Warum Tiefbau zur Konjunktur-Lokomotive wird
Der deutsche Bausektor befindet sich im Frühjahr 2026 in einer Phase der tiefgreifenden Transformation. Während das konjunkturelle Umfeld im klassischen Hochbau weiterhin von einer ausgeprägten Volatilität und Unsicherheit geprägt bleibt, hat sich der Bereich Infrastruktur- und Tiefbau zur stabilen Konjunktur-Lokomotive der gesamten Bauwirtschaft entwickelt.

Diese fundamentale Verschiebung der Marktgewichte schlägt sich laut der aktuellen Analyse „BranchenInsights Bau“ von Walter Fries Corporate Finance nun verstärkt in den gestiegenen Unternehmensbewertungen und einer deutlich gestiegenen Transaktionsdynamik nieder.
Das Aschaffenburger M&A-Beratungshaus liefert mit diesem neuen Report eine fundierte Orientierung für Unternehmer und Entscheider. Die Expertise der Berater stützt sich dabei auf eine tiefe Verwurzelung in inhabergeführten Strukturen und eine umfassende Kenntnis der spezifischen Anforderungen im Bauwesen. Ein Blick auf die ökonomischen Kennzahlen verdeutlicht die neue Dominanz des Tiefbaus. Seit dem Jahr 2023 wird mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes der deutschen Baubranche in diesem Sektor erwirtschaftet – ein Trend, der sich mit weiter steigender Tendenz festigt.
Volumen am Bau wächst weiter
Signifikante Steigerung der Multiplikatoren
Die positive Marktentwicklung führt zu einer messbaren Wertsteigerung gut aufgestellter mittelständischer Betriebe. Die Daten belegen eine signifikante Aufwärtsbewegung bei den Transaktionspreisen: Die EBIT-Multiplikatoren für kleine und mittlere Unternehmen sind im Jahresvergleich zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem vierten Quartal 2025 um beachtliche 17,6% angestiegen. Aktuell bewegen sich die Multiplikatoren im Bereich Tiefbau und Rohrleitungsbau konstant in einem Korridor zwischen 5x und 10x EBIT.
Diese Bandbreite reflektiert nicht nur die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Unternehmen, sondern auch die derzeit verbesserten Markt- und Finanzierungsbedingungen für diese Betriebe. Holger Fries betont jedoch eine veränderte Marktlogik, wonach der Markt derzeit nicht zwangsläufig die schiere Größe eines Betriebes belohnt. Vielmehr sei der optimale Zeitpunkt für einen Verkauf entscheidend für den Erfolg, wobei das strategische Timing die reine Unternehmensgröße als Erfolgsfaktor abgelöst hat. Investoren richten ihren Fokus dabei insbesondere auf spezialisierte mittelständische Betriebe in den Segmenten Verkehrswegebau, Deponiebau sowie Rohrleitungsbau.
M&A als Instrument der Nachfolgeregelung und Konsolidierung
Weiter hohes Kaufinteresse
Trotz eines insgesamt herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds blieben die Bewertungsbandbreiten bei Unternehmensverkäufen im Tiefbau stabil, da gut positionierte Unternehmen weiterhin auf hohes Käuferinteresse stoßen und attraktive Multiplikatoren erzielen. Strategische Käufer und Finanzinvestoren nutzen Akquisitionen gezielt, um regionale Präsenz auszubauen, Leistungsspektren zu ergänzen und Skaleneffekte zu realisieren. Holger Fries weist darauf hin, dass die strategische Klarheit des Managements in diesem Marktumfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Kombination aus stabilen bis steigenden Bewertungen, einer exzellenten Auftragslage und langfristiger Planungssicherheit macht den jetzigen Zeitpunkt für strategische Unternehmensverkäufe besonders günstig.
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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die Baubranche in einer Phase der strategischen Neuordnung befindet, in der der Tiefbau als klarer Wachstumsmotor fungiert. Für Unternehmer in diesem Sektor bietet das aktuelle Marktumfeld außergewöhnliche Chancen, sofern die Prozesse professionell strukturiert und auf die spezifischen Bewertungsmechanismen der Branche abgestimmt sind.

Quelle: Walter Fries
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