Baukonjunktur
Kräftiger Orderzuwachs in Sachsen-Anhalt

Die Halbjahresbilanz 2026 für das Bauhauptgewerbe in Sachsen-Anhalt fällt zweigeteilt aus. Während die Auftragseingänge dank der öffentlichen Hand und des Straßenbaus nominal zweistellig zugenommen haben, ist die Nachfrage im Wohnungsbau geschrumpft. Zudem sind die realen Gesamtumsätze der Betriebe zurückgegangen.

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Wie der Bauindustrieverband Ost mitteilte, summierten sich die Auftragseingänge im sachsen-anhaltischen Bauhauptgewerbe in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem nominalen Zuwachs von 13,8 Prozent. Wegen der anhaltenden Baupreissteigerungen reduziert sich dieses Plus real (preisbereinigt) allerdings auf 8,1 Prozent. Parallel dazu ging die Zahl der Beschäftigten in den Betrieben im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent zurück.
Öffentliche Hand stützt den Straßenbau
Die dynamische Entwicklung bei den Bestellungen beruht vor allem auf hohen Investitionen des öffentlichen Sektors. Die öffentliche Hand vergab Aufträge im Wert von 630,8 Millionen Euro, was einem nominalen Plus von 31,7 Prozent entspricht. Der Straßenbau profitierte hierbei am stärksten: Das Ordervolumen in dieser Sparte kletterte um 30,1 Prozent auf 357,8 Millionen Euro. Auch der Wirtschaftsbau verzeichnete mit einem nominalen Zuwachs von 7,4 Prozent auf 836,2 Millionen Euro ein stabiles Ergebnis.
Nachfragekrise im Wohnungsbau verschärft sich
Im Gegensatz zum Tief- und Wirtschaftsbau meldet der Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt einen drastischen Nachfragerückgang. Mit einem Auftragseingang von nur 122,2 Millionen Euro verfehlte die Sparte das ohnehin schwache Vorjahresergebnis nominal um deutliche 11,8 Prozent. Ein baldiges Ende des Abwärtstrends im privaten Wohnungsbau zeichnet sich angesichts dieser Zahlen vorerst nicht ab.
Realer Umsatzrückgang im Gesamtgewerbe
Die Umsatzerlöse der sachsen-anhaltischen Baubetriebe beliefen sich im ersten Halbjahr auf insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Nominal liegt dieser Wert zwar um 1,0 Prozent über dem Niveau von 2025, unter Berücksichtigung der Teuerungsrate bedeutet dies jedoch einen realen Umsatzrückgang von 4,7 Prozent. Während der öffentliche Bau (536,9 Millionen Euro; nominal +7,5 Prozent) und der Wohnungsbau (115,5 Millionen Euro; nominal +3,6 Prozent) leichte Umsatzgewinne verbuchten, brachen die Erlöse im Wirtschaftsbau nominal um 3,9 Prozent auf 685,1 Millionen Euro ein.
Lesen Sie dazu auch: Baukonjunktur Ost: Stabile Nachfrage bringt kräftiges Auftragsplus
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