aus, so der Verband. Weltweit und in Europa geht der Verband von einem Absatzplus von rund fünf Prozent aus. Allerdings trüben tiefliegende strukturelle Probleme die Geschäftserwartungen der Hersteller.
Abbau von Vorschriften gefordert
Die europäischen Baumaschinenhersteller fürchten schon länger um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die politischen Entscheidungsträger haben die angespannte Lage der Industrie laut VDMA inzwischen zwar erkannt. Für die Baumaschinenhersteller sei es nun jedoch entscheidend, dass im Zuge neuer Maßnahmen keine zusätzlichen Regulierungen entstehen, sondern Vorschriften abgebaut und Bürokratie spürbar reduziert werden.
Zölle gegen Wettbewerbsverzerrung vor allem aus China
Um faire Marktbedingungen herzustellen, fordert der VDMA eine konkrete Anpassung der handelspolitischen Instrumente. Ausgleichszölle sollen künftig auf gesamte Teilbranchen des Maschinenbaus erhoben werden und nicht nur auf einzelne Warengruppen, sobald Importe aus Drittländern gegen Antidumping- oder Antisubventionsregeln verstoßen. Die Europäische Union müsse bereits aktiv werden, wenn Unternehmen oder die EU-Kommission Hinweise auf unfaire Wettbewerbsverzerrungen liefern. Dazu gehört für den Verband vor allem, Marktvorteile durch eine künstlich unterbewertete chinesische Währung über Zölle auszugleichen.
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Druck auf europäische Standorte wächst
Ohne eine Verbesserung der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen sehen die Maschinenbauer heimische Produktionsstätten zunehmend infrage gestellt. „Die Politik muss jetzt handeln", fordert der Vorsitzende des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen Joachim Strobel. „Die Aufgaben sind bekannt, die Branche steht weiterhin zum Standort Europa. Doch ohne schnelle, wirksame Entlastung und verlässliche Rahmenbedingungen werden Unternehmen unter Druck geraten, Standorte zu verlagern.“
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