Der Abwärtstrend ist gestoppt
Die deutsche Bauwirtschaft erholt sich nur langsam von der Flaute. Das spürt auch die Baumaschinenindustrie. Doch die Stimmung hellt sich auf. 2026 rechnet der VDMA mit einer schrittweisen Belebung des Marktes.


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Baumaschinen: USA-Geschäft eingebrochen
Das klingt zunächst positiv, sagt Sebastian Popp, stellvertretender Geschäftsführer beim VDMA. Strukturelle Unsicherheiten bestünden jedoch weiter und könnten die Branche stärker in Mitleidenschaft ziehen. Die Überregulierung in Europa und unfairer Wettbewerb würden die Hersteller spürbar verunsichern. Der für die Branche wichtigste Exportmarkt, die USA, sei wegen der massiv ausgeweiteten Zölle so gut wie weggebrochen. Um fast 30 Prozent sind die europäischen Baumaschinenexporte in die Vereinigten Staaten 2025 zurückgegangen.
Baumaschinenmarkt: Der Druck aus China wächst
Zudem flute China die weltweiten Märkte mit Baumaschinen aus heimischer Überproduktion zu Niedrigstpreisen. Größere Chancen biete der europäische Heimatmarkt, doch hier erschweren Probleme wie unzureichende Marktüberwachung, Überbürokratisierung und unkontrollierte Einfuhren das Geschäft. „Für die europäischen Hersteller sind die Grenzen des Zumutbaren erreicht“, sagt Popp.
Strukturwandel durch Produktionsverlagerung
Dass der Markt unter Druck ist, war im vergangenen Jahr auch an einigen Werksschließungen in Deutschland zu sehen. So hat etwa Yanmar den Produktionsstandort Crailsheim aufgegeben und baut das Werk Saint-Dizier aus. Auch die Mecalac Gruppe hat 2025 das Aus für ihr deutsches Werk in Schleswig-Holstein beschlossen. Damit seinen „glücklicherweise“ nur kleinere Werke betroffen, sagt Popp. Wer auf dem Weltmarkt mitspielen wolle, könne das nur mit lokaler Produktion. Von einer Deindustrialisierung in Deutschland könne aber keine Rede sein.

Wenig Spielraum für Investitionen
„Es ist erfreulich, dass wir das konjunkturelle Tal durchschritten haben und der Auftragseingang anzieht“, resümiert Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen im VDMA. „Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die schwache Ertragslage wenig Spielraum für notwendige Investitionen lässt. Trotzdem bekennen wir uns zum Standort Europa und übernehmen Verantwortung.“ Gleiches fordere die Baumaschinenindustrie auch von der Politik - mit dem Appell, die Strukturprobleme endlich zu lösen.
Der vorsichtige Optimismus des VDMA deckt sich mit der Sicht vieler Hersteller, die sich gegenüber dem B_I baumagazin ähnlich äußerten. Es überwiegt die Einschätzung, dass die Talsohle durchschritten ist – ohne dass bereits von einem echten Aufschwung gesprochen werden kann. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt, ob angekündigte Investitionen tatsächlich umgesetzt werden und ob sich die Rahmenbedingungen spürbar verbessern.
Wirtgen: Infrastruktur als Stabilitätsanker

Liebherr: Investieren trotz Gegenwind

Auch Liebherr blickt vorsichtig, aber nicht defensiv auf das Jahr. "Für 2026 rechnen wir nicht mit wesentlichen Wachstumsimpulsen, sondern gehen weiterhin von einer Seitwärtsbewegung bei der Umsatzentwicklung aus", so Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG. „Bis eine Wachstumsphase einsetzt, nutzen wir die Zeit, um gezielt in unsere Standorte und in verschiedene Innovationen zu investieren.“ Derzeit erweitert Liebherr in Ehingen das Werk für Mobil- und Raupenkrane und investiert bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung des Kran-Standorts in Biberach.
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Wacker Neuson: Belebung in kleinen Schritten

Bei der Wacker Neuson Group überwiegt ebenfalls ein vorsichtig optimistischer Blick auf 2026. „Wir rechnen mit einer schrittweisen Belebung des Marktes“, sagt Alexander Greschner, Chief Sales Officer (CSO) der Wacker Neuson Group. Die Entwicklung werde jedoch stark davon abhängen, ob öffentliche und private Auftraggeber ihre Projekte tatsächlich umsetzten. Nötig seien politische und wirtschaftliche Leitplanken, damit die Branche wieder an Tempo gewinnen könne.
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