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B_Ibaumagazin
Baumaschinenindustrie: VDMA erwartet 5 Prozent Wachstum in 2026
Die Baumaschinenindustrie ist raus aus der Konjunkturdelle - doch strukturelle Probleme könnten die Branche weiter in Mitleidenschaft ziehen. | Foto: Kuhn Baumaschinen

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Für die deutsche Baumaschinenindustrie war auch 2025 kein einfaches Jahr. Es war vor allem von Unsicherheit und Investitionsvorsicht geprägt. Die Konjunkturdelle aber ist überwunden. Nach den aktuellen Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zog der Auftragseingang zum Jahresende spürbar an und lag 2025 insgesamt 18 Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz blieb mit einem leichten Minus von 1 Prozent knapp unter dem Niveau von 2024. Für 2026 erwarten die Baumaschinenhersteller ein Umsatzplus von nominal 5 Prozent, getragen von den Infrastrukturmilliarden und den wieder zunehmenden Baugenehmigungen im Wohnungsbau. Auch die Stimmung hat sich aufgehellt. Laut Stimmungsbarometer des europäischen Baumaschinenverbandes CECE zeigt der Trend bei den Erwartungen für die nächsten Monate deutlich nach oben.

Baumaschinen: USA-Geschäft eingebrochen

Das klingt zunächst positiv, sagt Sebastian Popp, stellvertretender Geschäftsführer beim VDMA. Strukturelle Unsicherheiten bestünden jedoch weiter und könnten die Branche stärker in Mitleidenschaft ziehen. Die Überregulierung in Europa und unfairer Wettbewerb würden die Hersteller spürbar verunsichern. Der für die Branche wichtigste Exportmarkt, die USA, sei wegen der massiv ausgeweiteten Zölle so gut wie weggebrochen. Um fast 30 Prozent sind die europäischen Baumaschinenexporte in die Vereinigten Staaten 2025 zurückgegangen.

Baumaschinenmarkt: Der Druck aus China wächst

Zudem flute China die weltweiten Märkte mit Baumaschinen aus heimischer Überproduktion zu Niedrigstpreisen. Größere Chancen biete der europäische Heimatmarkt, doch hier erschweren Probleme wie unzureichende Marktüberwachung, Überbürokratisierung und unkontrollierte Einfuhren das Geschäft. „Für die europäischen Hersteller sind die Grenzen des Zumutbaren erreicht“, sagt Popp.

Strukturwandel durch Produktionsverlagerung

Dass der Markt unter Druck ist, war im vergangenen Jahr auch an einigen Werksschließungen in Deutschland zu sehen. So hat etwa Yanmar den Produktionsstandort Crailsheim aufgegeben und baut das Werk Saint-Dizier aus. Auch die Mecalac Gruppe hat 2025 das Aus für ihr deutsches Werk in Schleswig-Holstein beschlossen. Damit seinen „glücklicherweise“ nur kleinere Werke betroffen, sagt Popp. Wer auf dem Weltmarkt mitspielen wolle, könne das nur mit lokaler Produktion. Von einer Deindustrialisierung in Deutschland könne aber keine Rede sein.

Der VDMA erwartet 2026 ein Umsatzplus von 5 Prozent: Joachim Strobel, Sebastian Popp, Franz-Josef Paus und Joachim Schmid bei der Jahresversammlung der Fachgruppe Baumaschinen Ende Januar. | Foto: VDMA
Der VDMA erwartet 2026 ein Umsatzplus von 5 Prozent: Joachim Strobel, Sebastian Popp, Franz-Josef Paus und Joachim Schmid bei der Jahresversammlung der Fachgruppe Baumaschinen Ende Januar. | Foto: VDMA

Wenig Spielraum für Investitionen

„Es ist erfreulich, dass wir das konjunkturelle Tal durchschritten haben und der Auftragseingang anzieht“, resümiert Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen im VDMA. „Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die schwache Ertragslage wenig Spielraum für notwendige Investitionen lässt. Trotzdem bekennen wir uns zum Standort Europa und übernehmen Verantwortung.“ Gleiches fordere die Baumaschinenindustrie auch von der Politik - mit dem Appell, die Strukturprobleme endlich zu lösen.

Der vorsichtige Optimismus des VDMA deckt sich mit der Sicht vieler Hersteller, die sich gegenüber dem B_I baumagazin ähnlich äußerten. Es überwiegt die Einschätzung, dass die Talsohle durchschritten ist – ohne dass bereits von einem echten Aufschwung gesprochen werden kann. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt, ob angekündigte Investitionen tatsächlich umgesetzt werden und ob sich die Rahmenbedingungen spürbar verbessern.

Wirtgen: Infrastruktur als Stabilitätsanker

"Die Rahmenbedingungen bleiben für die gesamte Branche herausfordernd. Aber wir blicken zuversichtlich auf die Bausaison 2026." Wirtgen CEO Dr. Volker Knickel | Foto: Wirtgen Group
"Die Rahmenbedingungen bleiben für die gesamte Branche herausfordernd. Aber wir blicken zuversichtlich auf die Bausaison 2026." Wirtgen CEO Dr. Volker Knickel | Foto: Wirtgen Group
Die Wirtgen Group konnte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf solidem Niveau halten. Für 2026 erwartet das Unternehmen eine Aufhellung des Investitionsklimas, getragen vor allem vom anhaltend hohen Bedarf im Infrastrukturbau, sagt CEO Dr. Volker Knickel. Straßen-, Verkehrs- und Leitungsprojekte böten vergleichsweise verlässliche Perspektiven, während andere Marktsegmente weiterhin von Zurückhaltung geprägt seien. „Ein Abbau bestehender regulatorischer Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen würden ein starkes Signal an die Branche senden und den Weg für weitere Investitionen ebnen“, so Knickel. Gerade bei langfristigen Infrastrukturvorhaben komme es darauf an, Planungssicherheit herzustellen und Projekte schneller zur Umsetzung zu bringen.

Liebherr: Investieren trotz Gegenwind

Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG: „Diversifikation, Internationalität und eine dezentrale Struktur tragen dazu bei, konjunkturelle Schwankungen abzufedern." | Foto: Liebherr
Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG: „Diversifikation, Internationalität und eine dezentrale Struktur tragen dazu bei, konjunkturelle Schwankungen abzufedern." | Foto: Liebherr

Auch Liebherr blickt vorsichtig, aber nicht defensiv auf das Jahr. "Für 2026 rechnen wir nicht mit wesentlichen Wachstumsimpulsen, sondern gehen weiterhin von einer Seitwärtsbewegung bei der Umsatzentwicklung aus", so Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG. „Bis eine Wachstumsphase einsetzt, nutzen wir die Zeit, um gezielt in unsere Standorte und in verschiedene Innovationen zu investieren.“ Derzeit erweitert Liebherr in Ehingen das Werk für Mobil- und Raupenkrane und investiert bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung des Kran-Standorts in Biberach.

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Wacker Neuson: Belebung in kleinen Schritten

„Für 2026 rechnen wir mit einer schrittweisen Belebung des Marktes –  perspektivisch auch durch die Fördermittel aus dem Infrastrukturpaket." Alexander Greschner, CSO Wacker Neuson Group. | Foto: Wacker Neuson
„Für 2026 rechnen wir mit einer schrittweisen Belebung des Marktes – perspektivisch auch durch die Fördermittel aus dem Infrastrukturpaket." Alexander Greschner, CSO Wacker Neuson Group. | Foto: Wacker Neuson

Bei der Wacker Neuson Group überwiegt ebenfalls ein vorsichtig optimistischer Blick auf 2026. „Wir rechnen mit einer schrittweisen Belebung des Marktes“, sagt Alexander Greschner, Chief Sales Officer (CSO) der Wacker Neuson Group. Die Entwicklung werde jedoch stark davon abhängen, ob öffentliche und private Auftraggeber ihre Projekte tatsächlich umsetzten. Nötig seien politische und wirtschaftliche Leitplanken, damit die Branche wieder an Tempo gewinnen könne.

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